Pandemie - Seit gestern wird in sechs hessischen Regionalzentren geimpft / Das Land Hessen will alle anderen Impfzentren in zwei Wochen öffnen Bis genug Impfstoff verfügbar ist, haben im Kreis die Zweit-Impfungen Vorrang

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Kai Segelken
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Das Impfzentrum im Kongresszentrum Darmstadtium nahm gestern als eines von insgesamt sechs Regionalen Impfzentren in Hessen seinen Betrieb auf. © dpa

Darmstadt/Bergstraße. In Bensheim und allen anderen hessischen Impfzenten sollen die Corona-Schutzimpfungen am 9. Februar anlaufen. Das kündigten Innenminister Peter Beuth und Gesundheitsminister Kai Klose heute anlässlich des Impfstarts in den sechs Regionalen Impfzentren – unter anderem in Darmstadt – an. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich so viele Menschen wie nur möglich gegen das gefährliche Virus zu impfen. Mit dem heutigen Start der Corona-Schutzimpfungen in den Regionalen Impfzentren kommen wir diesem Ziel einen weiteren Schritt näher“, so die beiden Minister.

Die ersten Impfzentren in Hessen haben gestern geöffnet. Als ...

Die ersten Impfzentren in Hessen haben gestern geöffnet. Als Erste starteten die regionalen Impfzen tren in Kassel, Gießen, Fulda, Frank furt, Wiesbaden und Darmstadt - also sechs von insgesamt 28. Wer der höchsten Priorisierungs
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„Die bundesweite Impfaktion gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 schreitet voran – auch im Kreis Bergstraße“, erklärte gestern auch Landrat Christian Engelhardt. So hätten im Kreis seit Beginn der Aktion am 27. Dezember in 27 Pflegeheimen Impfangebote für Bewohner sowie für das Personal gemacht werden können. Zudem sei medizinisches Personal aus Krankenhäusern geimpft worden.

Hohe Impfbereitschaft im Kreis

Die Impfbereitschaft der Bergsträßer sei „erfreulich hoch“. Insgesamt hätten „gut 3300 Impfungen durch unsere Impfteams stattgefunden“, so der Landrat. Komplikationen der Impfung oder schwere Nebenwirkungen habe es seines Wissens in diesem Zusammenhang bisher nicht gegeben.

Am vergangenen Wochenende hätten erste Bergsträßer bereits die entsprechende Zweitimpfung erhalten, die drei Wochen nach der Erstimpfung erfolgen sollte und durch die der volle Impfschutz entsteht.

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„Mit der heute Morgen erfolgten Öffnung der sechs Regionalen Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt ist ein weiterer guter Schritt im Kampf gegen das Virus getan“, so Engelhardt.

Doch um so vielen Menschen wie möglich eine ortsnahe Schutzimpfung zu ermöglichen, sei es zwingend erforderlich, dass auch die zusätzlichen 22 vorbereiteten hessischen Impfzentren ihre Arbeit aufnehmen können, unter ihnen das in Bensheim. „Dies hatte ich gegenüber der Landesregierung in einem gemeinsam mit den anderen südhessischen Landräten sowie dem Oberbürgermeister von Darmstadt versandten Schreiben in der vergangenen Woche vorgeschlagen.“ Der Ruf wurde in Wiesbaden vernommen. Am 9. Februar soll es losgehen.

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Ein Maximalbetrieb von täglich bis zu 1000 Schutzimpfungen pro Impfzentrum sei aktuell jedoch noch nicht möglich und könne erst erfolgen, wenn deutlich mehr Impfdosen angeliefert werden, betonte die Landesregierung. Aufgrund der geringeren Impfstoff-Nachlieferungen muss auch der Kreis Bergstraße den Schwerpunkt der Impfaktion aktuell auf Zweitimpfungen richten und kann nur wenige weitere Erstimpfungen vornehmen.

Warten auf mehr Lieferungen

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„Wir hoffen, dass der Impfstoff-Engpass dann weitestgehend behoben sein wird und der Kreis in Sachen SARS-CoV-2-Immunisierung dann auch wieder hier vor Ort beziehungsweise in Bensheim voll durchstarten kann“, so der Landrat. „Ich danke allen an der Impfaktion Beteiligten für ihre Arbeit und ihre großartigen Leistungen, auch bei den vorbereitenden Aktivitäten zum Start der Impfaktion sowie bei der Erarbeitung effizienter Abläufe vor Ort.“

„Wir stehen im Austausch mit der Bundesregierung, um rasch Klarheit über die nächsten Impfstoff-Lieferungen zu erhalten. Nur wenn mehr Impfstoff verlässlich und stetig kommt, können wir verbindlich Termine in den Impfzentren vergeben“, betonten Beuth und Klose.

In der Praxis bedeutet das, dass Impfinteressenten sich zwar registrieren können, eine Terminvergabe ist aber erst wieder möglich, sobald dafür Impfdosen planbar durch den Bund zur Verfügung gestellt werden. Mehr als 400 000 Menschen, die 80 Jahre und älter sind, kommen aktuell für eine Terminvereinbarung in Frage. Aufgrund der noch sehr geringen Impfstoff-Mengen konnten zunächst aber nur rund 60 000 Termine für die Angehörigen der höchsten Priorisierungsgruppe vergeben werden.

Mit einem Informationsbrief hatte die Landesregierung alle mindestens 80-Jährigen in Hessen schriftlich über die Anmeldemöglichkeiten für die persönliche Schutzimpfung informiert; zugleich erfolgt damit die Erfassung für die häuslichen Impftermine. Der Brief enthält deshalb ein Formular, das bei Bedarf ans Land zurückgeschickt werden kann. Es werde aufgrund der geringen Impfmengen noch einige Wochen in Anspruch nehmen, bis Hausbesuche durch mobile Impfteams in Hessen landesweit erfolgen können.

„Es ist ein historischer Kraftakt. Auch wenn überall viel Arbeit und akribische Planung investiert wurde, so hat der Start der sechs Regionalen Impfzentren Symbolcharakter“, sagten die Minister Beuth und Klose. Mit der Öffnung beginne „eine neue Etappe“ in der Pandemie-Bekämpfung. „Sollte an der einen oder anderen Stelle nicht alles nach Plan laufen, werden alle Beteiligten daran mitwirken, um die Prozessabläufe fortlaufend zu optimieren“, versprachen die Minister.

Redaktion Kai Segelken ist Redakteur beim Bergsträßer Anzeiger im Ressort Region.