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 Corona - Eisenmann und Lucha einigen sich auf Kompromiss Zwei Tests pro Woche für Lehrer

Von 
Michael Schwarz
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Stuttgart. Zuerst haben sie ihre Meinungsverschiedenheiten öffentlich ausgetragen, jetzt gibt es zumindest einen ersten Kompromiss: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und Sozialminister Manne Lucha (Grüne) haben sich darauf verständigt, die Corona-Tests an Schulen und in Kitas auszuweiten. Doch es bleiben weiterhin Fragen offen. Kern des Beschlusses ist, dass das Personal an Bildung- und Betreuungseinrichtungen in Präsenz zunächst bis Ostern – also in den nächsten beiden Monaten – ein Angebot von zwei Corona-Antigenschnelltests pro Woche erhalten soll.

„Ein zentraler Schlüssel“

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Das Angebot gilt für alle Mitarbeiter an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, Grundschulen, weiterführenden Schulen, Kitas und in der Kindertagespflege. Voraussetzung ist, dass die Personen vor Ort und nicht im Homeoffice tätig sind. Die Tests können in Anspruch genommen werden, auch wenn keine Symptome vorhanden sind. Mit diesem Konzept soll vor allem auch eine mögliche schrittweise Öffnung nach den Fasnachtsferien von Grundschulen und Kitas flankiert werden, falls dies das Infektionsgeschehen zulasse, teilen Eisenmann und Lucha mit.

Wann sich unter anderem Lehrer oder Erzieherinnen innerhalb einer Woche testen lassen wollen, können sie selbst entscheiden. Wer das Angebot in Anspruch nimmt, muss hierzu eine Arztpraxis oder Apotheke aufsuchen. Ziel sei es, so heißt es im Sozialministerium, dass die nötige Infrastruktur für die Testungen des Personals an Bildungs- und Betreuungseinrichtungen bis zum 21. Februar landesweit in ausreichendem Maße zur Verfügung stehe. Nach Ostern soll das Konzept dann evaluiert werden.

Nach der bisherigen Regelung hätten Lehrer und Erzieherinnen bis Ostern die Möglichkeit gehabt, sich insgesamt drei Mal testen zu lassen. „Regelmäßige, anlasslose Schnelltests sind ein zentraler Schlüssel, um schrittweise wieder zu mehr Normalität an Kitas und Schulen zu kommen“, erklärt Eisenmann. Gerade auch wegen der Mutanten sei für sie klar, dass ein Strategiewechsel bei den Corona-Testungen zwingend erforderlich gewesen sei.

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Ursprünglich hatte die CDU-Politikerin umfassendere Maßnahmen gefordert und dafür eine Teststrategie mit der Tübinger Notärztin Lisa Federle erarbeitet. Darin enthalten waren drei kostenlose Schnelltests für Mitarbeiter an Schulen und Kitas pro Woche. Zudem erneuert Eisenmann ihre Forderung, das Angebot auszuweiten. So sollten auch andere Gruppen, die täglich mit vielen Menschen Kontakt haben, in den Blick genommen werden, teilt sie mit – und meint damit Polizisten oder Verkäuferinnen. Hier schiebt Lucha jedoch zunächst einen Riegel vor. Das sei nicht der Auftrag gewesen.

Korrespondent