Turnvereinigung - Jubiläum zum 150-jährigen Bestehen soll nun im Herbst gefeiert werden / Größter Lorscher Verein mit 2000 Mitgliedern Tvgg vertagt ihren Festkommers

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Die Leistungen der Tvgg-Mitglieder können sich sehen lassen. Der für den März vorbereitete Festkommers aber muss wegen Corona vertagt werden. © WEINBACH

Lorsch. Die Turnvereinigung Lorsch Tvgg feiert in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum. Sie wurde im Jahr 1871 zunächst als Turnverein gegründet. 1906 bildeten einige Mitglieder des Turnvereins eine eigene Turngemeinde. Beide Sportvereine wurden 1933, unter einem gewissem politischem Zwang der Nationalsozialisten, wieder zusammengeschlossen, und nennen sich seit dieser Zeit Turnvereinigung. Diese Tvgg feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen.

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Wegen der Corona-Einschränkungen wurde der für den Monat März vorgesehene Festkommers allerdings verschoben, gab jetzt Walter Spiwak bekannt, der Leiter eines Organisationsteams. In einer Videokonferenz mit dem Hauptvorstand war das beschlossen worden.

Neue Einladungen für die Gäste

Die Einladungen wurden abgesagt. „Entgegen unseren Erwartungen hält uns Corona weiterhin fest im Griff. Wir sehen uns nun leider dazu gezwungen, unseren Festkommers am 27. März 2021, anlässlich unseres 150-jährigen Jubiläums, abzusagen“, heißt es von der Tvgg. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, betonen die Sportler gleichfalls. „Sofern es die Situation zulässt, wollen wir im Herbst 2021 einen erneuten Versuch wagen“, unterstreichen sie. Es soll rechtzeitig darüber informiert werden und neue Einladungen sollen den Gästen dann zugeschickt werden.

In einer Broschüre zum 100-jährigen Jubiläum, als die Tvgg noch aus den Abteilungen Turnen (seit 1871), Leichtathletik (seit 1927), Handball (seit 1929), Fußball (seit 1951), Schwimmen (seit 1969) und Judo (seit 1970) bestand, werden die Anfänge des Turnens in Lorsch so beschrieben:

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„Vor 100 Jahren hat das Jahn’sche Turnen in seiner ursprünglichen Form in Lorsch Eingang gefunden. Als das Turnen, nach großen Bemühungen und harten Auseinandersetzungen des Turnvaters Jahn mit den damaligen Machthabern, im Jahr 1846 zum freiwilligen Schulfach erklärt wurde, war die Bahn frei für die Gründung der Turnvereine.“ Nach Beendigung des Krieges 1870-71 fanden sich auch in Lorsch sportbegeisterte Männer, die den Wert der Turnerei erkannten und den Turnverein Lorsch gründeten.

Dem ersten Vorstand vor 100 Jahren gehörten Alexander Herd, Philipp Keller, Heinrich Schäfer, Heinrich Dossel und Johann Huba an. Zuerst stellte Heinrich Schäfer seinen Hof zum Turnen zur Verfügung. Als dieser zu klein wurde, benutzte man einen größeren in der Peterstraße.

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Die Turner wurden aber immer mehr, und man ging auf die sogenannte Tuchbleiche, und im Jahre 1877 auf den Wingertsberg, wo man das Geräte- und Volksturnen bis zum Ausbruch des Krieges 1914 übte.

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Ab 1898 wurde im Winter auch im „Weißen Kreuz“ und dann im „Goldenen Stern“ geturnt. Nach dem Krieg ging der Turnbetrieb zunächst kurze Zeit im Garten des Gasthauses „Zum Lagerhaus“ und ab 1923 auf der Ziegenweide weiter. Nach dem I. Weltkrieg wurden zwei Hallen der französischen Besatzungsmacht aus Mainz geholt und zu ersten Lorscher Vereinsturnhalle aufgebaut.

Dort und auf dem Fußballplatz errangen die Mitglieder im Laufe der Jahre bei Wettkämpfen zahlreiche Preise. Die Halle wurde lange Jahre auch zum gesellschaftlichen Mittelpunkt für viele Veranstaltungen. Auch die Partnerschaft mit dem Turnverein Jeanne d’Arc aus der französischen Partnergemeinde Le Coteau begann dort.

Dann kam der Umzug ins Ehlried

Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts zog die Tvgg um auf das neue Sportgelände, mit Halle, im Ehlried im Lorscher Süden. Das Motto der Tvgg lautete schon vor Jahren: „Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit“. So ist es bis heute geblieben. Die Turnvereinigung hat heute mit ihren Abteilungen Turnen, Handball, Fußball und Judo, wo Kinder, Jugendliche und Frauen aktiv sind, rund 2000 Mitglieder. ml