Umwelt

Bei der Aktion „Stunde der Wintervögel“ kann jeder mitmachen

Am Freitag, 6. Januar startet die jährliche Aktion „Stunde der Wintervögel".

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Bergstraße. Der Naturschutzbund (Nabu) Bergstraße bittet wieder zum Vogelzählen. Am Freitag, 6. Januar, nuar, startet die jährliche Aktion „Stunde der Wintervögel“. Alle können mitmachen und bis Sonntag zu einer beliebigen Tageszeit eine Stunde lang sämtliche gesichteten Rotkehlchen, Kohlmeisen und andere hier überwinternden Vögel zählen - sei es am Futterhäuschen im Garten, im Park, auf dem Balkon oder der Terrasse.

Die jährliche Zählaktion organisiert der Nabu-Bundesverband gemeinsam mit seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). „Diese kleine Auszeit vom Alltag tut allen gut“, findet der LBV Immer mehr wissenschaftliche Studien würden zeigen, dass die bewusste Wahrnehmung der Natur eine positive Wirkung auf die körperliche und mentale Gesundheit hat.

Interesse an der heimischen Natur

„Vögel beobachten entspannt. Wer sie dann noch zählt und uns meldet, unterstützt als Bürgerforschende unsere Arbeit zum Schutz der bayerischen Vogelwelt“, teilt der LBV mit. Dem Nabu zufolge beteiligten sich in Hessen bei der letzten großen Wintervogelzählung im Januar 2022 mehr als 13 126 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus mehr als 9230 Gärten und Parks mit 324 890 gezählten Vögeln ein. „Wir freuen uns sehr über die anhaltend hohe Beteiligung an unseren Aktionen“ sagt Bernd Petri, stellvertretender Landesvorsitzender des Nabu Hessen.Die App „Nabu Vogelwelt“, über die man auch an der Zählung teilnehmen kann, habe inzwischen die Zwei-Millionen-Marke bei den Downloads geknackt. Das alles zeige, so Petri, wie groß das Interesse an der heimischen Natur ist.

„Wer Vögeln etwas Gutes tun möchte, sollte aus seinem Garten oder Balkon ein Mini-Naturschutzgebiet machen und dieses möglichst wild und mit heimischen Gehölzen, Stauden und Kräutern naturnah gestalten“, appelliert Maik Sommerhage, der Vogelexperte vom Nabu Hessen. Auch Saaten, Haferflocken und vorgefertigtes Futter wie Meisenknödel sind bei den Wintervögeln beliebt.

Eine Kohlmeise fliegt an einer Blaumeise vorbei. © Boris Roessler/dpa

Ein Schüsselchen mit frischem Wasser sollte auch nicht fehlen, da Rotkehlchen, Amseln und Co. nicht nur trinken müssen, sondern größten Wert auf das tägliche Bad legen - und zwar ganzjährig. In diesem Winter könnte es allerdings weniger Betrieb an Futterhaus und Vogeltränke geben. Denn 2022 sei ein Mastjahr gewesen, Eiche, Buche und Fichte hätten außerordentlich viele Früchte gebildet, so Vogelexperte Sommerhage.

„Kleiber, Eichelhäher, Kernbeißer und Buntspecht, Buchfink und auch der Bergfink als Wintergast, sowie der Erlenzeisig leben von den Baumfrüchten. Für sie ist der Tisch in diesem Winter überreich gedeckt.“ In den letzten Jahren seien Mastjahre ungewöhnlich häufig aufgetreten. Sommerhage zufolge scheine das eine Folge des Klimawandels zu sein. Warme, trockene Sommer begünstigten einen hohen Blütenansatz. Auch die Spätfröste, die durch den Klimawandel vermehrt auftreten, förderten ein Mastjahr im Folgejahr. Dadurch kommt es im Wald zu Stressblühereignissen und Massenfruchten.

176 000 machten 2022 mit

„Interessant wird sein, wie sich die typischen Waldvogelarten diesen Winter verhalten werden“, so Sommerhage. „Möglicherweise bleiben sie eher im Wald und kommen nicht so oft in die Siedlungen. Das würde bedeuten, dass wir weniger Futterhausgäste sehen und zählen.“ Allerdings hänge das auch immer vom Wetter am Zählwochenende ab, so der Vogelexperte weiter.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion. Sie findet bereits zum 13. Mal statt. Bei der vergangenen Vogelzählung im Januar 2022 beteiligten sich dem Nabu zufolge deutschlandweit mehr als 176 000 Vogelfreunde. Der Haussperling ergatterte den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Hessen, Kohlmeise und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei.

Angebot auch für den Nachwuchs

Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet die Ergebnisse dem Nabu. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl Vögel notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können per App unter www.nabu.de/vogelwelt oder unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 7. und 8. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800 / 1157-115 geschaltet.

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Weil die „Stunde der Wintervögel“ immer an einem Wochenende stattfindet organisiert die Naturschutzjugend (Naju) ein Extra-Angebot für Kinder: Bei der „Schulstunde der Wintervögel“ können sie in der Zeit vom 9. bis 13. Januar die heimischen Wintervögel spielerisch kennenlernen, beobachten und eine Stunde lang auf dem Schulhof, im Park oder im Garten zu. Welche Vögel verbringen den Winter in Deutschland und wie können sich Kinder für ihren Schutz einsetzen?

Das Begleitheft zur Schulstunde liefert zahlreiche Anregungen, ein Poster stellt die häufigsten Wintervogelarten vor und eine kindgerechte Zählkarte erleichtert die Teilnahme an der Vogelzählung. Alle Infos unter www.naju.de/sdw. (red)