Pandemie - Im Kreis Bergstraße wurden gestern 39 neue Infektionsfälle registriert / Sechs weitere Todesfälle Corona-Mutation im Odenwald

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red/pro/dpa
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Eine elektronenmikroskopische Aufnahme des «U.S. National Institute of Health» zeigt das Coronavirus (SARS-CoV-2), das aus der Oberfläche von im Labor kultivierten Zellen austritt. Im Odenwald ist nun eine mutierte Version des Virus aufgetaucht. © dpa

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. Im Zusammenhang mit der Bestätigung einer Corona-Infektion an einer Kindertagesstätte in Gorxheimertal ist erstmals eine Virus-Mutation im Kreis Bergstraße nachgewiesen worden. Ein entsprechender Vorbefund liegt dem Bergsträßer Gesundheitsamt vor. Um welche genaue Virus-Variante es sich handelt, wird derzeit labortechnisch geprüft, teilte das Landratsamt in Heppenheim am Freitagnachmittag mit.

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Das Gesundheitsamt hat eine Schließung des kompletten Kindergartens angeordnet. Die entsprechenden Kontaktpersonen stehen, ebenso wie die infizierte Person selbst, bereits unter Quarantäne. Zudem ist in diesem Zusammenhang eine umfangreiche Reihentestung vorgesehen.

Unterdessen meldete der Kreis Bergstraße am Freitag insgesamt 39 neue Corona-Infektionen – darunter fünf in Bensheim, drei in Lorsch, je zwei in Einhausen und Heppenheim sowie elf in Viernheim und sieben in Lampertheim. Zudem sind sechs weitere Todesfälle zu beklagen. Dabei handelt es sich um eine 85-jährige Person aus Groß-Rohrheim, eine 89 Jahre alte Person aus Viernheim, eine 76-jährige Person aus Heppenheim, eine 84 Jahre alte Person aus Wald-Michelbach, eine 88-jährige Person aus Lindenfels und eine 77 Jahre alte Person aus Lorsch.

Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße derzeit von 40 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 35 Betten belegt – davon acht mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; drei von ihnen müssen invasiv beatmet werden.

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Im regionalen Impfzentrum in Darmstadt wird die nach wie vor knappe Versorgung mit Impfstoff äußerst kritisch gesehen. Die zur Verfügung stehende Menge werde in den kommenden drei Wochen noch einmal geringer als in den Wochen zuvor sein, wie die Stadt Darmstadt gestern mitteilte.

Für ganz Hessen sind am Freitag 1090 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Fälle im Bundesland steig damit auf 169 960. Insgesamt 4733 Todesfälle wurden mit dem Virus in Verbindung gebracht, 57 mehr als am Vortag. Die Inzidenz lag landesweit bei 94,4.

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Auch im Rhein-Neckar-Kreis ist jetzt erstmals eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden. Dabei handelt es sich nach Angaben des Gesundheitsamtes in Weinheim um die sogenannte Südafrika-Variante. Nach Auskunft des Gesundheitsamtes stehen die betroffenen Personen in einem Zusammenhang. Ferner teilte das Gesundheitsamt mit, dass weitere relevante Virusvarianten in positiven PCR-Tests nachgewiesen worden sind. Diese würden sich auf die Stadt Heidelberg und „verschiedene Kommunen des Rhein-Neckar-Kreises“ verteilen. Der Nachweis, um welche Virusvarianten es sich dabei konkret handelt, steht noch aus.

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Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat ebenfalls am Freitag die bedingte Marktzulassung für den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca in der EU empfohlen. Die Zulassung soll für Personen ab 18 Jahren gelten. In Deutschland hat sich die Ständige Impfkommission wegen fehlender Daten aus der Studie allerdings nur für einen Einsatz bei unter 65-Jährigen ausgesprochen.

Daher könnten jetzt Lehrer und Erzieher wesentlich früher geimpft werden, als es bisher für die beiden Berufsgruppen vorgesehen ist. An diesem Samstag will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seinen Kollegen aus den 16 Bundesländern beraten, wem der für Menschen über 65 Jahre nicht empfohlene Impfstoff von Astrazeneca zugute kommen soll. red/pro/dpa