Corona-Forschung - Wissenschaftler warnen vor Lockerungen Unsicherheit über Wege der Mutanten

Von 
Laura Réthy
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Können von Zeit zu Zeit mutieren: Corona-Viren unter dem Mikroskop. © dpa

Berlin. Die Infektionszahlen in Deutschland gehen langsam zurück. Und mit diesem langsamen Abflachen der Kurve hat die Debatte über erste Lockerungen begonnen. Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnen ausdrücklich vor einem solchen Schritt. Sorge bereiten ihnen vor allem die mutierten Varianten des Coronavirus, die auch in Deutschland nachgewiesen wurden. Wie verbreitet die Mutanten sind, ist derzeit jedoch noch unklar.

Warnung vor Nachlässigkeit

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Die Variante B.1.1.7, die erstmals in Großbritannien aufgetreten ist, werde sich in Deutschland durchsetzen, ist sich die Virologin Melanie Brinkmann vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sicher. „Denn sie ist infektiöser und wird mehr Menschen zur gleichen Zeit anstecken als die alte Variante“, sagte Brinkmann am Montag im Gespräch mit dem Deutschlandfunk. Ein Abfallen der Kurve werde bei manchen Menschen bewirken, dass man sich jetzt entspannen könne. Und das sei im Hinblick auf die Varianten jetzt die große Gefahr.

Laut ersten Analysen liegt der Anteil von B.1.1.7 in Deutschland bei knapp sechs Prozent der analysierten Proben, wie das Robert-Koch-Institut am vergangenen Freitag mitteilte. Repräsentativ sind die Zahlen nicht. „Die Daten des ersten Berichts zeigen, dass B.1.1.7 in Deutschland bereits flächendeckend Fuß gefasst hat und zunehmend am Infektionsgeschehen beteiligt ist“, sagt Hartmut Hengel, Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Freiburg. Aussagekräftige Schlussfolgerungen seien allerdings noch nicht möglich. Auch der Koordinator der Deutschen Covid-19 Omics Initiative, Joachim Schultze, betont die noch unzureichende Datenlage.

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