Aus dem Magistrat - Rücklage erhöht, Eigenkapitalquote gesteigert und Schulden abgebaut Stadt legt „sehr positiven“ Abschluss für 2018 vor

Von 
Michael Ränker
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Zwingenberg. Kommunen wirtschaften seit der Umstellung von der kameralistischen Haushaltsführung auf die sogenannte „Doppik“ – also die doppelte Buchführung in Konten Soll und Haben – wie Unternehmen. Und sie bleiben daher auch vor deren Form von „Vergangenheitsbewältigung“ nicht verschont – die Rede ist vom Jahresabschluss. Dieses rechnerische Ende eines kaufmännischen Geschäftsjahres fördert zutage, ob es ein gutes oder ein schlechtes Jahr war – der Abschluss der Stadt Zwingenberg für das Jahr 2018 fällt nach Angaben von Bürgermeister Holger Habich „sehr positiv“ aus.

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Der Rathauschef macht das vor allem an drei Eckwerten fest: Der Jahresüberschuss für 2018 beläuft sich auf 1,45 Millionen Euro, die – nochmals gestiegene – Bilanzsumme beträgt 65 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote wird mit 66 Prozent (= 43 Millionen Euro) beziffert.

Rechnungsprüfung erfolgt zurzeit

Den Überschuss aus 2018 habe man in voller Höhe der Rücklage zuführen können, weil aus den Vorjahren keine Posten mehr offen gewesen seien, die man hätte ausgleichen müssen, berichtet Habich weiter über den Jahresabschluss 2018, den die Finanzverwaltung im Rathaus erarbeitet hat und der jetzt im Magistrat beraten und verabschiedet wurde. Zurzeit erfolgt die Prüfung des Zahlenwerks durch das beim Kreis Bergstraße angesiedelte Rechnungsprüfungsamt, bevor dann die Stadtverordnetenversammlung darüber zu beraten und zu entscheiden hat.

2019 vor der Sommerpause fertig

„Sehr schön“, so Habich, auch die Tatsache, dass im Jahr 2018 die Verschuldung des ältesten Bergstraßenstädtchens weiter abgebaut werden konnte: Die Kreditlast sank um 400 000 Euro von 7,6 auf 7,2 Millionen Euro. Am Ende des genannten Haushaltsjahres habe man einen Zahlungsmittelbestand von 3,6 Millionen Euro „in der Kasse“ gehabt.

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Zurzeit ist Sabine Wolf, die Leiterin der städtischen Finanzverwaltung, mit der Erstellung des Jahresabschlusses für das Haushaltsjahr 2019 beschäftigt. Der soll noch vor der Sommerpause vorgelegt werden – und dann folgt das übliche Prozedere: Der Magistrat berät, das Rechnungsprüfungsamt prüft und das Parlament hat das letzte Wort.

So groß die Freude bei Bürgermeister Habich auch über den „sehr positiven“ Jahresabschluss 2018 ist, so zurückhaltend fällt sein Blick in die finanzielle Zukunft des Städtchens aus: „Aktuell haben wir nichts mehr in der Kasse“, macht der Rathauschef keinen Hehl daraus, dass zurzeit der sogenannte Kassenkredit – also das, was beim Privatkonto der „Dispo“ ist – in Anspruch genommen werden muss.

Strapazierter Sparstrumpf

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Die stattliche Ergebnisrücklage von 6,4 Millionen Euro am Ende des Haushaltsjahres 2018 sei in 2019 „abgeschmolzen“ worden – zumal die Höhe der Ergebnisrücklage „überhaupt nichts darüber aussagt, was man tatsächlich in der Kasse hat“. Im vergangenen Jahr habe man zwar keine neuen Schulden machen müssen und Investitionen und Sondertilgungen vom Ersparten finanzieren können, doch das habe nun ein Ende. Und mit Grundstücksverkäufen, wie zuletzt im Steinfurter Falltor, den Haushalt aufzupeppen, diese Möglichkeit ist endlich: Keine Grundstücke mehr, kein warmer Regen mehr.

Redaktion