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Gesellschaftlicher Wandel

Beim Umdenken unterstützen, statt zu bremsen

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Flut-, Brände und Hitzewellen, die Pandemie oder der Flächenverbrauch sind diesen Sommer allgegenwärtig in den Nachrichten. Die jüngste Hochwasserkatastrophe erschüttert unseren Glauben, in Sicherheit zu leben. Gleichzeitig führen wir immer wieder Diskussionen, ob wir durch Vorschläge, was man tun könnte, in unserer Freiheit beschränkt werden. Ich bin diese Diskussionen leid. Zu behaupten, das war schon immer so, empfinde ich in Anbetracht der Auswirkungen als zynisch.

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In Deutschland leben rund fünf Prozent mehr Menschen als 1992. Trotzdem brauchen wir heute rund 30 Prozent mehr unserer Fläche als damals. Seit 2007 stieg die Anzahl der Kfz um 20 Prozent. Immer größere Kfz benötigen immer mehr Platz. Ist das gerechtfertigt? Die Wetterstationen in den Städten Frankfurt und Mannheim registrierten im Zeitraum von 1990 bis 2018 viermal so viele Hitzewellen wie im Zeitraum von 1960 bis 1989. Fast 50 Prozent der hessischen Brutvögel gelten inzwischen als bedroht. Wie gehen wir damit um?

Wer sich nicht betroffen fühlt oder wem die Zukunft egal ist, kann es verdrängen, verharmlosen oder verleugnen. Wer glaubt, die freien Kräfte des Marktes oder innovative Technologien können alles richten, der irrt. Wer nur den Politikern die Schuld gibt, oder alle anderen in der Verantwortung sieht, der greift zu kurz.

Für unseren Planeten sind wir alle gemeinsam verantwortlich als Konsumenten, als Wähler, als Bürger und als Mitmenschen. Wir müssen verstehen,

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dass die Natur unsere einzige Wirtschafts- und Lebensgrundlage ist, an der man sich nicht unbegrenzt, kosten- und folgenlos bedienen kann,

dass Wachstum nicht grenzenlos möglich ist, wie es uns manche glauben machen wollen,

dass unser Wohlstand oftmals zu Lasten zukünftiger Generationen und anderer geht,

dass Selbstverantwortung auch bedeutet, Gewohnheiten und Einstellungen zu überdenken,

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dass sich unser Leben ändern muss.

Dann erst werden wir anfangen an Lösungen zu denken, die über kurzfristige Einzelinteressen hinausgehen.

Ich appelliere an alle Politiker, an Leistungsträger, an Gestalter: Unterstützt beim Umdenken, anstatt zu bremsen. Lasst keinen allein mit den Ängsten, dem schlechten Gewissen, den Verführungen des Konsums und den Verlockungen einer vermeintlich schrankenlosen Freiheit. Wir brauchen die richtigen Anreize, aber auch verbindliche und verlässliche Regeln. Wir brauchen Mechanismen des Ausgleichs, um niemanden zurückzulassen. Vieles davon werden wir als Zumutung empfinden. Aber wir müssen jetzt anfangen, nur dann haben wir eine Chance.

Gudrun Gumb

Bensheim

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