Jugendliche - Empfohlene Impfung nur bei Vorerkrankung

Experten der Stiko sehen Risiken

Von 
dpa
Lesedauer: 
Die Stiko-Experten sehen die generelle Impfung von Kindern kritisch. © dpa

Berlin. Die Ständige Impfkommission (Stiko) wird wohl zunächst keine generelle Empfehlung zum Impfen von Kindern und Jugendlichen gegen Corona aussprechen – obwohl sich alle ab 12 theoretisch seit Montag impfen lassen können. Laut einem vorläufigen Entwurf empfiehlt die Stiko, dass nur Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren geimpft werden sollen, die bestimmte Vorerkrankungen haben.

AdUnit urban-intext1

Das Gremium nennt in einem als vertraulich gekennzeichneten Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, rund ein Dutzend Krankheitsbilder, die mit anzunehmendem erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf einhergehen. Darunter sind etwa Adipositas, chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion und chronische Niereninsuffizienz.

Spahn will impfen lassen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits angekündigt, ohne die Empfehlung der Stiko zu starten. Kinder und Jugendliche sollen in die Impfkampagne eingebunden werden. Es sei dann eine individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindern und den Ärzten. Wie es im Empfehlungsentwurf heißt, soll der Piks „nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten möglich“ sein. Impfstoffe sind aber weiter rar, speziell für Kinder reservierte Dosen gibt es nicht. Für mehrere Experten ein Argument, mit dem Immunisieren gesunder Kinder zu warten.

Mehr zum Thema

Aktuelle Zahlen

Coronavirus aktuell: Fallzahlen aus der Metropolregion Rhein-Neckar und dem Main-Tauber-Kreis

Veröffentlicht
Mehr erfahren
Täglich aktualisierte Grafiken

Coronavirus in Mannheim: Fallzahlen, Regeln und Impfungen

Veröffentlicht
Von
Daniel Kraft
Mehr erfahren
Das Wichtigste auf einen Blick

Die aktuelle Corona-Lage im Liveblog

Veröffentlicht
Mehr erfahren

Die Stiko-Experten sprachen zuletzt mehrfach von Wissenslücken bezüglich der Sicherheit des Impfstoffs in der Altersgruppe: Verwiesen wurde auf die geringe Zahl an geimpften Probanden und eine kurze Nachbeobachtungszeit. Hinzu kommt: Wenn sich gesunde Kinder mit Sars-CoV-2 infizieren, haben sie laut Fachleuten ein sehr geringes Risiko, schwer zu erkranken. Der Nutzen der Impfung wiegt also möglicherweise ihr Risiko nicht auf. 

AdUnit urban-intext2

Thema : Coronavirus

  • Thema des Tages Endet bald die Maskenpflicht?

    Welche Vorsichtsmaßnahmen sind noch nötig, wenn die Ansteckungen mit dem Coronavirus weiter zurückgehen? Bei Masken, an die sich viele gewöhnt haben, wird deutlich: Es kommt auf draußen oder drinnen an. Unterdessen nimmt die Zahl der Neuinfektion in ganz Deutschland weiter ab. In Mannheim etwa wurde von der Stadtverwaltung am Montag nur ein neuer Corona-Fall gemeldet. Für Ansturm in den Apotheken sorgte zum Wochenstart hingegen der elektronische Impfausweis, der teilweise dort ausgestellt wird. Fest steht, dass trotz sinkender Infektionszahlen Politik und Wirtschaft vorerst überwiegend an der Maskenpflicht als Corona-Schutz festhalten wollen. Lockerungen im Freien rücken aber zusehends in den Blick. Die Bundesregierung mahnte auch angesichts neuer Virusvarianten zur Vorsicht vor allem in Innenräumen. „Wir haben alle mehr davon, wenn wir uns noch ein wenig disziplinieren“, sagte Vize-Sprecherin Martina Fietz am Montag in Berlin. Auch von Ländern, Kommunen und dem Handel kamen Warnungen vor zu raschen Lockerungen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) befürwortete ein Ende der Maskenpflicht draußen als ersten Schritt. Spahn hatte dieser Redaktion zuvor gesagt: „Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen.“ Dies beziehe sich schon „auf den aktuellen Zustand“ der Pandemie, erklärte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage. Für Open-Air-Konzerte und andere Zusammenkünfte müssten regionale Hygienekonzepte gelten. Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sagte der „Rheinischen Post“: „In Außenbereichen kann eine Maskenpflicht eigentlich sofort wegfallen.“ Handel zurückhaltend Der Handelsverband Deutschland reagierte zurückhaltend auf Rufe nach einem Ende der Maskenpflicht. „Wir müssen jetzt alles vermeiden, was die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie gefährdet und möglicherweise in einen nächsten Lockdown führt.“ Kunden und Händler hätten sich an die Maskenpflicht gewöhnt. Sie sollte erst abgeschafft werden, wenn Experten aus Medizin und Politik es für verantwortbar halten. Seit Montag können geimpfte Personen sich in Apotheken oder Impfzentren einen digitalen Nachweis ihrer Impfung erstellen lassen. Apothekerinnen und Apotheker in Mannheim berichten von einer hohen Nachfrage direkt am ersten Tag. Das Interesse an den Zertifikaten sei „sehr groß“, sagte Thomas Luft, Sprecher der zum Bezirk Mannheim gehörenden Apotheken. Allerdings sei es morgens zu technischen Problemen mit der Software gekommen. Im Impfzentrum in der Maimarkthalle laufe dagegen alles wie angekündigt, berichtete Rathaus-Sprecher Ralf Walther. dpa/cs

    Mehr erfahren
  • QR-Code statt gelber Pass Hohe Nachfrage in Mannheim nach digitalem Impfzertifikat

    Seit Montag können geimpfte Personen sich in Apotheken oder Impfzentren einen digitalen Nachweis ihrer Impfung erstellen lassen. In Mannheim ist die Nachfrage groß. Doch nicht alles läuft am ersten Tag reibungslos.

    Mehr erfahren
  • Bürstadt Delta-Variante nachgewiesen

    Der Kreis Bergstraße meldet, dass eine 59-jährige Person aus Lampertheim im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben ist. Die Anzahl der Neuinfektionen ist weiterhin gering. Seit Samstag sind fünf Ansteckungen registriert worden. Darunter zwei in Lampertheim. Für Viernheim wurden zwei Infektionen nachgemeldet. Die Inzidenz liegt bei 19,6. Bei einem Infektionsfall der vergangenen Tage aus dem Kreis Bergstraße wurde die Delta-Variante nachgewiesen. In Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim liegen keine neuen Meldungen vor. Sieben Personen aus dem Kreis befinden sich mit einer Corona-Infektion in stationärer Behandlung. ps {furtherread} {element}

    Mehr erfahren