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Pandemie - Weltärztepräsident Montgomery warnt vor Öffnungen auf einen Schlag / Neun neue bestätigte Fälle im Kreis Bergstraße

Corona-Zahlen steigen deutlich

Von 
red/dpa
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Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. Unter dem Einfluss der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagmorgen steckten sich binnen sieben Tagen 10,9 Menschen pro 100 000 Einwohner an. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli lag der Wert noch bei 4,9. Damit hat sich die Inzidenz in rund zwei Wochen mehr als verdoppelt. Der sogenannte R-Wert lag am Dienstag bei 1,16 und damit seit rund zwei Wochen über dem Wert von 1. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 116 weitere Menschen anstecken.

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Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnte davor, die Corona-Beschränkungen in Deutschland auf einen Schlag aufzuheben. „Jetzt die Einschränkungen unserer Kontakte einfach fallen zu lassen und ,alles zu öffnen’ wäre brandgefährlich“, sagte Montgomery dieser Redaktion. Wer dies tue, riskiere den Einstieg in die vierte Welle.

„Es wird sich vielleicht noch als Riesenfehler erweisen, wenn wir bei Kindern und jungen Menschen jetzt die Fallzahlen explodieren lassen“, warnte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei Twitter. Dann könnten Virusvarianten entstehen, „die noch viel stärker als Delta bereits Geimpfte schwer erkranken lassen können“. Nach den jüngsten RKI-Daten von vergangener Woche scheint der Inzidenz-Anstieg in Deutschland bisher vor allem jüngere Menschen zu betreffen.

Die derzeitige Lage halte er für eher unproblematisch, erklärte der Epidemiologe Hajo Zeeb. Durch den Rückreiseverkehr müsse man aber mit stärker steigenden Zahlen rechnen. Dies betreffe besonders die jüngeren Ungeimpften: „Das wird sich nur bedingt ändern, auch wenn die Zahl der Fälle unter vollständig Geimpften vermutlich nach und nach zunimmt.“

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Für den Kreis Bergstraße wurden neun neue bestätigte Corona-Infektionen gemeldet, u. a. in Heppenheim (1) und Lorsch (2). Zu weiteren Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus kam es nicht. Die Inzidenz für den Kreis wurde vom Robert-Koch-Institut mit 15,9 angegeben (Vortag: 15,5). Im Impfzentrum des Kreises sind mittlerweile (Stand Montag) 85 636 Erstimpfungen und 73 560 Zweitimpfungen erfolgt.

Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße von 39 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 31 Betten belegt – davon drei mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen und invasiv beatmet werden müssen.

Hessenweit sind innerhalb eines Tages 63 neue Corona-Infektionen registriert worden. Außerdem gab es einen weiteren Todesfall, der mit dem Virus in Verbindung steht. Die Inzidenz stieg auf 14,3. red/dpa

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