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Pandemie

Ab Dienstag gelten im Kreis Bergstraße wieder strengere Corona-Regeln

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Sina Roth
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Aus dem Bergsträßer Landratsamt (Bild) wird es eine neue Allgemeinverfügung geben, sobald der Kreis erneut den Corona-Inzidenzwert von 100 überschritten hat. © Funck

Von Sina Roth

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Bergstraße. Da der Kreis Bergstraße wahrscheinlich am morgigen Freitag die 100er-Inzidenz-Marke nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts überschreiten wird, wird der Kreis in diesem Fall eine Allgemeinverfügung auf den Weg bringen. Diese werde mutmaßlich in der ersten Hälfte der kommenden Woche in Kraft treten, wie Landrat Christian Engelhardt am Donnerstag erklärte. „Einige der Maßnahmen brauchen eine gewisse Umsetzungszeit“, so der Landrat bei der ersten Corona-Pressekonferenz nach den Sommerferien. Mit dieser Allgemeinverfügung würden dann die im Eskalationskonzept des Landes Hessen festgesetzten Regelungen ab einer Inzidenz ab 100 gelten.

52 neue Corona-Fälle am Donnerstag Am Donnerstag wurden im ...

52 neue Corona-Fälle am Donnerstag Am Donnerstag wurden im Kreis Bergstraße 52 neue Corona-Infekti onsfälle gemeldet - darunter acht in Bensheim, neun in Heppenheim, vier in Lorsch sowie ein Fall in Ein hausen. In mehreren Schulen und Kitas

Zu erwartende Auswirkungen

Im öffentlichen Raum dürfen sich dann unter anderem maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen oder zwei Hausstände treffen. Kinder bis einschließlich 14 Jahre sowie Genesene und vollständig Geimpfte zählen nicht mit. Außerdem gibt es die Anordnung, medizinische Masken in den Schulen auch am Sitzplatz zu tragen.

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Einlass zu Zusammenkünften, Fachmessen, Veranstaltungen und Kulturangeboten ist dann auch im Freien nur mit Negativnachweis möglich. Ab einer Inzidenz von 100 gilt eine Teilnehmerbegrenzung für Veranstaltungen, Kulturangebote und größere Zusammenkünfte auf 200 Personen im Freien und 100 Personen in Innenräumen (zuzüglich Geimpfte/Genesene). Es besteht aber die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen - das wäre eine Option für diejenigen, die in der kommenden Woche eine Veranstaltung planen, die über den dann mutmaßlich erlaubten Rahmen hinausgehen, so der Landrat. Demnach müssten Veranstalter, wenn die neuen Regeln in Kraft sind, in der Mitte der Woche umschwenken, es sei denn, sie stellen einen Genehmigungsantrag.

Außerdem muss dann eine FFP2- oder gleichwertige Maske im ÖPNV getragen werden, und es besteht die generelle Empfehlung zum Homeoffice. Einlass auf die Außenflächen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie von Sportstätten (Fitnessstudios, Hallenbäder oder Sporthallen) ist dann nur mit Negativnachweis möglich. Ausnahmen bestehen für Spitzen- und Profisport. „Ab einer Inzidenz von 100 gelten auch Zugangsbegrenzung im Einzelhandel“, so Engelhardt. In die Außengastronomie dürfen dann nur Gäste mit Negativnachweis - ausgenommen hiervon sind Betriebsangehörige in Betriebskantinen.

Wie Engelhardt erklärt, gelten diese Maßnahmen aber nicht automatisch, sondern erst, wenn die Allgemeinverfügung greift. „Wir sehen die Inzidenz als Maßstab jedoch als schwierig an. Das haben wir schon oft kommuniziert“, so Engelhardt. Daher blicke er auch auf die Entscheidung des Bundesrates in der kommenden Woche: „Dann könnte ein neues Indikatoren-Set für die Ergreifung von Maßnahmen als Bestandteil des Eskalationskonzeptes in Kraft treten“ so Engelhardt. Die Inzidenz sei lediglich ein Hilfsfaktor.

