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Geldanlage - Das Depot Bergstraße/Südhessen läuft seit Wochen allen davon / Seitwärtsbewegung in den beiden anderen Depots

Aktien aus der Region erfreuen Anleger

Von 
Kai Segelken
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Die zahlen von TE Connectivity mit seinem großen Standort in Bensheim deuten auf weiteres Wachstum hin. Der Aktienkurs bewegt sich unverändert nahe der Höchstwerte aus dem August. © Thomas Zelinger

Bergstraße. Deutschlands Leitindex Dax ging vor mehr als drei Jahrzehnten an den Start und präsentierte seitdem unverändert 30 Konzerne aus der ersten Reihe deutscher Aktiengesellschaften. Damit ist in wenigen Tagen Schluss: Zum 20. September steigt die Zahl der dax-notierten Unternehmen von 30 auf 40. Mit dem Flugzeughersteller Airbus bekommt der Dax ein weiteres Schwergewicht – vergleichbar mit dem Autohersteller Daimler oder dem Versicherungsriesen Allianz. Neu im Dax sind zudem der Chemikalienhändler Brenntag, der Kochboxenlieferant HelloFresh, die Holdinggesellschaft Porsche, der Sportartikelhersteller Puma, das Biotechnologie- und Diagnostikunternehmen Qiagen, der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise und der Online-Modehändler Zalando.

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Drei Regionen – drei Depots: Das Aktienranking des Bergsträßer Anzeigers

Der Bergsträßer Anzeiger hat verschiedene regionale Aktiendepots zusammengestellt und berichtet in regelmäßigen Abständen über die Entwicklung dieser (fiktiven) Geldanlagen.

Im Depot Bergstraße/Südhessen sind die Anteilsscheine des Dentaltechnikweltmarktführers Dentsply Sirona enthalten, ebenso die Papiere von TE Connectivity. Beide Konzerne sind an US-Börsen notiert. Für den besseren Vergleich werden Euro-Wechselkurse verwendet. Mit von der Partie sind die Anteilsscheine des Flurfördertechnikunternehmens Jungheinrich und des Zwingenberger Biotechunternehmens Brain. Nicht fehlen darf natürlich der Dax-Konzern Merck aus Darmstadt.

Im Depot Rhein-Neckar liegen Aktien des Softwarekonzerns SAP, des Mannheimer Energieversorgers MVV, von Südzucker, dem Schmierstoffkonzern Fuchs Petrolub sowie der BASF.

Das Depot Rhein-Main enthält Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank, sowie von Lufthansa und Fraport. Hinzu kommt der Bad Homburger Fresenius-Konzern. mir

Repräsentativere Abbildung

Ziel der bereits im vergangenen November beschlossenen Dax-Vergrößerung ist es, die deutsche Wirtschaft repräsentativer abzubilden. Im Gegenzug verkleinert der Frankfurter Marktbetreiber den MDax der mittelgroßen Werte von 60 auf 50 Titel.

Unterdessen ist der Aktienindex auf eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt, nachdem er Mitte August einen neuen Höchststand bei fast 16 000 Punkten erklommen hatte. Aktuell bewegt er sich nur geringfügig unterhalb dieser Marke.

Im BA-Aktienranking haben sich die Papiere aus dem Depot Südhessen/Bergstraße auch in den vergangenen vier Wochen wieder sehr gut entwickelt. Es legte in den vergangenen vier Wochen um rund vier Prozent zu. Die Papiere aus dem Depot Rhein-Neckar bewegten sich hingegen seitwärts – ein kleines Minus ist zu verbuchen. Die dunklen Wolken über dem Depot Rhein-Main erweisen sich als ausgesprochen hartnäckig. Weder die Luftfahrt- noch die Bankenwerte zeigen positive Tendenzen.

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Seitwärts auf hohem Niveau

Im Depot Südhessen/Bergstraße bewegt sich die Aktie von TE Connectivity nahe der Höchstwerte aus dem August. Die kräftige Aufwärtsbewegung der vergangenen Monate allerdings kam zuletzt ins Stocken. Gut möglich, dass die Anleger das Papier mittlerweile als gut bezahlt einschätzen. Die Zahlen des Unternehmens mit seinem großen Standort in Bensheim deuten dennoch unverändert auf weiteres Wachstum hin.

Seitwärts bewegt sich auch der Kurs von Dentsply Sirona, dem größten Arbeitgeber im Kreis Bergstraße mit seinem Standort in Bensheim – trotz der rundum guten Quartalszahlen, die im August präsentiert worden waren.

Gute Zahlen hat auch der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck vorzuweisen. Die britische Investmentbank Barclays hatte zu Monatsbeginn das Kursziel von 155 auf 175 Euro angehoben und die Einstufung auf „Equal Weight“ belassen. Analystin Rosie Turner begründete das höhere Kursziel mit einem angehobenen Bewertungsmultiplikator. Ein kleiner Aufschlag im Vergleich zu anderen mittelgroßen Pharmakonzernen sei angebracht wegen des langlebigen Wachstumsprofils der Darmstädter. Aktuell bewegt sich die Merck-Aktie jedoch mit knapp 200 Euro schon deutlich oberhalb des angehobenen Kursziels.

