Frauenfrühstück - Anne Wörner sprach zum Thema „Symbole in der Kunst – Sinn und Nutzen“ Von Fischen und Feuerzungen

Von 
Anneliese Parzinger
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Einhausen. Über „Symbole in der Kunst“ referierte Anne Wörner, die Vorsitzende des evangelischen Helferkreises, beim ersten Frauenfrühstück im Herbst. Ulrike Peter begrüßte eine große Anzahl Besucherinnen aus Einhausen und Umgebung. In ihrem Vortrag erklärte Anne Wörner zunächst den Begriff „Symbol“, der aus dem Altgriechischen stamme und „zusammenfügen“ oder „zusammenwerfen“ bedeute. Ursprünglich seien Symbole Erkennungszeichen wie Bilder oder Statuen gewesen, die für Personen, Objekte oder religiöse Gemeinschaften standen, zu einer Zeit, in der die Bevölkerung noch nicht schreiben konnte.

Frauenfrühstück: Ulrike Peter (r.) dankte der Referentin Anne Wörner. © PAR

Verschlüsselte Botschaften

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Symbole können aber auch verschlüsselte geheime Botschaften sein oder christliche und moralisierende Aussagen enthalten. Kreis, Dreieck und Viereck zusammen seien ein universelles Symbol für die göttliche Schöpfung in ihrer Offenbarung aus Geist (Kreis), Seele (Dreieck) und Körper (Viereck).

Als weiteres Beispiel nannte Anne Wörner die Zahl acht, die in der altchristlichen Kirche eine große Bedeutung hatte. Sie gilt bis heute als Symbol für Erneuerung, Wiedergeburt und Herrschaft. So wurden Kirchen wie der Felsendom in Jerusalem als Oktogon und zur Zeit Karls des Großen der Aachener Dom als karolingisches Oktogon gebaut. Auch die Taufbecken in den altchristlichen Kirchen waren häufig achteckig, weil das Sakrament der Taufe, die Wiedergeburt Christi symbolisiert. Als Zeichen für Herrschaft ist die achteckige Grundform der Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches zu erkennen.

Die meisten ihrer Beispiele hatte Anne Wörner aus der christlichen Religion herausgesucht. So wies sie auf das Symbol des Fisches hin. Es diente den Christen während der Zeit ihrer Verfolgung als Erkennungszeichen. Aber natürlich auch das Kreuz symbolisiert das Christentum,

Schlange und Totenkopf

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Der Adler galt im Altertum als König der Vögel und war das Symbol für Götter und Könige. Er ist bis heute als Herrschaftszeichen in der Fahne der Bundesrepublik erhalten geblieben. Affen war im europäischen Mittelalter hingegen meist mit negativem Symbolgehalt besetzt und galten als Sinnbild für Eitelkeit, weltliche Begierde und Bosheit. Im Fernen Osten steht der Affe jedoch als Sinnbild für Weisheit. In der heutigen Zeit haben Symbole für Berufe immer noch Gültigkeit, so Anne Wörner, so beispielsweise der Äskulap-Stab der Mediziner und – mit Schale und Schlange als Standessymbol – der Apotheker.

Die Waage gilt heute noch als Sinnbild für Justitia, der Löwe steht für Mut, Kraft und Herrschaft und der Apfel als Symbol der Versuchung aber auch der Fruchtbarkeit. Ist er mit einem Wurm oder Insekt dargestellt, ist er hingegen ein Zeichen für die Vergänglichkeit.

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Auch stehen bestimmte Farben als Symbole für menschliche Eigenschaften: Rot für die Liebe, Blau für die Treue, Grün für die Hoffnung und Gelb für die Falschheit.

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Die Rose galt als Symbol für Verschwiegenheit, der Hahn für die Verleugnung Jesus Christus durch Petrus, die Schlange steht für das Böse, der Totenkopf ist Sinnbild der Vergänglichkeit und die Sanduhr weist auf die Begrenztheit irdischen Lebens hin.

Anne Wörner nannte noch viele Beispiele von ursprünglich christlichen Symbolen: Feuerzungen, von oben nach unten brennend, waren bereits in alten Kulturen ein Sinnbild für Götter. Im christlichen Glauben stehen sie für göttliche Eingebung in Form des Heiligen Geistes.

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