Kommunalpolitik - Solarlaternen erhellen an der K 67 den Radwegübergang westlich des Parkplatzes Niederwaldsee und am Abzweig zur Kompostanlage „Protos 200“ leuchtet Radlern heim

Von 
Michael Ränker
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Zwingenberg. „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“ So steht es in der biblischen Schöpfungsgeschichte (1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 3). In Zwingenberg war es allerdings nicht der himmlische Vater, sondern es waren die Stadtväter, die angesichts zweier unbeleuchteter Kreuzungsbereiche an der Kreisstraße 67 entschieden haben, dass dort endlich Licht werden soll – und dafür, dass es jetzt auch tatsächlich Licht ward, dafür sorgte die GGEW AG.

Akkubetriebene Solarleuchten des Modells „Protos 200“ machen entlang der K 67 zwischen Zwingenberg und Rodau den Radwegübergang westlich des Niederwaldsee-Parkplatzes sowie am Abzweig zur Kompost- und Kläranlage die Nacht zum Tage. © Thomas Zelinger
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Und um weiter im biblischen (Wort-)Bilde zu bleiben: „Und Gott sah, dass das Licht gut war.“ (1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 4) – und so ähnlich wird es auch den Verkehrsteilnehmern gehen, die künftig bei Dämmerung und in der Nacht den Radwegübergang westlich des Parkplatzes Niederwaldsee sowie den Feldwege-Abzweig zur Kompostierungs- beziehungsweise zur Kläranlage passieren: Die kürzlich dort installierten Solarleuchten – Modell „Protos 200“ – leisten gute Dienste.

Bis das Lampen-Trio – zwei Leuchten stehen am Radwege-Übergang und eine am Feldweg-Abzweig – allerdings errichtet war, bis dahin war es ein langer Weg. Also keine biblische Schöpfungsgeschichte von nur einer Woche:

Stromkabel zu teuer

Die Zwingenberger Sozialdemokraten wollen schon seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass auf dem kompletten Weg nördlich der K 67 zwischen Kernstadt und einzigem Stadtteil die Nacht zum Tage gemacht wird. In die Tat umgesetzt wurde nun ein Kompromiss:

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Im Mai 2018 hatte die SPD das Thema erneut auf die politische Agenda gesetzt. Aber letztlich stimmte die Stadtverordnetenversammlung bei der Beauftragung des Magistrats, sich des Themas erneut anzunehmen, nur einem von der FDP unterbreiteten Kompromissvorschlag zu. Die Liberalen waren fürs Abspecken, also die Beschränkung auf das Ausleuchten der genannten Kreuzungsbereiche.

Im September 2019 wiederum lag dann eine technische Lösung vor: Die GGEW AG, die für Ausbau und Erhalt der Straßenbeleuchtung im ältesten Bergstraßenstädtchen verantwortlich ist, schlug zwei Solar-Leuchten-Varianten vor. Weil das Verlegen von Stromkabeln das Projekt enorm verteuert hätte, wird jetzt die Kraft der Sonne genutzt und akkubetriebene Solarleuchten vom Typ „Protos 200“ machen die Nacht zum Tag. Die gefielen zwar Bürgermeister Holger Habich nicht, der hätte gerne die etwas schickeren – aber auch teureren – „Merkur 300“-Leuchten installieren lassen, doch die Parlamentarier waren sich einig: „Wir sollten sparen!“

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Im Haushaltsplan der Stadt standen ursprünglich für die „punktuelle Beleuchtung neuralgischer Punkte“ 60 000 Euro zur Verfügung. Die wurden jetzt aber nicht aufgebraucht: Die drei „Protos 200“-Laternen kosteten 13 905 Euro (brutto), für die schickeren „Merkur 300“-Leuchten hätte die Kommune 15 708 Euro (brutto) investieren müssen. Aber die Ästhetik spielte ja – sehr zum Bedauern von Rathauschef Habich – keine Rolle…

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Umgesetzt wurde nun folgender Beschluss: „Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit werden entlang des Radwegs zwischen Zwingenberg und Rodau (K 67) zunächst nur drei Solarleuchten vom Typ ,Protos 200’ installiert – und zwar eine an der Einmündung des Wirtschaftswegs zur Klär- bzw. Kompostanlage und zwei am Überweg vom Radweg in Richtung Parkplatz Niederwaldsee. Die GGEW AG wird im Rahmen des bestehenden Straßenbeleuchtungsvertrags mit der Errichtung der Leuchten beauftragt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 13 905 Euro brutto.“

Während die FDP hart bleiben will und bei der Beschlussfassung im September 2019 weitere Ausbaustufen der Radwegebeleuchtung ausgeschlossen hat, hofft die SPD darauf, dass weitere Leuchten folgen. Bei der Beschlussfassung hatten die Sozialdemokraten Wert auf die Formulierung „zunächst“ gelegt, das schließt einen künftigen Lückenschluss zumindest gänzlich nicht aus.

Redaktion