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Pandemie - Gesundheitsminister Jens Spahn ruft zu einem „nationalem Impf-Ruck“ auf / Der Bergsträßer Inzidenzwert steigt von 8,5 auf 11,5

Das Impftempo verliert an Fahrt

Von 
dpa/red
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Berlin/Bergstraße. Die Bundesregierung appelliert angesichts erster Anzeichen für einen nachlassenden Andrang bei den Corona-Impfungen an die Solidarität aller Bürger. „Auch wenn das Tempo noch hoch ist: Wir brauchen einen nationalen Impf-Ruck, um es im Juli und August weiter zu halten“, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch bei Twitter. „Das Impfen ist jetzt wirklich Teamaufgabe“, betonte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Es gehe um „Team Deutschland“, das zusammenstehe, um eine hohe Impfquote zu erreichen. Die als Schutz vor der ansteckenderen Delta-Virusvariante wichtigen vollständigen Impfungen steuern auf die Marke von 40 Prozent der Gesamtbevölkerung zu.

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Die Bundesregierung will auch die Werbung fürs Impfen forcieren, um möglichst wenig Krankheitsfälle im Herbst und eine große Immunität in der Bevölkerung zu erreichen. Das Gesundheitsministerium will dafür die bestehende Impfkampagne „lauter stellen“, wie ein Sprecher sagte. Unter anderem TV- und Radiospots sollten an jene gerichtet sein, die über eine zweite Impfung oder über eine Impfung generell nachdenken.

Banger Blick auf den Herbst

Spahn betonte in der ARD, entweder man werde geimpft oder man werde infiziert, auch mit dem Risiko einer Folgeerkrankung. „Das ist das, was wir sehen werden im Herbst und Winter, was wir im Vereinigten Königreich und anderen Ländern sehen. Da, wo nicht ausreichend geimpft ist in den Bevölkerungsgruppen, wird es sehr, sehr viele Infektionen geben.“ Der Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Klaus Holetschek (CSU) aus Bayern, sagte im Bayerischen Rundfunk: „Je mehr Menschen sich jetzt für eine Impfung entscheiden, je mehr Menschen vollständig geimpft sind, desto besser werden wir durch den Herbst kommen.“ Deshalb müsse es niedrigschwellige Angebote geben.

Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes, forderte unterdessen einen Kurswechsel in der Corona-Politik gefordert. „Ich glaube, wir müssen nach dem Sommer viel mehr als bisher auf die Krankenhausbelegung schauen, also auf die faktische Belastung unseres Gesundheitssystems, und weniger auf die Inzidenz“, sagte der CDU-Politiker dieser Redaktion. „Dieser Wert verliert an Aussagekraft, je mehr getestet wird und je mehr Menschen geimpft sind.“

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Hans riet davon ab, „in eine übergroße Ängstlichkeit“ zu verfallen. Am Ende komme es darauf an, eine Überforderung unseres Gesundheitssystems zu vermeiden. „In Großbritannien gelingt das bislang – trotz steigender Inzidenzen“, betonte er.

Spahn äußerte sich zurückhaltend zu Forderungen nach einem Wegfall aller Corona-Einschränkungen. Dafür hatte sich Außenminister Heiko Maas (SPD) ausgesprochen, sobald alle in Deutschland ein Impfangebot bekommen hätten – und damit sei im Laufe des August zu rechnen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht verwirren“, sagte Spahn im Deutschlandfunk. Im August könnten noch nicht alle, die wollen, eine Zweitimpfung bekommen haben. Es gelte nun am Ziel zu arbeiten, dass möglichst viele sich für die Impfung entscheiden, um sich und andere zu schützen. „Jetzt Zeitpunkte zu nennen, halte ich für schwierig.“

Im Kreis Bergstraße sind unterdessen laut Pressestelle des Kreises vom Mittwoch fünf neue Coronavirus-Infektionen bekannt geworden: Die Fälle stammen aus Bensheim (1), Fürth (1), Rimbach (2) und Viernheim (1). Damit sind seit Beginn der Pandemie 11 126 Infektionsfälle registriert worden, 10 758 Genesene zählt die Statistik. Die Zahl der Todesfälle beträgt 325.

In den Bergsträßer Krankenhäusern muss zurzeit kein Patient mit einer festgestellten Infektion behandelt werden, nur bei einer Person liegt ein Verdacht auf eine Corona-Erkrankung vor. Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) weist für den Landkreis eine Inzidenz von 11,5 (Vortag: 8,5) und damit einen Wert über der Hessen-Inzidenz von 8,1 aus.

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Bislang sind im Bergsträßer Impfzentrum 82 736 Erst- und 68 549 Zweit-Impfungen erfolgt. dpa/red

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