Austausch - MdL Karin Hartmann im Gespräch mit dem Rathauschef Sportplatzbau: Zuschüsse nur für Vereine?

Von 
Michael Ränker
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Zwingenberg. Fördergelder für den voraussichtlich drei Millionen Euro teuren Neubau ihrer Sportstätten wird die Stadt Zwingenberg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur dann erhalten, wenn nicht die Kommune selbst, sondern ein Verein Träger des Projekts ist. So lautet zumindest die Erkenntnis aus einem Gespräch, das die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Hartmann dieser Tage mit Bürgermeister Dr. Holger Habich geführt hat.

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In Begleitung von Dr. Regina Nethe-Jaenchen, Fraktionsvorsitzende der Zwingenberger Sozialdemokraten, traf die für den Wahlkreis Bergstraße Ost zuständige Landespolitikerin im Goethezimmer des "Bunten Löwen" mit dem Rathauschef des ältesten Bergstraßenstädtchens zusammen, um über die Schnittstellen lokaler Projekte mit der Landespolitik zu fachsimpeln. Dabei war auch der vor der kommunalpolitischen Sommerpause mit großer Mehrheit beschlossene Neubau eines Sportplatzes in der Tuchbleiche ein zentrales Thema.

Bekanntermaßen will die Kommune den vorhandenen Rasenplatz zu einem Neubaugebiet machen, um mit dem Erlös aus dem Verkauf der Baugrundstücke auf dem südlich davon gelegenen Areal - dort, wo sich zurzeit Hartplatz, Kleinspielfeld und Skateranlage befinden - den Bau einer neuen Sportstätte zu finanzieren. Unter anderem soll dort ein Kunstrasen-Fußballplatz entstehen - und am Ende soll sogar für den Stadtteil Rodau noch ein Trainingsgelände, ebenfalls als Kunstrasen ausgeführt, herausspringen.

Nach ersten Berechnungen müsste das durch die Grundstücksverkäufe erwirtschaftete Geld zur Deckung der Kosten ausreichen, aber zusätzliches Geld ist angesichts knapper Kassen selbstverständlich herzlich willkommen. Nur woher nehmen?

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Förderprogramme für den Bau von Sportstätten sind rar, unterstützt werden vor allem freie Träger - beispielsweise Fußballvereine - und nicht in erster Linie die öffentliche Hand. "Als Kommune haben Sie da kaum eine Möglichkeit, um an Geld heranzukommen", informierte Karin Hartmann, zu deren Arbeitsschwerpunkten in Wiesbaden auch die Sportpolitik zählt. Wenn es darum gehe, als Stadt in den Genuss von größeren Summen zu kommen, führe kein Weg an einer Konstruktion vorbei, bei der sich ein Verein - zumindest formal - an die Spitze der Bewegung setzt.

Hartmann warnte aber trotzdem vor allzu übertriebenen Hoffnungen: Die Zahl der Anträge sei groß und die Summen, die aus der Landeshauptstadt in die Kommunen überwiesen werden, sei kleiner geworden. Denn fast alle Mittel zur Sportförderung des Landes Hessen stammen aus staatlichen Lotto- und Toto-Einnahmen. Und dieses Aufkommen fällt nach Aufhebung des Glücksspielmonopols geringer aus.

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Dennoch gab es von Karin Hartmann "gute Hinweise" (Habich), wie die Stadt eine mögliche Bezuschussung angehen kann. Die Landtagsabgeordnete will diverse Kontakte vermitteln, die die Kommune im weiteren Prozess nutzen kann. (Über weitere Themen des Gesprächs Hartmann/Habich werden wir noch berichten.)