Wohlfahrtsverband - Ortsvereine in der Region distanzieren sich von möglichen Unregelmäßigkeiten an Rhein und Main Bergsträßer Arbeiterwohlfahrt geht auf Abstand zu Frankfurt und Wiesbaden

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red
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Die Bergsträßer Arbeiterwohlfahrt distanziert sich entschieden von möglichen Unregelmäßigkeiten in den Kreisverbänden Frankfurt und Wiesbaden. © Funck

Bergstraße. Mit Sorge und „zunehmender Fassungslosigkeit“ haben alle Verantwortlichen des Kreisverbandes Bergstraße in der Arbeiterwohlfahrt (AWO), hauptamtlich Mitarbeitende und Ehrenamtliche in den Ortsvereinen die Berichterstattung über vermutete Unregelmäßigkeiten bei der Geschäftsführung der beiden Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden verfolgt.

AWO-Kreisverband Bergstraße

Der AWO Kreisverband Bergstraße ist ein eingetragener Verein. Er umfasst insgesamt zwölf Ortsverbände mit insgesamt etwa 1350 Mitgliedern im gesamten Landkreis Bergstraße.

Die Tochtergesellschaft AWO Bergstraße Soziale Dienste gGmbH unterhält Beratungsstellen für Menschen mit Schulden sowie in Suchtproblematiken, einen ambulanten Pflegedienst, verschiedene Betreuungsdienste mit Einzel- und Gruppenbetreuungen und führt Maßnahmen der Inklusion und der Kinder- und Jugendhilfe durch. Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Bergstraße betreibt zudem eine Kindertagesstätte.

Mit diesen Aufgaben sind über 140 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende betraut, die sich im Kreisverband Bergstraße engagieren – und das „ganz im Sinne unserer Tradition als Arbeiterwohlfahrt für die Schwächeren in unserer Gesellschaft und damit für eine sozial gerechte Gesellschaft“, wie der Kreisverband betont.

Weiter hebt die Bergsträßer Arbeiterwohlfahrt hervor: „Sie alle tun dies im Bewusstsein ihrer sozialen Verantwortung, engagiert und mit höchstmöglicher Transparenz.“ red

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„Dies sind zwei von insgesamt 19 Kreisverbänden im AWO-Bezirksverband Hessen-Süd, die alle als eingetragene Vereine wirtschaftlich und rechtlich selbstständig und unabhängig sind. Hieraus ist erkennbar, dass es keine Vernetzung des Kreisverbandes Bergstraße mit anderen Kreisverbänden in finanzieller und personeller Hinsicht gibt“, geht der Bergsträßer Kreisverband entschieden auf Distanz.

Die Verantwortlichen in der Region legen in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, „dass die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreisverbandes und der Gesellschaft geordnet sind und sich der Kreisvorstand und die Geschäftsführung ihrer besonderen Verantwortung als Teil eines Trägers der freien Wohlfahrtspflege stets bewusst sind“, wie die Arbeiterwohlfahrt in einer Erklärung unterstreicht. Weiter heißt es darin: „Wir handeln damit, getreu dem Leitbild der Arbeiterwohlfahrt, in sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und internationaler Verantwortung.“

Aufgrund der aktuell ungünstigen Refinanzierungssituation der Arbeiterwohlfahrt Bergstraße liege die Gehaltsstruktur aller Beschäftigten – einschließlich der Geschäftsführung – unterhalb vergleichbarer Tarifsysteme. Lediglich in der Kita sei es der AWO derzeit möglich, nach TVöD zu vergüten. Darüber hinaus gebe es keine außertariflichen Zuschüsse oder übertariflichen Bezahlungen. „Die Vorstandsmitglieder sowie der Aufsichtsrat agieren im Ehrenamt und erhalten keinerlei Vergütung“, legt der Kreisverband offen.

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Die Verantwortung für die Kontrolle der wirtschaftlichen Vorgänge innerhalb des Kreisverbandes und der gGmbH werde durch regelmäßigen Austausch zwischen Vorstand, Gesellschaftern und Geschäftsführung wahrgenommen. „Zudem halten wir uns an die verbindlichen Richtlinien des AWO-Bundesverbandes für eine verantwortungsvolle Verbands- und Unternehmensführung und -kontrolle. Diese Standards überprüft der Vorstand regelmäßig auf ihre Einhaltung. Darüber hinaus würden alle Arbeitsbereiche, in deren Arbeit öffentliche Gelder verwendet werden, jährlich von den Kostenträgern daraufhin überprüft, ob die Mittel korrekt verwendet wurden.

Die Anforderungen an die Professionalität der Unternehmensführung und damit an die Kompetenzen und Qualifikationen von Führungskräften seien in den zurückliegenden Jahren beträchtlich gestiegen. Daher habe die AWO Bergstraße in den vergangenen Jahren Strukturen geschaffenen, um als professioneller Dienstleister und verlässlicher Arbeitgeber gut aufgestellt zu sein. „All diese Kontrollmechanismen verhindern, dass Gelder unsachgemäß verwendet“, betont der Kreisverband. Und sie verhinderten, dass Mitarbeiter unangemessene Leistungen erhalten.

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Die Vorwürfe gegen die Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden haben das Vertrauen in die gesamte Arbeiterwohlfahrt und die Wohlfahrtspflege insgesamt schwer erschüttert. „Wir erwarten von den Kolleginnen und Kollegen in Frankfurt und Wiesbaden, dass sie sowohl personell als auch organisatorisch alles nur Mögliche leisten, um die Anschuldigungen und Fehler aufzuarbeiten und zu korrigieren“, fordert die Bergsträßer AWO und fährt fort: „Wir alle gehen davon aus, dass die Verantwortlichen in den beiden Verbänden und Gesellschaften der AWO alles Erdenkliche zu einer lückenlosen Aufklärung der Vorwürfe unternehmen. Wir vertrauen darauf, dass festgestellte Fehlentwicklungen in der jeweiligen Geschäftsführung umgehend und konsequent korrigiert werden und nachgewiesene Unregelmäßigkeiten aufgeklärt und geahndet werden.“

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Abschließend heißt es Erklärung: „Wir – als Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt – erwarten, dass die Vorwürfe, die bei den beiden Kreisverbänden aufgetreten sind, vorbehaltlos und transparent aufgearbeitet werden. Auch wenn die Vorwürfe nur teilweise zutreffen sollten, distanzieren wir uns in aller Form von den praktizierten Machenschaften einiger Weniger in den Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden.“ red