Premiere - Joshua Eichhorn ist der erste Auszubildende des ZKD / Timon Diepold will als Verwaltungsfachangestellter folgen Erst Saisonkraft, dann Azubi: Bauhof bildet Gartenbauer aus

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Michael Ränker
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Der Bauhof des Zweckverbands Kommunale Dienste Alsbach, Hähnlein, Zwingenberg ist jetzt auch Ausbildungsbetrieb. Unser Bild zeigt (v.l.) Geschäftsführer Mark Trautmann, Gärtnermeister Torsten Bambach, Azubi Joshua Eichhorn (Berufsbild: Garten- und Landschaftsbauer), Azubi-Anwärter Timon Diepold (Berufsbild: Verwaltungsfachangestellter), Andreas Diehl (Kooperationsbetrieb Baum und Landschaft GmbH in Lorsch) sowie ZKD-Vorsteher Holger Habich. © Thomas Zelinger

Zwingenberg. Der Zweckverband Kommunale Dienste (ZKD) Alsbach, Hähnlein, Zwingenberg ist jetzt auch Ausbildungsbetrieb. Seit dem 1. August verstärkt Azubi Joshua Eichhorn das 25-köpfige Bauhof-Team. Der 23-Jährige will Garten- und Landschaftsbauer werden und wird beim ZKD vor allem von Torsten Bambach, Chef der Gärtnerkolonne, betreut, der als Meister über die erforderliche Lehrbefähigung verfügt. Joshua Eichhorn muss jedoch „zwei Herren dienen“:

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Weil auf dem interkommunalen Bauhof der Stadt Zwingenberg und der Gemeinde Alsbach-Hähnlein im Tagesgeschäft nicht alle Gewerke anfallen, wie sie ein Garten- und Landschaftsbauer beherrschen muss, kooperiert der ZKD mit der Baum und Landschaft GmbH von Andreas Diehl in Lorsch. Pflasterarbeiten sind zum Beispiel Tätigkeiten, die die Kommunen eher an Tiefbauunternehmen vergeben, folglich würde dieses – prüfungsrelevante – Gewerk in der drei Jahre währenden Ausbildung von Joshua Eichhorn fehlen. Um das zu Erlernen gibt es dann den Privatwirtschaftler Andreas Diehl mit seinem achtköpfigen Team in der Klosterstadt.

Kennengelernt hat das ZKD-Team „seinen“ ersten Azubi übrigens nicht im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens, wie Geschäftsführer Mark Trautmann und Verbandsvorsitzender Holger Habich (Bürgermeister der Stadt Zwingenberg) bei einem Pressegespräch erläuterten, sondern als Mitarbeiter: Joshua Eichhorn hat nach seinem Abitur als Saisonkraft auf dem Bauhof gearbeitet und sich bewährt.

In der Praxis kennengelernt

Und der nächste Azubi bereitet sich schon auf den Beginn seiner Ausbildung vor: Timon Diepold will Verwaltungsfachangestellter werden, für ihn soll der Startschuss in einem Jahr – am 1. August 2020 – fallen. Denn der ZKD will jungen Menschen nicht nur im gewerblichen Bereich, sondern auch in der Verwaltung eine Chance geben. Auch den 17-Jährigen haben seine künftigen Lehrherren nicht per Bewerbungsverfahren kennengelernt, sondern in der Praxis: Timon Diepold hat auf dem Weg zum Fachabitur bei der Stadtverwaltung Zwingenberg ein Jahrespraktikum absolviert. Und auch er wird im Rahmen einer Kooperation ausgebildet: Partner sind dann die Verwaltung des Bauhof-Zweckverbands und das Zwingenberger Rathaus.

Gute Erfahrungen gemacht

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ZKD-Geschäftsführer Mark Trautmann hat bereits gute Erfahrungen mit Ausbildungskooperationen gemacht – nämlich seine ganz persönlichen. Nach dem Realschulabschluss hat der Zwingenberger im örtlichen Rathaus eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter absolviert. Ausbildungspartner der Stadtverwaltung waren seinerzeit das Landratsamt des Kreises Bergstraße in Heppenheim sowie die Kern GmbH, ein Spezialist für Dokumenten-Management-Systeme, in Bensheim. Daran schlossen sich die Fachhochschulreife und das Studium der Betriebswirtschaft an, das er mit Diplom abschloss. Vor gut einem Jahr hat Trautmann dann – nach einem Jahrzehnt in Diensten der Offenbacher Kreisverwaltung – die ZKD-Geschäftsführung übernommen.

Auch einer längeren „Kennenlernphase“ von Azubi und Ausbildungsbetrieb können Trautmann und Habich nur Vorteile abgewinnen: „Beide Seiten wissen dann, worauf sie sich einlassen – oder worauf nicht.“ Im Falle von Joshua Eichhorn und Timon Diepold hat es einfach gepasst: „Der positive menschliche Eindruck ist auf beiden Seiten entstanden.“

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Ein weiterer Vorteil: Ein Praktikum oder – wie bei Eichhorn – die Mitarbeit als Saisonkraft bewahrt die (künftigen) Azubis auch davor, nicht zu wissen, welche Arbeiten zu verrichten sind. Wer sich beispielsweise als Garten- und Landschaftsbauer nicht die Hände schmutzig machen möchte und Arbeit bei Hitze oder Regenschauer scheut, der wird nicht glücklich – und das gilt dann auch für den Lehrbetrieb.

Redaktion