Wegzeichen - Die Fastenzeit nutzen, um Schwächen zu erkennen und an ihnen zu arbeiten Sich und anderen nichts vormachen

Von 
Markus Bissinger
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„Nobody is perfect“ – niemand ist perfekt. Dennoch streben alle danach. Wohl keiner erreicht das Ziel.

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Es ist schwer, sich einzugestehen, ohne Makel und Fehler zu sein. So werden alle Schwächen nach außen hin vertuscht. Keiner soll merken, woran es bei mir mangelt. Und so macht der Mensch sich und anderen immer wieder etwas vor. Er trägt eine Maske, weil er sich offensichtlich nicht getraut, sein wahres Gesicht zu zeigen.

Eine Maske am Reichenbacher Pranger: Zum Spott über die Verurteilten streckt sie ihre Zunge weit heraus. © Markus Bissinger

Wo jedoch bei anderen Fehler entdeckt werden, da wird gerne der Finger in deren Wunde gelegt und sich über sie lustig gemacht. Wie heißt es doch: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.“

Es ist leichter seinen Spott mit anderen zu treiben und damit von sich abzulenken, wie die eigenen Unzulänglichkeiten in den Blick zu nehmen. Und wie leicht wird die Schadenfreude dann zu einer scharfen, beißenden Verachtung.

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Die jetzt vierzigtägige Fastenzeit, die jetzt begonnen hat, ruft dazu auf, die eigenen Schwächen wahrzunehmen und zu versuchen, sie zu korrigieren. Zunächst heißt das, mehr nach innen zu schauen und auch zu akzeptieren, kein perfekter Mensch sein zu können. Aber ich kann selbst viel dafür tun, ein besserer Mensch zu werden.

Der Wille braucht die Tat

Die meisten Menschen würden gerne etwas an sich ändern, zeigen zahlreiche wissenschaftliche Studien. Allein der Wille, sich verändern zu wollen, genügt allerdings nicht, um auch anders werden zu können. Wer Veränderung sucht, der muss dafür auch etwas tun.

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Das bedeutet, das eigene Verhalten verändern und immer wieder neu einüben. Nur so können sich neue Verhaltensmuster einprägen. Wer es schafft, sich positiv zu verändern, wird dafür kaum Hohn und Spott erfahren, vielmehr Anerkennung finden. Vormachen braucht man sich nichts.

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Wie heißt es im Brief an die Galater in der Bibel?

„Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten (Galater, Kapitel 6, Vers 7).

Freie Autorenschaft Rubrik "Wegzeichen" in der Wochenendbeilage. Berichte zu den Themen Soziales, Gesellschaft und Kirche.