Pandemie - Weil am Holocaust-Gedenktag keine Veranstaltung möglich ist, lädt der AK Synagoge zu einem besonderen Stadtgang ein Virtuelle Erinnerung an NS-Opfer

Von 
red
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Der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge erinnert mit seiner App „Virtueller Stadtgang“ an lokale Opfer des Nationalsozialismus. © AK Synagoge

Zwingenberg. Am 27. Januar 1945 wurden die drei Lager des Konzentrationslagers Auschwitz von der sowjetischen Armee befreit – dort waren mehr als eine Million Juden und andere Opfer ermordet worden. Seit 1996 ist der 27. Januar in Deutschland ein gesetzlich verankerter Gedenktag an alle Opfer des Holocausts.

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Der Verein Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge bietet zusammen mit den beiden Zwingenberger Kirchengemeinden an diesem Tag seit vielen Jahren Veranstaltungen an, die an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnern – dazu gehörten beispielhaft der Vortrag des Zeitzeugen Peter E. Kalb über den Auschwitzprozess 1963 bis 1965, der Bericht von Edith Erbrich aus Langen über ihre Verschleppung ins KZ Theresienstadt, der Bildvortrag von Fritz Kilthau über die diversen Lager des KZ-Komplexes Auschwitz sowie die Lesung aus den Biographien von Auschwitz-Überlebenden durch Tobias Lang und Hanns Werner.

Wegen der Corona-Pandemie kann der Auschwitz-Gedenktag in Zwingenberg leider nicht mit einer gemeinsamen Veranstaltung begangen werden. Der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge bietet in diesem Jahr deshalb eine Alternative an:

Er lädt die Bürger Zwingenbergs und darüber hinaus dazu ein, alleine oder mit Familienmitgliedern unter Wahrung der Corona-Auflagen selbständig einige Spuren der NS-Zeit in Zwingenberg zu erkunden. Zwei Möglichkeiten finden sich auf der Webseite des Vereins unter www.arbeitskreis-zwingenberger-synagoge.de:

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Auf der Startseite kann man sich kostenlos die informative Broschüre „Mitten unter uns – Stadtgang auf den Spuren von Verfolgung und Widerstand in Zwingenberg an der Bergstraße 1933-1945“ herunterladen und ausdrucken, oder die App „Virtueller Stadtgang“ mit allen Informationen für Smartphone oder Tablet herunterladen.

15 Stationen umfasst der Stadtgang, der sich auch jeder Zeit auf mehrere Etappen aufteilen oder verkürzen lässt. Der vorgeschlagene Stadtgang beginnt am Ort der ehemaligen letzten Synagoge in der Wiesenstraße, führt zu Wohnorten verfolgter Juden (darunter Moritz Schack, der in Auschwitz ums Leben kam), Kommunisten, Sozialdemokraten – zwei Stationen betreffen schikanierte Zwingenberger Pfarrer. Der Stadtgang endet an der Gedenktafel im Rathaushof.

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„Der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge würde sich freuen, wenn das Angebot für einen selbständigen Stadtgang auf den Spuren der NS-Zeit von vielen Bürgerinnen und Bürgern genutzt wird – vielleicht auch nicht nur zu Corona-Zeiten,“ so Fritz Kilthau, der Vorsitzende des Vereins und Verfasser der Informationsbroschüre. Interessiert ist der Arbeitskreis auch immer an Rückmeldungen zu diesem Stadtgang. red

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Info: www.arbeitskreis- zwingenberger-synagoge.de