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Sportlerwahl

Lorscher Tanzpaar liebt Samba und Jive

Von 
Nina Schmelzing
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Lorsch. Viele sehr erfolgreiche Athleten sind in diesem Jahr nicht zum ersten Mal für die Wahl der Sportler des Jahres vorgeschlagen. Es gibt aber auch Premieren. Renate und Helmut Ruh etwa waren noch nie für den besonderen Lorscher Titel nominiert. Jetzt sind sie Bewerber für die Auszeichnung als „Team des Jahres“. Die Ruhs treten für den Tanzsportclub Rot-Weiß Lorsch an. Wegen Corona fielen auch bei den Tänzern nahezu alle Wettkämpfe aus. Im vorigen Jahr gewannen die Ruhs aber noch die Hessenmeisterschaft, und das gleich doppelt.

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Zweite und dritte Plätze haben sie schon viele geholt – über ihren Sieg in Frankfurt im Februar 2020 freuten sich die Hessenmeister in der Kategorie Senioren III A- und B-Latein deshalb besonders.

Die Hessenmeister der Senioren Renate und Helmut Ruh vom TSC Lorsch. © Ruh

Wenn man vorne mittanzen will, muss man viele Turniere besuchen und Punkt sammeln, berichtet Helmut Ruh. Gemeinsam ist das Paar deshalb viel auf Achse. Etwa jedes zweite Wochenende waren die beiden in der Vergangenheit deutschlandweit unterwegs. Beim Tanzturnier „Die Ostsee tanzt“, einem der größten Tanzturnierveranstaltungen für Senioren, haben die Ruhs ebenso einen guten Eindruck gemacht wie bei Wettbewerben im bayerischen Rosenheim.

Helmut und Renate Ruh sind beide 64 Jahre alt. Ein erfolgreiches Tanzpaar zu werden, hatten sie zunächst nicht geplant. Mit dem Tanzen haben sie in einer Tanzschule in Worms begonnen, aber erst seit 2015 nehmen sie an Turnieren teil. Die Anregung dazu kam von einem befreundeten Paar.

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Heuboden wurde zum Tanzsaal

„Ich liebe Tanzen“, sagt Renate Ruh. Er sei nicht gleich davon begeistert gewesen, räumt Helmut Ruh ein. Als er mit seiner Frau einen Schnupperkurs besuchte, stellte er jedoch fest: „Das ist gar nicht so schlecht.“ Während es in der Tanzschule „gemütlich“ zugeht, ist das beim Turniersport selbstverständlich anders. Zum Training zwei Mal in der Woche kommen noch einige Privatstunden hinzu und täglich ein privates Trainingsprogramm daheim. Den Heuboden ihres Aussiedlerhofes haben die Ruhs deshalb zum Tanzsaal umgebaut und mit Spiegeln versehen, um die Übungseinheiten jederzeit nachtrainieren zu können.

Wenn man weiterkommen wolle, sei es unerlässlich, Ehrgeiz und Trainingsfleiß zu entwickeln. Die Ruhs haben ihr Können längst bewiesen. In den vergangenen Jahren sind sie immer weiter aufgestiegen und tanzen nun in der A-Klasse, das ist eine Stufe vor der höchsten Klasse.

Das Ehepaar lebt in der Nähe von Grünstadt. Warum sie sich ausgerechnet dem Lorscher TSC angeschlossen haben? Weil im Tanzsportclub Rot-Weiß viele erfolgreiche Turniertänzer aktiv sind, erklärt Helmut Ruh. Auch Anfänger würden dort „super“ unterstützt, lobt er. Die Anfahrtzeit, eine Dreiviertelstunde zum Training, nehmen die Sportler daher in Kauf. Man finde schließlich nicht in jedem Ort einen geeigneten Trainer, wissen die Tänzer. In Lorsch werden sie von Peter und Tatjana Müller sowie Robert Wolf betreut. Renate Ruh ihrerseits bringt sich im TSC als Sportwartin ein.

Die Ruhs beherrschen nicht fünf, sondern zehn Tänze ausgezeichnet: die Standardtänze, zu denen Langsamer und Wiener Walzer, Tango, Slowfox und Quickstep gehören sowie die Lateinamerikanischen Tänze wie Cha-Cha-Cha, Rumba, Samba, Jive und Paso Doble. Am liebsten sind ihnen die „schnellen Tänze“ – also Jive und Samba.

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Wenn es sich anbietet, schließen sie manchmal ein paar Urlaubstage an. Nur mit Hinfahren und den Vorführungen ist es bei den Turnieren schließlich nicht getan. Allein bis alles gerichtet ist, die Paare den Regeln entsprechend angekleidet sind, die Frauen sich geschminkt haben und man sich gemeinsam aufgewärmt hat, vergehen gut zwei Stunden Vorlaufzeit. Ab der B-Klasse tragen die Männer einen Frack. Einen Frackschneider sowie ein schönes glitzerndes Tanzkleid finde man „nicht an jeder Ecke“.

Wenn man als Tanzpaar erfolgreich sein will, sollte man natürlich auch nicht gerade dann Ehekrach haben, wenn es zum Turnier geht. Die Ruhs haben diesbezüglich keinerlei Probleme. „Wir machen alles zusammen. Wir sind ein gutes Team“, erklären sie – und das obwohl oder gerade weil sie schon seit 44 Jahren verheiratet sind.

Redaktion

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