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„Unverpackt“-Laden

Schließung macht mich traurig und nachdenklich

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Es macht mich betroffen, traurig, wütend, ärgerlich und vor allem nachdenklich, dass der Lorscher „Unverpackt“-Laden nun schließen muss. Bei der Neueröffnung 2017 wurde er „willkommen geheißen in Lorsch“ und nun kann es nicht weitergehen?

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Es gibt so viel Leerstand in der Innenstadt. Vielleicht findet sich auf irgendeinem Weg die Möglichkeit, dass es weitergehen kann. Es gibt zum Beispiel Gemeinden, die aus Interesse, solche innovativen Läden zu halten, Konzepte entwickeln, wie sich eine finanzielle Unterstützung gestalten könnte.

Ein Nachruf: Seit Oktober 2017 gibt es den Lorscher „Unverpackt“-Laden. Nun muss dieser leider zum 18. September schließen. Ich habe dort eingekauft, weil es mir wichtig ist, Lebensmittel ganz ohne Plastikverpackung zu bekommen, regionale Lebensmittel einkaufen zu können, biologische Lebensmittel zu konsumieren, die Menge selbst bestimmen zu können, Pflegeprodukte ohne Plastikverpackung zu kaufen und beim Einkaufen auch noch Zeit zu haben auf den ein oder anderen Plausch.

Immer Zeit für einen Plausch

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Das Einkaufen im Lorscher „Unverpackt“ bedeutete für mich auch, nachhaltig zu sein. Und das nicht nur vor dem Hintergrund von Konsumverhalten, im Sinne von Umwelt, Natur und biologisch angebauten Lebensmitteln, sondern auch im sozialen Sinn. Im Lorscher „Unverpackt“ gab es immer Zeit für einen Plausch zwischen dem Einkauf. Hier bin ich immer auf interessante Menschen und Meinungen getroffen und bin neben meinem Einkauf jedes Mal an Erfahrung; menschlich oder aufs Produkt bezogen reicher und glücklich hinausgegangen.

Das Personal im „Unverpackt“ hat Zeit und Ruhe, sich mit der Kundschaft zu Beschäftigen. Das Personal im „Unverpackt“ lebt die Philosophie ganzheitlich. Es ist immer ein sehr wertschätzender Umgang, eine sehr angenehme Einkaufsatmosphäre.

Und dazu noch Lebensmittel, die angefangen bei der Produktion bis hin zum Verkauf das Klima weniger belasten, als beim Einkauf in den allermeisten gängigen Supermärkten. Das Sortiment im „Unverpackt“ hatte eine so vielfältige Bandbreite an biologischen und gleichzeitig regionalen Produkten; das gibt es in keinem gängigen Supermarkt. Für mich ist es unverständlich, dass diese zeitgemäße, nachhaltige, bessere Form des Einkaufens künftig in Lorsch nicht mehr möglich sein kann.

Politik sollte Läden unterstützen

Immer mehr kommt in der Gesellschaft doch an, wie sehr jeder gefragt ist, das eigene Konsumverhalten zu ändern, denn die Erde „brennt“. Für mein Verständnis von „Wir müssen etwas ändern“ muss es auch von Seiten der Politik Möglichkeiten geben, genau solche innovativen und zeitgemäßen „Unverpackt“-Läden“ zu unterstützen, damit sich diese halten können – auch, wenn es eine „Durststrecke“ gibt, weil es gerade nicht „Trend“ ist, unverpackt einkaufen zu gehen. Für mich ist es kein Trend, sondern ein Muss – und das schon seit vielen Jahren.

Schlussendlich hat jeder mit dem eigenen Kaufverhalten eine Macht darüber, welche Produkte angeboten werden oder eben nicht. Warum kauft die „Mehrheit“ dann trotzdem lieber dort ein, wo es gang und gäbe ist, dass der Einkauf verbunden ist mit Stress, mangelnder Menschlichkeit und Produkten, die dem Klima absolut schaden?

Jeder „Geldbeutel“ gibt es her abzuwägen und zu entscheiden, in welcher Welt wir leben möchten.

Anja Funck

Lorsch

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