Frühlingsmarkt - Zweitägige Veranstaltung wird in der Corona-Krise als Angebot im Internet gestaltet / Viele bekannte Akteure im Netz Lorscher feiern als Erste digital

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Nina Schmelzing
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Im Kulturamt gestaltete Jana Lenhart die Programmblöcke. © Zelinger

Lorsch. Heute und morgen lädt Lorsch zum Frühlingsmarkt ein. Im Veranstaltungskalender der Stadt war die zweitägige Großveranstaltung zwar Ende April mit dem Vermerk „abgesagt“ versehen worden. Das aber wurde schnell wieder korrigiert. Es gibt keine Absage. Das Fest, das im Verbund mit dem Bienen- und Dichterfest, verkaufsoffenen Sonntag sowie Pfingstrosentagen gefeiert wird, und im Vorjahr laut Zählung der Veranstalter 22600 Besucher anzog, ist diesmal allerdings nur im Internet zu erleben.

Schönung: Wir sind stolz darauf

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„Wir sind stolz darauf“, sagt Bürgermeister Christian Schönung dazu, dass es nun trotz Corona ein umfangreiches Programm gibt. Lorsch sei „die erste Kommune in der weiteren Region“, die ein solches Stadtfest digital ausrichte. Das teilte Schönung in der Magistratsinformation zur Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag mit. Es sei „Großes auf die Beine gestellt worden“, freut er sich. Es handle sich um „ein ganz tolles Produkt“.

Die Mitarbeiter im städtischen Kulturamt hatten in den vergangenen Tagen gut zu tun, um das Fest als Premiere im Netz möglichst attraktiv präsentieren zu können. Amtsleiterin Gabi Dewald war noch am Donnerstagnachmittag an verschiedenen Stationen in Lorsch unterwegs, um Anmoderationen in die Digitalkamera von Mitarbeiter Marcel Ehret zu sprechen.

Vor dem Alten Rathaus kündigte sie etwa mit den Worten „Kein Stadtfest ohne die Laurissa“ den Auftritt des Lorscher Musikzugs an. Mehrere ältere Damen, die dort gerade ein Eis verspeisten, hörten interessiert und etwas verwundert zu. Denn zu sehen oder zu hören waren die Musiker natürlich nicht. Erst später dazugeschnitten wird auch der Beitrag der Germania. „Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede“ laute der Wahlspruch des Lorscher Männergesangvereins, berichtete Dewald vor der Kamera am Benediktinerplatz.

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Im blühenden Pfingstrosengarten moderierte Dewald einen Filmbeitrag über den Züchter der „Lorscher Päonie“ an, der nun im Online-Programm des Frühlingsmarktes zu sehen sein wird. Einen solchen Einblick in die Zuchtanlage in Österreich gab es beim analogen Frühlingsmarkt bislang nicht, kann die Kulturamtsleiterin dem virtuellen Markt durchaus Positives abgewinnen. Das Stadtfest werde diesmal ohne finanzielle Unterstützung der Stadt realisiert, der digitale Frühlingsmarkt sei dank Sponsorengeldern möglich, erinnert Dewald.

Auf dem Wingertsberg bei Aster Walter wurde die Eritreische Kaffeezeremonie aufgenommen, die inzwischen fester Bestandteil des Lorscher Frühlingsmarktes ist. Den Kaffeeduft und das sofortige Mittrinken in der Gemeinschaft kann das Internet den Frühlingsmarkt-Freunden aber natürlich nicht liefern.

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Eine Umstellung ist die virtuelle Veranstaltung auch für die zahlreichen Akteure, die ihr Können üblicherweise auf der Bühne zeigen. Die Formationen der Bürger-Funken und die jungen Leute von Vronis Tanzstudio haben ihre Tänze für die Kamera zum Teil direkt vor der Königshalle aufgeführt. Eine Bühne konnte diesmal schließlich nicht aufgebaut werden. Statt unmittelbar Applaus und Zugabe-Rufe zu hören wird es den Beifall nun erst im Anschluss an die Ausstrahlung geben.

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Zum Frühlingsmarkt-Programm gelangt man heute und morgen um 11, 15 und 17 Uhr über die Facebook-Seite der Stadt. Bei den je 20-minütigen Beiträgen gibt es keine Wiederholungen.

Zwei Konzerte im Live-Stream

Als Live-Stream werden außerdem zwei Konzerte geboten. Heute um 19 Uhr sorgt Jean Diehl mit den Pink Panthers für Stimmung, morgen um die gleiche Zeit tritt die Band Sound Factory auf, mit den Lorscher Geschwistern Annalena und Patrick Wahlig.

Redaktion