Johanniterhaus - Massagen für Kopf und Hände kamen gut an Wellness nach der Impf-Aktion

Von 
Nina Schmelzing
Lesedauer: 
Erstmals gab es im Johanniterhaus eine Wellness-Woche. Sie kam gut an und soll deshalb nach Möglichkeit wiederholt werden. © Johanniterhaus

Lorsch. Das Johanniterhaus in Lorsch war kreisweit die erste Adresse, als die Impf-Aktion gegen Corona startete. Schon Ende Dezember vorigen Jahres war damals das mobile medizinische Team angerückt. Längst sind die rund 80 Bewohner sowie das Personal, das sich um die Senioren kümmert, „durchgeimpft“. Die frühe Vorsorgemöglichkeit sowie natürlich auch eine gehörige Portion Glück haben dazu geführt, dass es bislang noch keine einzige Corona-Erkrankung im Johanniterhaus gab, so Ursula Knigge gestern auf Nachfrage.

AdUnit urban-intext1

„Wir sind happy“, sagt die Leiterin des Sozialen Dienstes deswegen. Auch wenn alles gut gelaufen ist, wurde dennoch überlegt, wie sich die wegen der Pandemie und ihren Einschränkungen allseits schwierige Situation entspannen lässt. Im Johanniterhaus hat man sich für eine „Wellnesswoche“ entschieden. Eine Premiere, wie Ursula Knigge bestätigt.

„Wellness, was is´n des?“, lautete denn auch die erste Reaktion einiger skeptischer Bewohner, wie Jasmin Bessing berichtet. Der Erfolg aber gab den Initiatoren recht. Organisiert wurde eine Reihe von Angeboten. „Unter Einhaltung der aktuellen Regelungen konnte das Team des Sozialdienstes, in Zusammenarbeit mit dem Pflegeteam, den Bewohnern eine schöne Zeit ermöglichen“ freuten sich auch die Mitarbeiter über die gelungene Aktionswoche.

Weiterhin Gymnastik und Bingo

„Massieren lassen, abschalten und sich erholt fühlen – das war der Gedanke, um eine Abwechslung in der momentanen Lage zu bieten“, heißt es vom Leitungsteam des Johanniterhauses. Die Hand-, Rücken- sowie Kopfmassagen zum Beispiel kamen sehr gut an. Im Vorfeld wurde abgeklärt, welche Anwendung jeder Einzelne sich wünscht.

AdUnit urban-intext2

Anders als mancher vielleicht annimmt, sind die Bewohner im Johanniterhaus nicht isoliert. Sie sitzen auch nicht den ganzen Tag allein in ihren Zimmern. Wohnhausintern finden vielmehr auch momentan Veranstaltungsangebote statt wie etwa Gymnastik, Gedächtnistraining, Bingo-Spiele und gemeinsames Waffeln-Backen, erzählt Ursula Knigge. Der gewohnte Austausch mit anderen Gruppen und auch mit vielen Ehrenamtlichen aber ist nicht wie üblich möglich. Und natürlich leiden auch viele Senioren darunter, dass die Friseure wegen Corona nicht arbeiten dürfen, berichtet sie.

Jeder Bewohner hatte eine schriftliche Einladung erhalten. Einige Bewohner bekamen nun etwa die Haare mit eigener Rundbürste und Föhn frisiert, weil ihnen dies persönlich eine Wohltat war. In einem Raum, der in eine Art „Wellness-Salon“ umgestaltet wurde, waren die Bewohner zu einem Begrüßungstrunk eingeladen. Klänge aus der Natur wurden dazu abgespielt.

AdUnit urban-intext3

Mancher entschied sich für eine Rückenmassage. Die Helfer tasteten sich vorsichtig heran. Auf die Frage „Ist es gut so?“ kam als eine Antwort ein „Keine Sorge, Sie können ruhig fester zugreifen, denn so schnell geh ich nicht kaputt.“

AdUnit urban-intext4

Mit Haarwasser ließen sich einige Bewohner eine Kopfmassage gefallen. Handmassagen wurden mit einer pflegenden Creme angeboten – und auch für diese Wellness-Angebote gab es viel Lob.

„Viele Worte brauchte es nicht, denn die entspannten Gesichter sprachen Bände“, berichten die Mitarbeiter des Seniorenheims. Zum Abschluss blieben viele Bewohner noch eine Weile sitzen, leerten in Ruhe ihren Begrüßungstrunk und bedankten sich. Viele fragten anschließend, ob es denn wieder einmal eine ähnliche „Wellnesswoche“ geben wird.

Die Rückmeldungen auf die Premiere waren ausnahmslos positiv, sagt Ursula Knigge. Die Leiterin des Sozialen Dienstes will sich daher gerne für eine Wiederholung einsetzen.

Redaktion