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Sportler des Jahres - Kanurennsportler Simon Specht, Vize bei der DM, erneut für den Titel nominiert

In Lorsch pfeilschnell mit dem Boot übers Wasser

Von 
Nina Schmelzing
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Der Lorscher Simon Specht hat bereits an mehreren internationalen Wettkämpfen erfolgreich teilgenommen. Seit 2018 gehört er zum Junioren-Nationalteam der Kanurennsportler. Bei der Deutschen Meisterschaft holte er voriges Jahr Platz zwei. © Specht

Lorsch. Sehr erfolgreiche Athleten werden meist nicht nur einmal im Laufe ihrer Karriere für die Wahl zum Sportler des Jahres vorgeschlagen. Ein Lorscher, dem bereits zum sechsten Mal wegen herausragender Leistungen diese Ehre zuteil wird, ist aber dennoch selten – vor allem, wenn er noch sehr jung ist. Simon Specht, erst 18 Jahre alt, gehört zu diesen Ausnahmetalenten.

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Seit 2015 zählt der Kanute fast jedes Jahr zu dem kleinen Kreis der Titelanwärter, den die Sportkommission der Stadt präsentiert. Zwei Mal, 2020 und 2018, hat Simon Specht die Publikumswahl bereits gewonnen und wurde feierlich zum Lorscher Sportler des Jahres gekürt. In der derzeit laufenden Abstimmung – jeder BA-Leser kann sich daran beteiligen – ist Specht nun erneut einer von insgesamt drei Bewerbern für die begehrte Auszeichnung.

Seine konstant guten Leistungen sind ein Beweis für die Klasse des Hochleistungssportlers. Auch die Kanurennsportler hatten schließlich stark unter Corona zu leiden. Zahlreiche Wettkämpfe wurden abgesagt: Große internationale Vergleiche wie die Junioren-WM zum Beispiel sowie die Olympic Hope Games, die ursprünglich auch für Spechts Altersklasse veranstaltet werden sollten.

Wenn es keine Möglichkeiten gibt, sich der Konkurrenz zu stellen beziehungsweise sie zu überholen, dann nimmt es mancher auch mit dem Training nicht mehr so genau, vernachlässigt geplante Einheiten. Bei Simon Specht ist das nicht der Fall. Es gelingt ihm trotzdem, sich immer zu motivieren.

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Auch in der Corona-Krise hielt er diszipliniert an gewohnten Trainingszeiten sechs Mal in der Woche fest. Trockenübungen mit dem Paddel-Ergometer halfen, die Fitness zu behalten. Das Wasser aber fehlte natürlich, die gewohnte Umgebung und andere Sportler zum Austausch. „Extrem langweilig“, gibt Simon Specht zu, der solche Alternativen sonst nur ausgiebig nutzt, wenn der Altrhein zugefroren ist.

Belohnt hat er sein Durchhaltevermögen und sein Können mit Silber bei der Deutschen Meisterschaft der Junioren im August vorigen Jahres in Duisburg. Im Einer belegte er den zweiten Platz über die 500 Meter. In 1,44 Minuten schoss er mit seinem weißen Boot ins Ziel.

Fach-Abi gut bestanden

Zielstrebig ist der zweifache Goldmedaillengewinner nicht nur, wenn es um den Kanurennsport geht. Der einstige Absolvent der Werner-von-Siemens-Schule in Lorsch hat inzwischen sein Fach-Abitur im Bereich Wirtschaft und Verwaltung abgelegt. An der Elisabeth-Selbert-Schule in Lampertheim habe er dabei durchweg zweistellige Punktzahlen erreicht, freut er sich über seinen guten Abschluss.

In Lampertheim wird der Lorscher auch in den kommenden Monaten sehr viel Zeit verbringen. Er wird dort nämlich einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Ein Jahr lang wird er Kinder betreuen, vom Vorschulalter bis zur fünften und sechsten Klasse. Vorteil für Specht: Er kann die Arbeit mit seinem Training bei seinem Verein kombinieren, dem renommierten Wassersportverein Lampertheim (WSV). Trainiert wird er von Dieter Brechenser.

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Schon lange im Kader

Die Wege nach Lampertheim sind für den Leistungssportler kürzer geworden. Er kann sie jetzt schließlich selbst fahren, hat den Führerschein in der Tasche. Ein neues Boot hat sich Specht, der seit 2018 der Juniorennationalmannschaft angehört und inzwischen im zweiten Jahr zum ersten Kader zählt, ebenfalls zugelegt. Das Paddel mit dem Logo der Stadt Lorsch nutzt er immer noch und macht auf diese Weise den Namen der Welterbestadt weithin bekannt. Ersatz hat er sich aber mittlerweile besorgt, falls das Geschenk durch den Dauereinsatz irgendwann doch kaputtgehen sollte.

Zum privaten Glück zählt seine Freundin. Sie hat zudem vollstes Verständnis für Spechts zeitaufwändigen Sport, denn Kanurennsport ist auch ihr Hobby – und Titel holt sie gleichfalls. Unter anderem ist sie Süddeutsche Meisterin, erzählt Simon Specht nicht ohne Stolz.

Wie alle Leistungssportler hofft auch Simon Specht, dass Corona bald wieder normale Übungseinheiten, Trainingslager sowie große und internationale Wettkämpfe zulässt. Erfolge feierte er schon im Kanu-Einer, Zweier und Vierer, über 200 Meter ebenso wie über 500 und 1000 Meter Distanz. Sein großer Traum ist eine Qualifizierung für die Olympischen Spiele, etwa 2024 in Paris.

Redaktion

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