Nahverkehr

Bündnis zur Überwaldbahn gegründet

Regionalbahn auf Draisinenstrecke ist das Ziel

Von 
red
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Bergstraße. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Überwaldbahn geht den nächsten Schritt. Um sich in der Region für ein neues Konzept des öffentlichen Nahverkehrs einzusetzen, gründete sie ein Bündnis, das seine Vorhaben und Anliegen in Zukunft durch eine gemeinsame Charta nach außen tragen wird.

Eines der größten Vorhaben des Bündnisses ist die Reaktivierung der Überwaldbahn. Anstelle der Draisine, deren Fördermittel Ende 2028 auslaufen, soll dort eine neue Regionalbahn fahren, die von Wald-Michelbach nach Weinheim oder sogar bis nach Mannheim durchfährt. Aktuell steht die Frage im Raum, wer die Kosten einer Machbarkeitsstudie übernimmt, die Grundvoraussetzung für den Erfolg des Projekts ist. Die Kosten dafür müsse nach Regelung der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) und der Kreis Bergstraße tragen – ein Konfliktpunkt zwischen dem Bündnis und Landrat Christian Engelhardt.

Zahlreiche weitere Ideen

Neben der Überwaldbahn selbst schlägt das Bündnis zahlreiche Maßnahmen vor, die den öffentlichen Nahverkehr verbessern könnten. So nimmt das Bündnis in seiner Charta zunächst eine Mangelbeschreibung vor, um anschließend Maßnahmen zur Optimierung vorzuschlagen. Dabei knüpft es an den Nahverkehrsplan an, der vom Kreis Bergstraße am 3. November 2020 beschlossen wurde.

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Das Grundprinzip lautet: An Bestehendes anschließen, es erweitern und das Schienennetz durch passende Buslinien optimieren. „Ein flexibles Angebot ist immer die richtige Lösung“, brachte es Sven Wingerter beim Treffen auf den Punkt.

Beispielsweise fordert das Bündnis neben der Reaktivierung der Überwaldbahn, dass die aktuelle Weschnitztalbahn RB 69 grundsätzlich nach Mannheim/Ludwigshafen durchfährt, so dass ein Umstieg am Hauptbahnhof Weinheim entfallen würde. Außerdem sollen die Betriebszeiten des sogenannten Michelbusses ausgeweitet werden. In der beschlossenen Charta sind viele weitere Forderungen nachzulesen, für die sich das Bündnis einsetzen wird. Bald soll das Dokument öffentlich zugänglich gemacht werden.

Name steht noch nicht fest

Bei der Gründungsversammlung wählte das Bündnis außerdem ein Leitungsteam. Teil des Teams sind Wingerter als Vertreter des Kreises Bergstraße in der Verbandsversammlung des VRN, Peter Castellanos, Sprecher der AG Überwaldbahn, und Berkay Salman, Mitglied der Jungen Liberalen Bergstraße. Er bringt Erfahrungen aus dem Reaktivierungsprojekt der Zellertalbahn mit. Das Leitungsteam wurde mit einem einstimmigen Votum ernannt und wird das Bündnis in Zukunft maßgeblich nach außen vertreten und die organisatorischen Aufgaben koordinieren. Außerdem Teil des Bündnisses ist der Bürgermeister Wald-Michelbachs, Sascha Weber. Der endgültige Name des Bündnisses muss noch festgelegt werden.

Um sich ein Netzwerk aufzubauen, geht es Partnerschaften ein, zu nennen ist das Klimabündnis, der Fahrgastverband Pro Bahn und Bus.

Das Ziel sei, „etwas Zukunftsweisendes zu schaffen“, machte Castellano deutlich. Das Angebot im Bereich Nahverkehr solle dringend nicht nur zumutbar, sondern überzeugend sein. Nachdem das Bündnis in seiner Charta die genauen Forderungen und Ideen festgehalten hat, geht es in Zukunft um Öffentlichkeitsarbeit und die Realisierung einer Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Überwaldbahn. red