Haupt- und Finanzausschuss - Heute öffentliche Sitzung in der Nibelungenhalle / Haushaltplan wird beraten Vom Kläranlagen-Pumpwerk bis zum Kita-Beitrag der Eltern

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Nina Schmelzing
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Mit dem Thema Kläranlage, beziehungsweise dem Pumpwerk in der Lagerhausstraße, beginnt die Tagesordnung für den Haupt- und Finanzausschuss heute. Die Gremiumsmitglieder werden auch den Haushaltsplan beraten. © Lotz

Lorsch. Heute tagt der Haupt- und Finanzausschuss. Es ist die erste öffentliche Sitzung eines Ausschusses in diesem Jahr in Lorsch. Zehn Punkte stehen auf der Tagesordnung für das Treffen, das diesmal bereits um 18 Uhr in der Nibelungenhalle beginnt.

Jugendzentrum am Wingertsberg

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Zu den wichtigsten Themen, die Ausschuss-Vorsitzender Peter Velten aufrufen wird, gehört die Beratung über den Haushaltsplan 2021. Auch über das Nutzungskonzept für die Nibelungenhalle mit Einbindung des künftigen neuen Jugendzentrums am Wingertsberg, die Mehrfeldhalle im Ehlried sowie über ein Konzept für geplante Großveranstaltungen in Lorsch noch während oder nach der Corona-Krise wird unter anderem beraten.

„Aufblühen“-Aktion statt Frühlingsmarkt?



Alle beliebten Großveranstaltungen in Lorsch – vom Frühlingsmarkt über das Johannisfest, den Welterbetag, das Birkengarten-Festival, die Kerb bis zum Weihnachtsmarkt – sind für 2021 bislang zumindest geplant. Dass sie wegen Corona nicht wie üblich gefeiert werden können, zeichnet sich jedoch bereits für den ersten Termin im Frühling ab. Der Finanzausschuss wird deshalb heute über durch Corona bedingte alternative Konzepte beraten.

„Zusammen Aufblühen“ heißt etwa die Frühlingskampagne, die heute zur Diskussion steht. Die „guten Erfahrungen“ des Sommerparks sowie zuletzt des vorweihnachtlichen Innenstadtzaubers stehen dabei Pate. Sinn sei es, den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft und die Innenstadt zu stärken sowie eine „positive Grundstimmung“ unter den Lorschern zu schaffen, heißt es vom Kulturamt. Ab Februar könnten im Rahmen von „Aufblühen“ zum Auftakt Blumensamen an Bürger verteilt und Lorscher aufgefordert werden, Töpfe mit Blühpflanzen ans Stadthaus zu bringen, wo ein Herz-Motiv daraus gelegt wird. Von April bis Juni werden unter anderem Blumenteppiche, Pfingstrosen-Verkauf, ein verkaufsoffener Sonntag und musikalische Walking-Acts statt einer Aktionsbühne vorgeschlagen.

Sollte es wegen der Pandemie unmöglich sein, auch die Alternativkonzepte auszuarbeiten und müssen die Termine komplett abgesagt werden, dann sollen die für die Veranstaltungen vorgesehen Gelder wieder auf das Konto „Kommunale Coronahilfen“ übertragen werden, heißt es im Beschlussvorschlag für die Sitzung heute.

Der Welterbetag ums Kloster könnte im Juni auch erneut in digitaler Form laufen. Die Idee für ein digitales Birkengarten-Festival hat der Ausschuss dagegen bereits abgelehnt. sch

Eröffnet wird die Sitzung mit Informationen über ein Großprojekt, das zuletzt für viel Gesprächsstoff gesorgt hat, im Haushaltsplan eine nicht zu übersehende Rolle spielt und sich in den Portemonnaies der Bürger bemerkbar macht: die Kläranlage. Die Abwassergebühr für die Lorscher ist in diesem Jahr um etwas mehr als einen Euro auf jetzt 3,98 Euro pro Kubikmeter erhöht worden und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt im Kreis Bergstraße. Die Gebührenanhebung wurde wegen der Investitionsmaßnahmen in die Lorscher Anlage, gebaut 1972, erforderlich.

Heute geht es um die Erneuerung des Pumpwerks in der Lagerhausstraße sowie des Zulaufhebewerks. Ein Ingenieurbüro aus Koblenz, spezialisiert auf Wasser, Umwelt und Energie, hat eine Machbarkeitsstudie erstellt. Die Ausschreibung wurde aufgehoben. Wegen Corona wird darauf verzichtet, dass die Experten ihre Arbeit in der Sitzung vorstellen. Erläuterungen werde es durch die Lorscher Bauamtsleitung geben, heißt es von der Verwaltung.

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Untersucht wurden ein Neubau beziehungsweise ein Umbau des Pumpwerks Ostsammler im laufenden Betrieb. Die Kommunalpolitiker durften sich in eine Thematik einlesen, die für Nicht-Techniker nicht einfach ist. Es geht zum Beispiel um den Neubau des Hebewerks als Schneckenpumpwerk oder als Kreiselpumpwerk oder als kombiniertes Schnecken- und Kreiselpumpwerk und um Begriffe wie „Drosselschachteinrichtung“, „Beruhigungsstrecke“ „Pumpensumpf“ und „Sammelrinne zum Regenüberlaufbecken“.

Ein Ergebnis der Studie ist, dass beim Werk in der Lagerhausstraße ein Neubau „oberstromig zum vorhandenen Bauwerk unter Einbezug vorhandener Bausubstanz empfohlen wird“. Nachteil: das würde rund 300 000 Euro teurer. Gegenüber den bislang bekannten Kosten ist damit von Baukosten in Höhe von 7,3 Millionen Euro auszugehen. Als Vorteil werden allerdings die Weiternutzung von Bausubstanz und die Langlebigkeit des neuen Bauwerks angeführt.

Ohne Betreuung kein Beitrag

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Der Finanzausschuss soll außerdem zustimmen, Mittel für die Hebeanlage im Zulauf der Kläranlage im Haushaltsplan zu veranschlagen. Die Baukosten für ein kombiniertes Kreisel-/Schneckenpumpwerk belaufen sich auf vier Millionen Euro. Beschließen soll das Gremium heute auch, dass Eltern die Kita-Beiträge erlassen werden, wenn sie im Lockdown keine Betreuung in den Kindergärten in Anspruch nehmen. Es soll eine tageweise Abrechnung möglich werden für diejenigen, für die die Nutzung der städtischen Einrichtungen dennoch unverzichtbar ist.

Sporthalle könnte größer werden

Noch in diesem Jahr soll der erste Spatenstich für die Mehrfeldhalle im Ehlried erfolgen. Statt der Zweifeldhalle, von der bislang die Rede war, könnte im Lorscher Süden aber auch eine Dreifeldhalle der Stadt entstehen. Im Finanzausschuss wird heute der Bau einer solchen Halle mit einer Zuschauertribüne für mindestens 300 Personen Thema sein.

Der Magistrat spricht sich inzwischen für diese Lösung aus und verweist – unter anderem mit Blick auf die zweite Grundschule, die nahe der Siemens-Schule gebaut werden soll –, auf die erheblichen Vorteile für die Zukunft. Auch neue Sportarten könnten möglich werden. Grundlage ist eine neue Kostenkalkulation des beauftragten Planungsbüros. Mit einer Zusatz-Investition von 500 000 Euro ließe sich demnach statt der Halle für maximal 199 Besucher der größere Bau realisieren. Die zusätzlichen Folgekosten jährlich würden sich im mittleren fünfstelligen Bereich bewegen. sch

Redaktion