PolitbarometerJuni I 2021 (KW 23 - Teil 1)

Grüne stürzen ab - CDU legt bundesweit deutlich zu

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dls / Forschungsgruppe Wahlen
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Symbolbild © Bernd Weissbrod

Mannheim. Die politische Stimmung in Deutschland bleibt hochvolatil: Nach einem Zwischenhoch im April und ihrem Absturz im Mai legt die Union unmittelbar nach dem CDU-Erfolg in Sachsen-Anhalt bundesweit wieder deutlich zu. Die Grünen verlieren heftig, die SPD wird etwas stärker, und die FDP etwas schwächer, AfD und Linke sind stabil. Anfang Juni wird die CDU/CSU bei 34% (+10) gemessen, die SPD bei 16% (+1), die AfD bei 7% (+/-0), die FDP bei 10% (-1) und die Linke bei 6% (+/-0). Die Grünen kommen auf 23% (-8), die Freien Wähler auf 3% (-1) und die sonstigen Parteien zusammen auf 2% (-1).   

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Politbarometer

Vom 7.6. bis 9.6.2021 hat die Forschungsgruppe Wahlen 1.232 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte in Deutschland telefonisch befragt; dabei wurden Festnetz- und Mobilfunknummern berücksichtigt. Nächstes bundesweites Politbarometer: Freitag, der 25.06.2021. 

Da mit Umfragen immer nur Stimmungen in der Bevölkerung zum Zeitpunkt der Befragung gemessen werden, sind Schlussfolgerungen auf eine mögliche Wahlentscheidung an einem weit entfernt liegenden Wahltag nicht zulässig.

Die Politbarometer-Ergebnisse sind wie immer politisch nicht gewichtet. Ein Vergleich der Wahlabsichtsfrage und der Sympathiemessungen der Politbarometer-Untersuchungen mit den politisch gewichteten Ergebnissen anderer Institute ist daher nur bedingt möglich. Aus diesem Grund veröffentlicht das Politbarometer die „Projektion“, bei der die in den aktuellen Untersuchungen gemessenen politischen Stimmungen auf ein Wahlergebnis für eine Bundestagswahl übertragen werden, falls diese am nächsten Sonntag stattfinden würde.

Dieser errechneten Projektion liegen Erkenntnisse über die langfristige, sozial-strukturell begründete Stabilität im Wählerverhalten bei Bundestagswahlen zugrunde sowie Erkenntnisse über den theoretischen Ausgang einer Bundestagswahl unter „normalen“ Bedingungen, d. h. ohne die Überzeichnungen in der aktuell gemessenen politischen Stimmung. Neben strukturellen Faktoren werden zudem taktisches Verhalten sowie die fehlende Bekenntnisbereitschaft von Anhängern der Parteien an den Rändern des Parteienspektrums berücksichtigt.

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Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde sich die CDU/CSU – kommend von einem historischen Politbarometer-Tief – auf 28% (+4) verbessern, die SPD käme verbessert auf 15% (+1), die AfD auf 11% (+/-0), die FDP auf 10% (-1) und die Linke auf 7% (+/-0). Die Grünen würden noch 22% (-3) erreichen, die Freien Wähler 3% (+/-0) und die sonstigen Parteien zusammen 4% (-1). Mehrheiten gäbe es bei einem solchen Ergebnis für Schwarz-Grün und ebenso für eine Koalition aus Grünen, SPD und FDP. Für eine schwarz-rote Koalition oder für Grün-Rot-Rot würde es nicht reichen. 

Bundestagswahl: Vorentscheidung und Siegchancen 

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Doch auch wenn sich die Union in der Projektion jetzt wieder vor die Grünen schiebt, gilt der Ausgang der Bundestagswahl als weit offen: Für 78% der Deutschen ist „heute noch nicht klar“, wer die Bundestagswahl gewinnt, für 21% ist diese Entscheidung bereits gefallen.  

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Die besten Chancen auf einen Wahlsieg im September hat zurzeit für 64% die Union mit Armin Laschet, 9% rechnen bei der Bundestagswahl mit einem Sieg der Grünen und Annalena Baerbock, für 3% wird die SPD mit Olaf Scholz gewinnen, 9% sehen sonstige Sieger und 15% wagen keine Prognose, wer die kommende Bundestagswahl gewinnen wird. 

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