Analyst lobt Jungheinrich

Ohne wesentliche Veränderungen notierte der Aktienkurs des Zwingenberger Biotechunternehmens Brain. Immerhin bewegt sich der Kurs wieder über dem Niveau vom Börsengang. Analysten und Anleger dürften unverändert darauf warten, dass Brain Gewinne ausweisen kann.

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Den Anlegern Freude bereitet nach wie vor die Aktie des Gabelstaplerherstellers Jungheinrich. Die DZ Bank hat kürzlich den fairen Wert für die Aktien von Jungheinrich von 48 auf 55 Euro angehoben und die Einstufung auf „Kaufen“ belassen. Das erste Halbjahr biete eine gute Basis, um dank der ungebrochenen Dynamik für Gabelstapler- und Logistikautomation das mittelfristige Acht-Prozent-Margenziel schon 2021 zu erreichen, so Analyst Alexander Hauenstein.

Furcht vor einer Normalisierung

Im Depot Rhein-Neckar bewegt sich die Aktie von SAP auf hohem Niveau seitwärts. Die NordLB hat am Dienstag die Einstufung für SAP auf „Halten“ mit einem Kursziel von 122 Euro belassen. Im Jahr 2021 werde für die IT-Ausgaben nach einem pandemiebedingt durchwachsenen Jahr 2020 ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich erwartet, schrieb Analyst Alexander Zienkowicz in einer Branchenstudie zu Technologiewerten. Die dafür treibenden Kräfte seien Digitalisierungs- und Optimierungsprojekte.

Die Aktie des Chemiekonzerns BASF entfernt sich langsam, aber sicher von den Frühjahrs-Höchstwerten. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat am Montag die Einstufung für BASF auf „Equal-weight“ mit einem Kursziel von 78 Euro belassen. Gegen Ende des Jahres 2021 seien Nachfrage und Profitabilität im europäischen Chemiesektor weiter gesund, doch die Furcht vor einer Normalisierung halte an, schrieb Analyst Charles Webb.

Auf den Spitzenwert von Mitte August hat die Aktie der MVV Energie AG noch einmal etwas draufgelegt. Die hohe Dividendenrendite des Papiers wissen die Anleger zu honorieren. Nach einem sommerlichen Einbruch sind die Südzucker-Aktien wieder auf dem Frühjahrs-Niveau angekommen. Die Investmentbank Warburg Research hat das Kursziel für Südzucker von 17,90 auf 18,00 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Die Entwicklung der Zuckerpreise schaffe gute Voraussetzungen für eine Wende bei dem Lebensmittelhersteller, so Analyst Oliver Schwarz. Im kommenden Geschäftsjahr sollte sich dies positiv auf die Ergebnisse auswirken.

Dunkle Wolken über Rhein-Main

Gut läuft es auch beim Schmierstoffkonzern Fuchs Petrolub – auch wenn das Papier von den hohen Werten am Jahresanfang noch weit entfernt ist, so erwies sich die Aktie doch in den vergangenen Wochen als stabil.

Überhaupt nicht aus dem Quark kommen dagegen die Wertpapiere im Depot Rhein-Main. Nach einer leichten Erholung im Frühjahr ist die Aktie der Deutschen Bank in den uninspirierten Durchschnittstrott zurückgefallen. Nicht viel besser ergeht es der Commerzbank. Aber immerhin: Die Schweizer Großbank UBS hat zu Monatsbeginn die Commerzbank nach einem in diesem Jahr schwachen Kursverlauf von „Sell“ auf „Neutral“ hochgestuft und das Kursziel von 4,80 auf 5,30 Euro angehoben. Während der europäische Bankensektor seit Jahresbeginn um rund 25 Prozent gestiegen sei, hätten Commerzbank-Aktien auf der Stelle getreten, schrieb Analyst Daniele Brupbacher. Noch schlechter seien nur die Papiere der britischen Standard Chartered und der schweizerischen Credit Suisse gelaufen.

Die Lufthansa hatte ihre Hoffnungen unter anderem auf die Öffnung des nordatlantischen Flugverkehrs für geimpfte Europäer gesetzt – und wurde enttäuscht. Das ist einer der Gründe dafür, dass sich das Passagiergeschäft nur sehr langsam erholt. Immerhin läuft der Frachtbereich unverändert gut. Die Anleger sind bei der Aktie des Luftfahrtkonzerns aber nach wie vor zurückhaltend. Das Papier verliert weiter an Wert.

Warten auf den Aufschwung

Nur wenig besser sieht die Sache beim Flughafenbetreiber Fraport aus. Enttäuschte Hoffnungen ließen die Aktie in eine Seitwärtsbewegung trudeln, der langersehnte Aufschwung lässt weiter auf sich warten.

Die Aktie des Fresenius-Konzerns dagegen hat in den vergangenen vier Wochen spürbar Federn gelassen und notiert aktuell rund fünf Prozent niedriger.

Redaktion Kai Segelken ist Redakteur beim Bergsträßer Anzeiger im Ressort Region.

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