Naturkindergarten - Spende der Eltern an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wird für eine Pflanz-Aktion verwendet Im Gruppenraum der Kita wachsen bald neue Bäume

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Nina Schmelzing
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Der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bergstraße, Wolfram Grüneklee (links), freute sich über eine Spende des Naturkindergartens. Mit dem Geld sollen neue Bäume in direkter Nähe zum Kindergarten gepflanzt werden. © Zelinger

Lorsch. Im Gruppenraum des Naturkindergartens in Lorsch könnten demnächst ein paar neue junge Bäume wachsen. Der „Gruppenraum“ der besonderen Kita, die am Bruchweg residiert und das Freigelände am Depot nutzt, ist schließlich erklärtermaßen „die Natur“. So formuliert es jedenfalls das Familienzentrum Bensheim, das den Lorscher Kindergarten betreibt.

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Jeden Tag sind die Drei- bis Sechsjährigen dort draußen an der frischen Luft. Die Eltern des Kindergartens hatten auch diesmal zum Jahresabschluss Geld für einen guten Zweck gesammelt. Die kleine Spende, ein Betrag in dreistelliger Höhe, wurde diesmal an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) übergeben. Mit dem Geld könnten weitere Bäume in der direkten Umgebung des Naturkindergartens gepflanzt werden, freute sich der Bergsträßer SDW-Vorsitzende Wolfram Grüneklee.

Zum Beispiel Esskastanienbäume

Bei der Spenden-Übergabe am Kindergarten regnete es ausdauernd. Eltern, Kinder und auch Wolfram Grüneklee hatten aber trotzdem gute Laune. Denn die Kita-Nutzer wissen ebenso wie der SDW-Vorsitzende: „Der Regen ist wichtig und gut für den Wald.“ Zuletzt hat auch der Bewegungsraum des Naturkindergartens zu wenig Regen abbekommen.

Buchen, Eichen und die birkenartigen Hainbuchen wachsen vor der Bauwagentür des Kindergartens. Wolfram Grüneklee schlug vor, mit dem Geld zum Beispiel ein paar Esskastanien zu beschaffen. Die Baumart könne auch Trockenheit vergleichsweise gut überstehen. Gerade mit Blick auf steigende Temperaturen, den Klimawandel und die damit verbundenen Folgen spielen solche Pflanzenarten eine zunehmend bedeutendere Rolle.

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Generelles Ziel müsse es sein, die Mischwälder weiter zu verdichten. Der Wald werde als CO2-Speicher wichtiger, erinnert Grüneklee. Die Bäume ziehen Kohlendioxid aus der Luft. Der Wald im Rhein-Main-Gebiet fungiere zudem als „Klimaanlage“. Dort sei es im Sommer etwa acht Grad kühler als außerhalb des Waldes, berichtete der Experte für den Waldschutz.

Dass der Wald auch für die persönliche Erholung vieler Menschen immer wichtiger wird, machen Trends wie das „Waldbaden“ deutlich. Auch an diese Heilkraft, die dem Wald zugeschrieben wird, erinnerte Grüneklee in Lorsch.

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Die Kinder der Natur-Kita wissen von diesen vielfältigen Bedeutungen des Waldes vielleicht noch nicht sehr viel. Dass ihr Spielgelände ohne Bäume, zahlreiche Tiere und den Wald am südlichen Stadtrand aber erlebnisärmer wäre und sehr viel weniger Möglichkeiten für Entdeckungen böte, das ist zumindest ihren Eltern sehr bewusst. Mit dem Vorschlag einer Pflanz-Aktion zeigten sich die Elternvertreterinnen Claudia Veith und Sarah Peters umgehend einverstanden.

Der Wald ist keine Fabrik

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Schon für einen Betrag von 100 Euro könne man eine Vielzahl passender Pflanzen setzen, versicherte ihnen Wolfram Grüneklee. Gleich loslegen zu wollen, ist aber wenig sinnvoll. Dass die Natur Zeit braucht, auch daran erinnerte der Fachmann. „Der Wald ist keine Schraubenfabrik“, erklärte er, dass man manchmal Geduld haben muss. Der richtige Zeitpunkt für eine Pflanzaktion ist vielmehr das Frühjahr.

Der Naturkindergarten ist jetzt fast genau vier Jahre alt. Eröffnet wurde er im Februar 2017, in Lorsch bietet er insgesamt 20 Kinderbetreuungsplätze.

Die gemeinsamen Expeditionen in Wald und Wiesen rund um den Sachsenbuckel finden täglich in der Zeit von 7.30 bis 13.30 Uhr statt. Anders als in den meisten anderen Kitas gibt es keine Nachmittagsbetreuung. Geleitet wird der Naturkindergarten von Carina Hornung. Zusammen mit ihrem Team wird sie mit der Schutzgemeinschaft einen Termin vereinbaren, wann die Pflanzaktion möglich ist.

Für den Naturkindergarten ist es in Zusammenarbeit mit der SDW Bergstraße und ihren gut 130 Mitgliedern dann die erste Pflanzaktion in Lorsch.

Redaktion