100 Jahre Bauhaus - Gebäude oder Objekte in Szene setzen Fotografische Spurensuche vor Ort

Von 
red
Lesedauer: 
Bauhaus-Architektur: Das industriedenkmalgeschützte Fissan-Gebäude (links) an der Darmstädter Straße 34 und 36 ist heute das Domizil des Forschungsunternehmens Brain AG. © Thomas Ott/Brain AG

Zwingenberg. Der Förderkreis Kunst und Kultur und der Geschichtsverein weisen auf ihr gemeinsames Kunstprojekt „100 Jahre Bauhaus – eine fotografische Spurensuche“ hin. Parallel zu entsprechenden Jubiläums-Veranstaltungen der Brain AG, die im ehemaligen Fissan-Gebäude – einem industriedenkmalgeschützten Bauhaus-Objekt – residiert, laden die beiden Zwingenberger Vereine zu einem Fotowettbewerb ein. Vorsitzende Ulrike Fried-Heufel und ihre Mitstreiter wenden sich dabei an alle Menschen, „die Freude am Fotografieren haben“. In einer Pressemitteilung erläutern die Akteure:

Fissan-Gebäude mit vielen typischen Bauhaus-Kennzeichen



100 Jahre Bauhaus: Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen hat das prominente Gründungsjubiläum der Weimarer Bewegung – 1919 von Walter Gropius als Kunstschule gegründet – zum Anlass genommen, der architektonischen Bandbreite des Neuen Bauens in Hessen ein eigenes Büchlein zu widmen.

Der Sonderband „Neues Bauen in Hessen“ aus der Reihe „Kulturelle Entdeckungen“ wurde zu Beginn des Jahres in den ehemaligen Fissan-Werken in Zwingenberg offiziell vorgestellt (wir haben berichtet). Heute sitzt in dem Industriegebäude im sachlichen Bauhaus-Stil das Forschungsunternehmen Brain AG.

Architekt Georg Fehleisen hat in der Dreißigerjahren nicht nur den Fissan-Komplex an der Darmstädter Straße, sondern auch die ehemalige Werkssiedlung der damaligen Deutschen Milchwerke AG entworfen. Sie erstreckt sich von der Orbishöhe bis zur Arthur-Sauer-Anlage.

Von der Villa des Betriebsführers bis zu den Arbeiterhäusern offenbart sich hier eine einzigartige architektonische Melange aus modernen Elementen und traditionellen italienischen und spanischen Einflüssen, die der Milchwerke-Chef Sauer von Reisen nach Südamerika mitgebracht hatte.

An der Darmstädter Straße strahlt der helle, kubische Industriebau mit einer Vielzahl typischer Bauhaus-Kennzeichen wie Flachdächer, weiße Fassadenflächen und die langen, schlanken Fensterbänder, die dem Objekt ihr spezielles Charisma verleihen. Das damals noch junge Biotechnologieunternehmen hatte 1995 den leerstehenden Komplex für sich entdeckt und ebenso aufwändig wie sensibel revitalisiert. Eines der raren Bauhaus-Exempel, die ihre ursprüngliche Authentizität auf diese Weise bewahren konnten. tr

AdUnit urban-intext1

Die als Bauhaus bezeichnete Kunst-, Design- und Architekturschule hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts Architektur und Design revolutioniert. Die Formensprache unserer Alltagskultur und Lebenswelt ist noch heute maßgeblich davon geprägt. Es ist so selbstverständlich geworden, dass wir es oft nicht einmal mehr bemerken. Der Förderkreis Kunst und Kultur und der Geschichtsverein laden Zwingenberger und Rodauer zu einer fotografischen Spurensuche ein.

Die Motive können aus dem Architekturbereich, aber auch Designbeispiele sein – mit einer Bedingung: Es müssen Zwingenberger oder Rodauer Motive sein! Ein Schwerpunkt kann auf die Architektur gelegt werden, zum Beispiel auf zeitgenössische Baustoffe: In Glas aufgelöste Wände oder eine betonte horizontal/vertikale Schwerpunktbildung oder Gebäudedetails. Auch Motive aus dem Designbereich, unter anderem Möbel-Aufnahmen, sind denkbar. Die Arbeiten in der Größe DIN A4 bis DIN A3 müssen auf Kartons aufgeklebt werden, sodass diese auf Stellwände angebracht werden können. Auf den Arbeiten müssen Name und Anschrift inklusive E-Mail-Kontakt notiert sein, gerne kann auch eine Altersangabe erfolgen. Die Arbeiten können am 1. September, Sonntag, ab 15 Uhr im Museum abgeben werden. Der Vernissage ist auf den 6. September, Freitag, 19 Uhr, im Museum terminiert. Wer teilnehmen möchte beziehungsweise Rückfragen hat, der kann sich per E-Mail an den Geschichtsverein (mail@geschichtsverein-zwingenberg.de) oder (fried-Heufel_art-corner@web.de). red