Kommunalpolitik - Größte Investition in diesem Jahr wird die erste Etappe der Erschließung des Neubaugebiets „in den Gärten“ sein / Die Renaturierung des „Horstgrabens“ steht ebenfalls an Ortsbeirat Rodau billigt Haushalt 2021 einstimmig

Von 
Michael Ränker
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Auf die Ersatzbeschaffung für das Feuerwehrfahrzeug TSF-W (links im Bild) werden die Rodauer Brandschützer ein weiteres Jahr warten müssen. Der Magistrat schlägt mit Blick auf die angespannte Haushaltslage vor, die 120 000-Euro-Investition erneut um ein Jahr zu verschieben. Unser Bild entstand im April 2020 bei einem gemeinsamen Einsatz mit der Zwingenberg Feuerwehr am Melibokus, als man einen Flächenbrand an der Startrampe der Gleitschirm- und Drachenflieger löschte. © Karl-Heinz Zecher

Rodau. Der Rodauer Ortsbeirat hat den Entwurf des städtischen Haushaltsplanes für das laufende Jahr einstimmig gebilligt. Das besondere Interesse der Kommunalpolitiker, die am Donnerstag unter der Leitung von Ortsvorsteher Horst Hölzel im Dorfgemeinschaftshaus tagten, galt dem Investitionsplan. Aus ihm kann herausgelesen werden, was in den nächsten Jahren für Zwingenbergs einzigen Stadtteil angeschafft beziehungsweise in welche Projekte investiert werden soll.

Neues Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr soll erst 2022 angeschafft werden

Die Freiwillige Feuerwehr Rodau muss auf die geplante Ersatzbeschaffung für ihr Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W) ein weiteres Jahr warten. Das schlägt zumindest der Magistrat mit Blick auf die angespannte Haushaltslage vor.

Die Stadträte unter Leitung von Bürgermeister Holger Habich empfehlen der Stadtverordnetenversammlung, die Investition in Höhe von 120 000 Euro auf das Jahr 2022 zu verschieben, nachdem der Kauf des Feuerwehrfahrzeugs – ebenfalls wegen Geldnot – bereits von 2020 auf 2021 verschoben worden war.

Wie Rathauschef Habich bei der Sitzung des Ortsbeirats feststellte, sei das Fahrzeug „noch gängig“, die Sicherstellung des Brandschutzes sei nicht gefährdet.

So ganz kommentarlos wollten die Ortsbeiräte den Plan des Magistrats jedoch nicht hinnehmen: Ob denn angesichts dieser Verschiebung das Gespräch mit der Feuerwehr gesucht worden sei, wollte Ortsbeirätin Birgit Gärtner wissen – „Ja, das ist mit der Wehrführung abgestimmt“, so Habich.

Ortsbeirat Steffen Müller wiederum brachte eine mögliche Verschiebung der Erschließung des Neubaugebiets „Nördlich der Hauptstraße“ („in den Gärten“) zugunsten des Fahrzeugkaufs ins Spiel: Dafür sind in den Jahren 2021 und 2021 jeweils 629 000 Euro vorgesehen – eine Verschiebung könne der Kommune die nötige finanzielle Luft für die Anschaffung des Feuerwehrfahrzeugs noch in diesem Jahr verschaffen. Die Idee wurde jedoch aufgrund der Unterschiedlichkeit beider Projekte nicht weiterverfolgt.

Investiert wird in die Feuerwehr trotzdem auch in diesem Jahr: 10 000 Euro kostet die in Folge der Einführung des Digitalfunks nötige Umrüstung der Sirenen in der Kernstadt und im Stadtteil. Weitere 19 000 Euro sollen – allerdings erst im Jahr 2022 – für die Ausstattung des Rodauer Feuerwehrgerätehauses mit einer Notstromversorgung ausgegeben werden. mik

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Für Rodau stehen beispielsweise größere Summen für den Ausbau der Trinkwasserversorgung im Investitionsplan: Im Jahr 2022 sollen 130 000 Euro im Bereich Hauptstraße – von Feldstraße bis Betonweg – „vergraben“ werden.

