Seniorenkreis - Vortrag über die Arbeit des Hospizvereins Liebevolles Umfeld wichtig

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Doris Kellermann (l.) und Seniorenkreis-Leiterin Gisela Schmidt beim Vortrag zum Thema Hospizbewegung. © par

Lorsch. Über die Themen Tod und Sterben zu reden, ist nicht einfach. Bei einer Veranstaltung des Lorscher Seniorenkreises vermittelte Referentin Doris Kellermann vom Hospizverein Bergstraße jedoch, dass der für alle unausweichlichen Tod in einem liebevollen Umfeld leichter zu ertragen sei.

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Seniorenkreis-Leiterin Gisela Schmidt, selbst ehrenamtliche Mitarbeiterin des Hospizvereins, begrüßte die Teilnehmer sowie Pfarrer Thomas Blöcher und stimmte die Senioren mit der Geschichte auf das Thema ein. Sie handelte von einer Kastanie, die im Herbst nicht vom Baum fallen wollte und damit ihren Lebenszeck des neuen Lebens im folgenden Frühling versäumt. Der Tod heiße: Etwas wandeln zu einer Neugestaltung.

Das Leid beseitigen

In ihrem bebilderten Vortrag berichtete Doris Kellermann von der Hospizarbeit, die sich ausgehend aus dem englischen Sydenham im Jahr 1967 zu einer großen Bewegung entwickelte. Der Name Hospiz bedeute „Raststätte auf dem Weg“ und das Wort „Palliativ“ kann man mit „umhüllend“ beschreiben. Dabei hüllte sie sich in einen großen dunkelroten Umhang, wie ihn Pilger auf dem Jakobsweg benutzen.

Man könne St. Martin als eine Palliativ-Fachkraft sehen, denn er teilte seinen Mantel und umhüllte mit der einen Hälfte einen armen Bettler, der sonst erfroren wäre, so Doris Kellermann. Die Palliativmedizin sei dazu da, dass Leid zu beseitigen, nicht den Leidenden. Die Hospizbewegung baut dabei auf ehrenamtliche Mitarbeiter.

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Der Hospizverein Bergstraße wurde im Jahr 1994 gegründet mit dem Auftrag der ambulanten Sterbebegleitung und Trauerbegleitung der Angehörigen. Das Herzstück sei die Sterbebegleitung mit vielen Ehrenamtlichen. Sie besuchen Menschen in ihren Wohnungen und arbeiten zudem in der stationären Betreuung mit.

Seit dem Jahr 2010 stehen im Hospiz in Bensheim zehn Betten für Patienten zur Verfügung. Für Menschen, die unheilbar krank sind und deren Ende abzusehen ist, ist der Aufenthalt im Hospiz im Bensheim für die Patienten kostenlos. Die Kosten werden durch die Krankenkassen sowie durch Spenden getragen.

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Die meisten Sterbenden werden aber von Familienangehörigen betreut, die dabei oftmals an ihre Grenzen kommen. „Holen sie sich früh genug Hilfe“, mahnte Doris Kellermann. Anderenfalls blieben die pflegenden Angehörigen häufig selbst kraftlos auf der Strecke. Hilfe biete der Hospizverein mit seinen vielen Möglichkeiten. Dazu gehören Einzelbegleitungen, Sprechstunden, das Trauerfrühstück oder auch das Trauer-Café. Aber auch in Wandergruppen, Kindertrauergruppen, in der Weinberg-Gruppe oder bei Workshops könne Trauerbewältigung stattfinden.

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Der Hospizverein Bergstraße unterstützt seine vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter mit verschiedenen Angeboten. Die Hospiz-Stiftung, die die Finanzen verwaltet, nimmt gerne Spenden entgegen. par