Innenstadt - Neben dem Klostertaler soll es für eine befristete Zeit eine weitere Lorscher Münze geben / Ausgabedatum noch offen Mit dem Klostertaler-Plus bald zum halben Preis einkaufen

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Nina Schmelzing
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Neben dem Klostertaler (Bild) wird es in Kürze den Klostertaler-Plus geben. Die Münze aus Neusilber macht Einkaufen in Lorsch finanziell besonders attraktiv. © Zelinger

Lorsch. Seit 15 Jahren schon gibt es den Klostertaler. Mit der „Lorscher Währung“ kann man in zahlreichen Geschäften der Stadt einkaufen, auch viele Gastronomen akzeptieren die schmucken Taler, die einen Wert von jeweils fünf Euro haben. Zusätzlich zu den bewährten Münzen kommt in Kürze noch ein weiterer Klostertaler in den Handel – und dieser wird nicht nur dekorativ, sondern auch nach wirtschaftlichen Aspekten für Kunden unschlagbar attraktiv sein.

Wer die Differenz zahlt



Unterstützungsaktionen für die Innenstädte gibt es in zahlreichen Kommunen. Ein so attraktives Angebot wie der Klostertaler-Plus ist aber eine Besonderheit. Wie kann das Einkaufen zum halben Preis funktionieren?

Erstattet wird der jeweilige Differenzbetrag von 2,50 Euro von der Stadt Lorsch. Zur Verfügung steht dafür die Haushaltsstelle „Kommunale Corona-Hilfen“, die im Vorjahr auf Antrag aller fünf im Ortsparlament vertretenen Fraktionen gebildet wurde. Auf das in der Corona-Krise angelegte Konto wurden Mittel übertragen, die im Haushalt für die Ausrichtung Lorscher Stadtfeste vorgesehen waren, die dann wegen Corona aber nicht gefeiert werden konnten: Das Johannisfest und die Kerb beispielsweise.

Von der Stadt werden auch die Kosten für das Erstellen der neuen Klostertaler-Plus-Münzen übernommen. Funktionieren kann das Einkaufen zum halben Preis natürlich nur über einen begrenzten Zeitraum. Spätestens im Herbst soll die Aktion auslaufen. sch

2,50 Euro ausgeben – fünf erhalten

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Besonderheit nämlich: Der Einkaufswert entspricht mit fünf Euro zwar dem bekannten Klostertaler. Ausgeben müssen Kunden für den Erwerb der Münze allerdings lediglich 2,50 Euro. Mit dem sogenannten Klostertaler-Plus im Portemonnaie lässt sich also zum halben Preis auf Einkaufstour gehen in Lorsch.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte in ihrer letzten Sitzung im Dezember vergangenen Jahres einstimmig beschlossen, den Klostertaler-Plus produzieren zu lassen. Ziel der Initiative ist es, die durch den Lockdown leidenden Ladengeschäfte und Gastronomiebetriebe in der Innenstadt in der Corona-Krise zu stärken und das Zentrum so unbeschadet wie möglich durch die viele Existenzen bedrohende Pandemie zu bringen. Die Idee für die neue Münze hatte die Grünen-Fraktion eingebracht.

Dass die Stadtverordneten mit ihrem Beschluss einen Volltreffer gelandet haben, zeigte sich umgehend. Kaum war in der Zeitung über das Projekt berichtet worden, erlebte die Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Lorscher Einzelhandel, Monika Graf, eine riesige Nachfrage nach den wertvollen Münzen. Die ersten Anrufer interessierten sich gleich für den Kauf von 200 Stück.

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Zu haben ist der Klostertaler-Plus aber noch nicht. Mit dem Beschluss der Stadtverordneten wurde damals erst der Startschuss für die Entwicklung gegeben. Vereinbart worden war zudem, die Einzelheiten in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Entwicklungsgesellschaft Lorsch (EGL) auszuarbeiten. Dass es nicht so sein soll, dass sich einige schnell reagierende Interessenten umfangreiche Mengen der attraktiven Währung sichern und die Mehrheit leer ausgeht, ist den Befürwortern der Aktion ebenfalls ein Anliegen.

Inzwischen haben Vertreter von EGL, Wirtschaftsvereinigung und Stadt Lorsch darüber beraten, wie der Klostertaler-Plus aussehen und wie das Konzept funktionieren soll. Ergebnisstand derzeit: Die neue Münze soll ebenso wie der aktuell gültige Klostertaler ein Motiv der Königshalle zieren, so Timo Cyriax, Projektleiter der EGL, auf Nachfrage. Statt aus Messing wird der Klostertaler-Plus aus Neusilber sein. Das begehrte Edelmetall ist zwar kein materieller Bestandteil der Münze, es handelt sich vielmehr um eine Kupferlegierung. Für den silberweißen Glanz sorgen Nickel und Zink.

Attraktiv auch ohne Edelmetall

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Dass „Silber“ nur im Wort vorkommt, in der Münze jedoch fehlt, dürfte für den Erwerb der neuen Klostertaler allerdings nachrangig sein. Der Klostertaler-Plus als Lorscher Währung ist konkurrenzlos günstig. Und obwohl der Taler dank seines Materials auch langlebig ist – zum Aufheben für das Sparschwein ist er natürlich nicht gedacht. Damit niemand auf die Idee kommt, die kostbare Währung zu bunkern, wird sie ein Verfallsdatum bekommen. Geplant ist, dass damit maximal bis zum Herbst eingekauft werden kann. Anschließend soll sie als Zahlungsmittel ungültig werden.

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Mit dem Klostertaler-Plus soll schließlich zeitnah die örtliche Wirtschaft belebt werden. Nicht nur der stationäre Handel erlebt durch die Corona-Auflagen einen beispiellosen Einbruch. Der Lockdown betrifft auch die Betreiber von Friseursalons, Kosmetikstudios und Reisebüros hart. Geplant ist, dass der Klostertaler-Plus in vielen Lorscher Betrieben und Dienstleistungsunternehmen eingelöst werden kann.

Mit dem bisher üblichen und weiter geltenden normalen Klostertaler kann in Lorsch an mehr als 70 Geschäftsadressen bezahlt werden – in der Buchhandlung ebenso wie beim Bäcker und Optiker oder in einigen Cafés und im Sportgeschäft. Anders als der Klostertaler-Plus sind die bewährten Lorscher Münzen auch lange einlösbar. Mit den im vorigen Jahr geprägten Klostertalern kann man noch bis Ende 2024 einkaufen.

Wann aber gibt es endlich den begehrten Klostertaler-Plus? Im Februar oder spätestens März soll es soweit sein. Auf ein genaues Ausgabe-Datum will sich derzeit noch niemand festlegen lassen. Zugesagt ist, dass informiert werden soll, wenn alle Details geklärt sind und es losgehen kann.

Bitten um Reservierungen gibt es bereits mehrere. Zusätzlich zur Klostertaler-Plus-Aktion ist auch eine Verlosungsaktion in Vorbereitung, die für Kaufanreize im Zentrum sorgen soll.

Redaktion