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Obst- und Gartenbauverein

Fleißige und stubenreine Tiere

Imkerin referierte über Bienen

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ml
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Lorsch. Nach einer Corona-Pause hat der Obst- und Gartenbauverein Lorsch in diesem Sommer wieder seine Gartenstammtische fortgesetzt. Dabei geben Gartenfachleute Ratschläge über die Pflege von Blumen, Stauden, Sträuchern und Bäumen. Die interessierte Bevölkerung ist an jedem zweiten Dienstag im Monat um 18.30 Uhr auf das Vereinsgelände „Im Schnabelseck“ eingeladen. Zuletzt stand ein besonderes Thema auf dem Programm, der Jahresablauf von Bienen. Als Referentin des Abends hatte der Vorsitzende Klaus Eberle die Hobby-Imkerin Sabine Schmidt gewinnen können.

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Hobby-Imkerin Sabine Schmidt referierte über Bienen und Bienenhaltung beim Lorscher Obst- und Gartenbauverein. © Weinbach

Sie ist Mitglied beim Odenwälder Apfelverein, der sich besonders um hessische Apfelsorten kümmert. Unter den aufmerksamen Zuhörern in Lorsch saß auch der Kreisvorsitzende Wolfgang Heeb. Die Imkerin züchtet Honigbienen auf dem Vereinsgelände. Deren Jahresablauf richte sich nicht nach dem Kalenderjahr, sondern nach der Natur, dem Stand der Sonne, abhängig vom Futterangebot und vom Klima. Unterschieden werde zwischen Sommer- und Winter-Bienen und zwischen Arbeiterinnen und Drohnen.

Die Drohnen, die aus unbefruchteten Eiern entstehen, dienen der Begattung der Königin. Die 50 000 Arbeiterinnen eines Bienenstocks bestäuben Blüten, sammeln Pollen und Nektar, produzieren Honig im Stock. Sie führe ihre Zuhörer nicht an die Bienenstöcke heran, „da die Bienen im Herbst aufgeregt sind, weil sie Angst um ihr Futter haben“, verdeutlichte die Fachfrau den Umstand, dass sie einen Bienenstock mitgebracht hatte unter die Pergola, um dessen Funktion zu erklären.

Mäuse werden getötet

Dabei zeigte sie, dass diese meist mit Wachs verklebt und mit Honig getränkt sind. Ab August bereiten sich die Bienen auf die kalte Jahreszeit vor, stellen die Wachsproduktion ein, verkleben kleine Spalten und Ritzen, um den Bienenstock zu sichern, Eindringlinge abzuwehren. Dringe aber etwa eine Wühlmaus ein, werde sie von den Bienen totgestochen und im Stock einbalsamiert, erfuhren die Zuhörer.

Eine Biene stirbt, im Gegensatz zu einer Wespe, wenn sie einmal gestochen hat. Da es in den Wintermonaten weniger Nahrung gibt und die Drohnen ihre Pflicht erfüllt haben, werden sie von den Winterbienen aus dem Bienenstock vertrieben. Das eigentliche Bienenjahr beginnt am 21. September. Dann sind die wenigsten Bienen im Stock. Etwa 2000 bis 3000 Arbeiterinnen bilden eine Traube, die Königin sitzt in der Mitte, an der wärmsten Stelle. Eine Königin kann bis zu fünf Jahre alt werden. Eine neue Königin entsteht durch die Fütterung der Bienen, die vorher selbst ein Exemplar ausgewählt haben.

Bienen sorgen selbst für Wärme

Um zu verhindern, dass die Temperatur innerhalb eines Bienenstocks zu niedrig wird, erzeugen die Bienen mit Hilfe von Zitterbewegungen ihrer Flügel eine Nestwärme von 30 Grad. Ende September stellt die Königin die Eiablage ein. Ab Oktober kehrt langsam Ruhe ein, weil es für die Bienen zu kalt wird. Während der Winterruhe stellt die Königin ihre Brutaktivitäten ein. Die Bienen würden von den Imkern im Winter mit eingedicktem Zuckerwasser gefüttert, um ihr Überleben zu sichern, erklärte Sabine Schmidt.

Wenn die Außentemperaturen im Frühling 13 Grad erreicht haben, beginnen die Bienen mit ihren Reinigungsflügen, um die Kotblase zu entleeren. Bienen sind „stubenrein“, sie koten nur außerhalb des Stocks, damit sich Krankheiten nicht verbreiten, so die Imkerin.

Mit steigenden Temperaturen wird die Brutaktivität erhöht und die Winterbienen ziehen die nächste Generation von Sommerbienen heran. Ab April machen sich die Bienen vermehrt auf die Suche nach Futterquellen. Pollen und Nektar gibt es nun im Überfluss (Kirschen, Äpfel, Linden, Robinien, Blumen). Sie dienen der Königin als Nahrung, da sie Energie für die Eiablage benötigt. Der Imker stellt die Winterfütterung ein. Durch das große Blütenangebot im Sommer entwickelt sich das Bienenvolk rasant. Grund dafür ist die hohe Legeleistung der Bienenkönigin.

Ist das Bienenvolk stark und groß genug, erschaffen sie sich eine neue Bienenkönigin für die Fortpflanzung. Bei ihrem Hochzeitsflug wird sie von den Drohnen befruchtet. Die alte Königin verlässt mit einem Teil des Bienenvolks (Schwarmflug) den Stock und sucht sich einen neuen Standort. Nach dem Monat Juli endet das Bienenjahr. Dann wird der alte Honig aus dem Stock genommen und Platz gemacht für neuen.

Man dürfe nicht vergessen, so Sabine Schmidt, dass eine Biene etwa einmal um die Erde fliegen müsse, etwa 40 000 Kilometer, um ein einziges Kilo Honig zu produzieren. ml

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