Corona-Pandemie - Patienten mit B 1.1.7 auch im Kreiskrankenhaus Bislang milde Verläufe bei Mutationsfällen

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jün
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Bergstraße. Nachdem am Freitag vergangener Woche die ersten Fälle einer Infektion mit der britischen Mutation des Coronavirus im Kreis Bergstraße bekannt geworden sind, hat sich deren Anzahl in den vergangenen Tagen stetig erhöht. Am Donnerstag lagen dem Bergsträßer Gesundheitsamt schon elf Fälle vor, allein bei der Reihentestung in der Kindertagesstätte Erlebnisland in Gorxheimertal gab es zwei neue Funde von B.1.1.7 und weitere Vorbefunde, bei denen die Ergebnisse der Untersuchung, ob es sich hierbei auch um die britische Variante handelt, noch ausstand. Bis gestern Abend erhöhte sich die Zahl auf 14.

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Auch im Kreiskrankenhaus in Heppenheim wurde bei positiv getesteten Patienten die Mutation B.1.1.7 nachgewiesen, wie das Landratsamt am Dienstag berichtete. Demnach wurde in Abstimmung mit Gesundheitsamt eine strenge Isolierung durch die Klinik sichergestellt. Zum Schutz von Patienten und Personal und um eine Vermischung der Virusvarianten miteinander zu vermeiden, wurden die Schutzmaßnahmen zudem verstärkt.

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Bei den bisher festgestellten Mutationsfällen handelt es sich durchweg um die britische Variante, wie die Pressestelle des Kreiskrankenhauses auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. In der öffentlichen Diskussion wird auch oft die Frage gestellt, ob die Mutante nicht nur infektiöser ist, sondern auch schlimmere Krankheitsverläufe nach sich zieht. Dies konnte vom Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin, Dr. Christoph Peter, nicht bestätigt werden. „Die bei uns behandelten Patienten mit Virusmutation hatten einen durchaus milden Verlauf und konnten nach einem kurzfristigen Aufenthalt wieder entlassen werden“, führte er aus.

Die Mutationen des Virus sind für die Art der Behandlung nicht entscheidend. „Die Frage der Unterbringung und Versorgung hängt mit dem Gesundheitszustand der Patienten zusammen und nicht mit der Art der Virusvariante“, sagt Geschäftsführer Daniel Frische. Der Grad an Schutz- beziehungsweise der Isolationsbedürftigkeit sei gleich hoch, unabhängig davon, ob es sich um das ursprüngliche oder das mutierte Virus handelt.

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„Es wäre nicht klug, Unterschiede zu machen, da dies das Risiko für die handelnden Mitarbeiter eher erhöhen würde. Besser ist ein stabil sehr hohes Schutzniveau und klare Schutzregeln. Dies verfolgen wir bereits seit langem. Eine unterschiedliche medizinische Behandlung der Covid-19-Patienten richtet sich demnach nach der Schwere des Krankheitsverlaufs und seiner jeweiligen Symptomatik“, so der Geschäftsführer.

Ob der Zeitraum, den ein Betroffener zur Genesung benötigt, anders als bei einem „normalen“ Covid-19-Patienten, lässt sich laut Peter derzeit noch nicht feststellen. „Per se sehen wir erst seit kurzem Patienten mit entsprechenden Virusmutationen. Der Zeitraum der Genesung hängt bei der Covid-19-Infektion generell von dem Krankheitsverlauf ab. Da die bisherigen von uns behandelten Patienten mit Virusmutation bis jetzt nur einen milden Verlauf haben, kann über den Zeitraum der Genesung noch nichts abschließend gesagt werden.“

Stabile Patientenzahlen

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Auch wenn die Infektionszahlen bundesweit infolge des Lockdowns rückläufig sind, kann Frische keine Entspannung für die Lage im Kreiskrankenhaus geben. „Die stationäre Inanspruchnahme auf der Regel- und der Intensivstation ist bei uns derzeit noch weiterhin stabil hoch. Wir gehen daher von zunächst stabilen Patientenzahlen auch in den nächsten Tagen aus“, lautet seine Prognose.

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Immerhin kommt die Bergsträßer Klinik mit den Impfungen des Personals trotz des vorherrschenden Engpasses beim Impfstoff gut voran. „In der letzten Woche ist die zweite Impfung der ersten 102 Mitarbeiter erfolgt. Die Fortsetzung der Impfungen kann mit zunehmender Impfstoffverfügbarkeit erfolgen. Die Auswirkungen der knappen Ressourcen haben natürlich auch Auswirkungen auf die weiteren Impfungen. Wir sind aber zuversichtlich, dass in den nächsten Wochen und Monaten die Impfungen dann vollständig erfolgen können“, so Frische. jün