ÖPNV - Landesregierung will flexiblere Abo-Modelle fördern Fahrgast zahlt nur nach Kilometern

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Grün-Schwarz will den ÖPNV mit neuen Tarifen attraktiver machen. © dpa

Stuttgart. Die grün-schwarze Landesregierung will neue Abo-Modelle für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf den Weg bringen. Laut der Kabinettsvorlage von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) für die heutige Sitzung des Ministerrats, die unserer Redaktion vorliegt, sollen insgesamt 20 Millionen Euro in neue, sogenannte Flex-Abos investiert werden. Eine Zustimmung des Kabinetts gilt als sicher.

Zwei neue digitale Streckentarife

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Zunächst sollen in zwei Modellregionen im Südwesten zwei neue Tarife getestet werden: Ein neuer digitale Streckentarif besteht nur noch aus einem Preis pro Kilometer und rechnet die gefahrenen Kilometer innerhalb eines Jahres ab. Bei Erreichen von Schwellenwerten (zum Beispiel 1000, 2000 oder 10 000 Kilometer) wird der Kilometertarif immer günstiger. Ab dem höchsten Schwellenwert sind alle weiteren innerhalb des Abrechnungszeitraums gefahrenen Kilometer kostenlos.

Dazu soll ein Home-Zone-Tarif eingeführt werden. Dieser beinhaltet wie bisherige Monatsabos fixe Räume, in denen zu einem Festpreis gefahren werden kann. Neu ist, dass sich dieser Raum nicht wie bisher an Tarifzonen orientiert, sondern von den Fahrgästen selbst festgelegt werden kann. Wer den festgelegten Raum verlässt, muss dann pro Kilometer einen fixen Betrag bezahlen.

Technisch umgesetzt werden sollen die Modelle mit dem landesweit geplanten E-Ticketing. Fahrgäste checken dabei mit dem Handy beim Start- und Zielort ein und aus. CDU-Verkehrsexperte Thomas Dörflinger sagt auf Anfrage: „Das klassische Jahresabo ist nicht mehr für alle ÖPNV-Nutzer das Richtige. Ein flexibles Modell, bei dem man sich nicht vorher festlegen muss, passt daher in diese Zeit.“