„Durch die Impfung werden die Verläufe deutlich milder“, so Engelhardt. Das sollte man beachten. Maßnahmen an die Inzidenz zu verknüpfen, sei nicht mehr die richtige Herangehensweise. Außerdem macht sich Engelhardt für die Anwendung 3G-Regel stark: „Ich kann mir die 3G-Regel als Voraussetzung an der Teilnahme am öffentlichen Leben vorstellen.“

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Aktuelle Fälle in Schulen und Kitas

Wie die Bergsträßer Gesundheitsdezernentin Diana Stolz berichtet, liegen momentan alle Altersgruppen bis 40 Jahre deutlich über einer Inzidenz von 100. Bei den 16- bis 25-Jährigen liegt sie deutlich über 200. Das Durchschnittsalter aller Infizierten liege derzeit zwischen 33 und 34 Jahren. Der Anteil an Reiserückkehrern bei den aktuellen Fällen liege bei weit unter zehn Prozent am aktuellen Infektionsgeschehen.

„Eine ganze Reihe von Einrichtungen ist momentan betroffen. Im Schulteam ploppen gerade nach und nach weitere Fälle auf. Aktuell sind 18 Schulen betroffen mit insgesamt 28 Schüler, einer bis vier Fälle pro Einrichtung.“ Zwar seien derzeit viele Schulen betroffen, so Stolz, das sei aber zu erwarten gewesen. „Im Moment sind es Einzelfälle, die durch die Testungen schnell erkannt worden sind und die eine weitere Ausbreitung verhindern sollen.“

In sieben Kitas gebe es derzeit acht Fälle. Und noch immer sei die Pflegeeinrichtung in Rimbach mit insgesamt 24 Bewohnern betroffen. „Impfdurchbrüche sind dort momentan ein großes Thema“, so Stolz. Unter Impfdurchbrüchen versteht man Corona-Erkrankungen bei geimpften Menschen. „Insgesamt kann es zu Impfdurchbrüchen in allen Altersgruppen kommen“, so Stolz. „Dennoch gibt es grundsätzlich einen günstigeren Verlauf bei Geimpften.“ Derzeit sei es fünf- bis sechsmal mal wahrscheinlicher, sich ohne Impfung im Kreis zu infizieren, als mit. Derzeit gebe es bei Impfungen mit dem Biontech-Impfstoff vermehrt Durchbrüche. „Allerdings wäre es falsch, dadurch einen Rückschluss zu ziehen, da Biontech im Kreis auch vorrangig verimpft wurde. Impfdurchbrüche gibt es bei allen Impfstoffen.“

Stationär untergebracht seien derzeit elf Corona-Fälle aus dem Kreis im Alter von Mitte 20 bis über 90 und mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren. Drei der elf Personen liegen auf Intensivstationen, davon eine mit Impfdurchbruch. In der Altersgruppe der 60- bis 80-Jährigen gebe es eine aktuell niedrige Inzidenz.

Impf-Schwerpunkt bei Ärzten

Der Schwerpunkt des Impfens liege bei den niedergelassenen Ärzten. Dennoch seien weiterhin mobile Impf-Teams im Einsatz, um die niedergelassenen Mediziner zu unterstützen. „Beispielsweise bei Auffrischungsimpfungen in Einrichtungen. Wir bieten außerdem Impfungen für über 12-Jährige in Schulen an. Die Teams impfen mobil vor Ort, wenn genug Bedarf besteht.“ Seit Mittwoch bietet der Kreis auch Auffrischungsimpfungen im Impfzentrum, insbesondere für die über 80-Jährigen an.

Kreisbeigeordneter Karsten Krug berichtet von einer moderaten Zunahme der gemeldeten Verfahren bei der Bußgeldstelle. Aktuell seien es 1829 - 1788 waren es Mitte Juli. Eine erfreuliche Nachricht: Seit einigen Wochen gebe es keinen einzigen Indexfall mehr in Gemeinschaftsunterkünften.

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