Für dasselbe Jahr sind weitere 100 000 Euro für den Bau einer Verbindungsleitung zwischen Mittelstraße und Zwingenberger Straße vorgesehen. Die Investitionen sind unter anderem nötig, um aus Leitungen, die gegenwärtig „Sackgassen“ sind, „Ringleitungen“ zu machen.

85 000 Euro will die Stadt dann im Jahr 2023 für den Bau einer Verkehrsinsel auf der Kreisstraße 67 ausgeben. Das Bauwerk, mit dem die Fahrbahn geteilt wird, soll am „West-Eingang“ des Dorfes die Autofahrer bremsen, die zu schnell aus Richtung Fehlheim nach Rodau hinein unterwegs sind. Gebaut werden soll die Verkehrsinsel bewusst erst in zwei Jahren, weil bis dahin der in direkter Nachbarschaft geplante Neubau des Therapiezentrums und der Wohnungen abgeschlossen sein soll.

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Ebenfalls im Jahr 2023 sollen 50 000 Euro in die Erneuerung von Straßenbegleitgrün entlang der Neckarstraße investiert werden.

Bereits in diesem Jahr soll es mit der Erschließung des Neubaugebiets „Nördlich der Hauptstraße“ – besser bekannt als „in den Gärten“ – losgehen. Der Investitionsplan sieht für den Bau der Straße, des Begleitgrüns, der Beleuchtung sowie von Kanal und Wasserversorgung 629 000 Euro vor – und dieselbe Summe dann im Jahr 2022 noch einmal. Die Kosten der Erschließung werden mit insgesamt rund 1,258 Millionen Euro beziffert.

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Um eine deutlich kleinere Summe, die aber ebenfalls in diesem Jahr ausgegeben werden soll, handelt es sich bei den Kosten für die Installation von Geschwindigkeitstafeln: Im Investitionsplan war zunächst nur eines dieser Displays vorgesehen, auf dem ein Digital-Gesicht lacht und grün wird, wenn der Autofahrer das vorgeschriebene Tempo einhält – oder weint und vor Zorn errötet, wenn ein Raser heraneilt. Auf Initiative von Steffen Müller sollen nun aber zwei dieser auch als „Smileys“ bezeichneten Geschwindigkeitstafeln zum Gesamtpreis von 8000 Euro angeschafft werden. Eine der Tafeln soll zu schnelle Verkehrsteilnehmer aus Richtung Fehlheim bremsen, die andere die Raser aus Richtung Hähnlein in Schach halten.

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Ebenfalls in diesem Jahr wird die Renaturierung des „Horstgrabens“ in Rodau in Angriff genommen. Im Bereich des Entwässerungsgrabens werden 95 000 Euro in eine ökologische Aufwertung investiert. Das entsprechende Areal dient anschließend als naturschutzrechtliche Ausgleichsfläche für den bereits besiedelten Bauabschnitt des Zwingenberger Gewerbegebiets an der Gernsheimer Straße (westlich der Platanenallee) sowie für die in diesem Jahr geplante Erweiterung.

Investiert werden soll im Lauf des Jahres auch in den Feldwegeausbau: Für das Herrichten der Strecke zwischen Rodau und Schwanheim stehen 7500 Euro im Investitionsplan. 5000 Euro davon spendiert die Jagdgenossenschaft . Auf Anregung von Ortsbeirätin Birgit Gärtner will die Stadt Zwingenberg die Nachbarkommune Bensheim dafür gewinnen, den genannten Feldweg aus Richtung Schwanheim ebenfalls in diesem Jahr zu erneuern, auf dass dann die gesamte Strecke wieder in einem ordentlichen Zustand ist.

Redaktion