AdUnit Billboard
Bewässerung

BA-Leserforum: Zweifel an Aussagen zum Thema Bewässerung

Lesedauer: 

„Chef des Gewässerverbandes beklagt verschwenderische Bewässerung“, BA vom Samstag, 17. September

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Herrn Androschs Behauptungen entsprechen nicht den Tatsachen und verunsichern die Bevölkerung. Bevor man mit solchen Unterstellungen an die Presse geht, wäre es besser, die Wasserverbände anzusprechen und sich mit der Wahrheit vertraut zu machen.

In Hessen werden 16 000 Hektar bewässert, die meisten Flächen befinden sich in Südhessen. Bewässerung wird insbesondere in Gemüse- und Sonderkulturen, in Obstbeständen und Kartoffeln eingesetzt. Die Wasserrechte liegen zu einem Hauptteil bei den hessischen Boden- und Beregnungsverbänden.

Newsletter "Guten Morgen Bergstraße"

In den 1980er Jahren wurde in Biebesheim aus Mitteln des Landwirtschaftshaushaltes der EU ein kombiniertes Infiltrations- und Beregnungswasserwerk errichtet. Es versorgt 5000 Hektar Beregnungsfläche im mittleren Ried mit aufbereitetem Rheinwasser in Trinkwasserqualität und ersetzt das von den Wasserwerken in der Region entnommene Grundwasser, indem dasselbe aufbereitete Rheinwasser in Trinkwasserqualität in großen Mengen per Infiltration wieder dem Grundwasser zugeführt wird. Die Infiltration wird in Trockenjahren hochgefahren und in nassen Jahren eingestellt. Ergebnis: Selbst in den zurückliegenden Trockenjahren konnte das Niveau des festgelegten Grundwasserspiegels eingehalten werden. Zwei Verbände betreiben die Anlagen: der Wasserverband Hessisches Ried (WHR) die Infiltration, der Beregnungswasserverband Hessisches Ried (BWHR) die Beregnung.

Keine staatliche Unterstützung

Landwirte zahlen für die Beregnung die Vollkosten. Es gibt seit vielen Jahren keine staatliche Unterstützung. In diesem Jahr traf sich der Vorstand des BWHR in Lampertheim monatlich, um zehn Prozent des Beregnungswassers einzusparen und um zu verhindern, dass in den nächsten Jahren weniger Wasser zur Verfügung steht. Es darf zwar in Trockenjahren bis zu 50 Prozent mehr entnommen werden. Das wird aber dann in den Folgejahren abgezogen (Sieben-Jahresmittel). Trotz des Extremtrockenjahres hat dieses Ansinnen geklappt.

Mehr zum Thema

Landwirtschaft

Gewässerverbands-Chef beklagt „verschwenderische Bewässerung“

Veröffentlicht
Von
Stephen Wolf
Mehr erfahren

Die Vorkosten der angebauten Kulturen reichen von 7000 Euro bei Kartoffeln über 15 000 Euro bei Spargel und Erdbeeren bis zu 30 000 Euro bei Jungpflanzen. Eine funktionierende und ausreichende Beregnung ist eine conditio sine qua non. Hier wird kulturartbedingt der Einsatz von Tropfbewässerung bei Erdbeeren und Spargel praktiziert.

Aufwand und Ertrag

Außerhalb des Einflussbereichs vom BWHR, meist in den Böden der Flussauen, sind die Wasser- und Bodenverbände zuständig, im südlichen Ried der Beregnungs- Boden und Landschaftspflegeverband Hofheim (BBLV). Hier entnehmen die Landwirte mit Motorpumpen aus Flachbrunnen das Beregnungswasser. Auch hier erfolgt die Messung der entnommenen Mengen. In den Auen werden Regenmaschinen eingesetzt und Kreisregner. Diese laufen meist nachts, wenn die Felder länger sind natürlich auch am Tag. Die Felder sind meist größer und die Kulturen oft nicht so wertschöpfungsintensiv. Bei Speisezwiebeln gab es Versuche zur Tropfberegnung, auch bei Kartoffeln. Entweder war die Wiederverwendbarkeit eingeschränkt oder der Arbeitsaufwand zu groß im Verhältnis zum Ertrag. Es wird aber sehr viel Forschung betrieben in puncto Messung des Bodenwassergehalts, um den richtigen Einsatzzeitpunkt der Beregnung zu ermitteln. In Anbetracht des hohen Dieselpreises haben etliche Landwirte eine Beregnungsgabe weniger gegeben oder 20 bis 25 Prozent der Gaben reduziert.

Willi Billau

Lampertheim

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1