Kommunalwahl - Die Zwingenberger Christdemokraten setzen wegen der Coronavirus-Pandemie mehr denn je auf einen virtuellen Wahlkampf CDU will Kreisel und Pflegeheim bauen

Von 
Michael Ränker
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Zwingenberg. Die Zwingenberger CDU hat knapp acht Wochen vor dem Kommunalwahl-Termin am 14. März den Startschuss für die „heiße Phase“ des Wahlkampfs mit einem virtuellen Pressegespräch sowie ersten digitalen Botschaften auf Facebook, YouTube sowie der eigenen Webseite gegeben: Weil wegen der Coronavirus-Pandemie keine Veranstaltungen möglich sind und von Info-Ständen sowie Hausbesuchen dringend abgeraten wird, setzt die Partei unter der Leitung ihrer Vorsitzenden Birgit Heitland mehr denn je auf Online-Kanäle, um potenzielle Wähler zu erreichen.

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Es gibt aber auch noch die Klassiker: Im Ortsbild sind bereits die ersten Wahlplakate zu sehen, überdies ist eine Großflächenreklame geplant. Mit der wolle die örtlichen „Schwarzen“ auch dem Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt, der sich ebenfalls am 14. März erneut um diese Position bewirbt, den Rücken stärken. Und bis spätestens Ende des Monats – rechtzeitig zum Start der Briefwahl – sollen alle Haushalte in Zwingenberg und dem einzigen Stadtteil Rodau mit der 16-seitigen Broschüre versorgt sein, in der die 33 Kandidaten für die 31 Sitze umfassende Stadtverordnetenversammlung genannt werden, mit der aber vor allem detailliert über das Wahlprogramm informiert werden soll.

Eben jenes Programm stellten Spitzenkandidat Andreas Kovar sowie Parteivorsitzende Birgit Heitland gemeinsam mit etlichen weiteren Kandidaten jetzt in einer Video-Schalte mit dem Bergsträßer Anzeiger vor. Mit der Nennung von insgesamt über 60 einzelnen Aspekten, die die Christdemokraten in der nächsten – fünf Jahre währenden – Legislaturperiode berücksichtigen wollen, werden Themenfelder wie ein lebenswertes Zwingenberg für alle Generationen, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Mobilität, Klima, Wohnen, Arbeiten, Tourismus, Digitalisierung sowie Vereine und Ehrenamt bearbeitet.

Die CDU will sich unter anderem für eine „zügige“ Erweiterung und Sanierung der Melibokusschule einsetzen, den Beitritt zu Hessens Sicherheits-Initiative „Kompass“ (Kommunal-Programm Sicherheits-Siegel) forcieren und einen neuen Grillplatz bauen.

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Mit Blick auf die von allen Parteien geforderte Schaffung von bezahlbarem Wohnraum will Spitzenkandidat Andreas Kovar endlich auf dem ehemaligen Bauhofgelände Fakten schaffen – „es hilft nichts, wenn immer nur Krokodilstränen geweint werden“. Die CDU könne sich für so ein Projekt sogar die Stadt als Bauherrin vorstellen.

Wohnraum soll es auch für Pflegebedürftige geben: Die Christdemokraten wollen sich für eine „am Bedarf orientierte Schaffung einer Pflegeeinrichtung in Zwingenberg“ stark machen.

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Positive Wirkungen auf Mobilität und Klima erhofft sich die Partei von einem intelligenten – weil digitalisiertem – Parkleitsystem, festen Zufahrtszeiten für den Schwerlastverkehr, der Schaffung von Verleihstationen für E-Bikes und E-Scooter oder auch von der Installation von Packstationen in Zusammenarbeit mit Gewerbe und Handel.

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Einer ICE-Neubaustrecke entlang der A 5 wird zum wiederholten Male eine klare Absage erteilt – neu in die kommunalpolitische Debatte eingespeist wird hingegen der Bau eines Kreisverkehrs im Kreuzungsbereich Kreisstraße 67/Platanenallee. Dringend nötig ist aus Sicht der CDU die Überarbeitung des in die Jahre gekommenen Flächennutzungsplanes, um mit einer zeitgemäßen Festlegung von Wohnbau- und Gewerbeflächen eine belastbare Rechtsgrundlage für darauf basierende Bebauungspläne zu schaffen. Das Wachstum der Stadt soll „maßvoll“ erfolgen, nämlich „mit einem großen Fokus auf einer Balance zwischen der Schaffung von Wohnraum, Natur und Klimaschutz sowie dem sozialen Gefüge“. Eine „bedarfsorientierte“ Wohngebietserweiterung könnte sich die CDU in Rodau und dort an der Neckarstraße vorstellen.

Auf die in den vergangenen Wochen als möglicher Gewerbestandort ins Gerede gekommene Kleingartenanlage wollen die Christdemokraten übrigens nicht verzichten: Die Kleingärten sollen als „grüne Oase“ erhalten werden.

Und am Ende ihres Programms will die Partei sich weder Denkverbote auferlegen noch das Träumen verbieten lassen: Nicht ausdrücklich als kommunalpolitische Ziele, aber als Merkposten werden nämlich eine Straßenbahnanbindung in Richtung Darmstadt und das Thema Weinberghaus genannt.

Redaktion