Mensch vor Verkehr - Vertreter fürs neue Gremium wird gewählt Erfreut über den Projektbeirat

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Nina Schmelzing
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Lorsch/Einhausen. Die Mitglieder von „Mensch vor Verkehr (MvV)“ freuen sich. Eine ihrer zentralen Forderungen beim geplanten Bau der ICE- und Güterstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim wird umgesetzt: die Einrichtung eines Bergsträßer Projektbeirats. „Ein Teilerfolg für die Region“, zeigt sich MvV-Vorsitzender Reimund Strauch gestern auf Nachfrage zufrieden. Eine schon lange bestehende Forderung von ihm und dem Arbeitskreis Eisenbahntrassenführung auf Bergsträßer Gemarkung sei erfüllt, teilte gestern dazu auch Landrat Christian Engelhardt mit.

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Im zwölften Beteiligungsforum am Donnerstag stand das Thema wie erhofft auf der Tagesordnung. Im neuen Projektbeirat „Bensheim-Mannheim/Waldhof“ sollen nun die regionalen Forderungen für diesen Trassenabschnitt erarbeitet werden. Im Gegensatz zu den mit stets über 100 Teilnehmern besetzten Beteiligungsforen ist der Projektbeirat ein deutlich kleineres Gremium. Es soll nicht mehr als maximal 30 Mitglieder umfassen.

Je ein Vertreter der betroffenen Kommunen, also zum Beispiel die Bürgermeister, sollen darin mitarbeiten. Zudem werden dem Projektbeirat Vertreter von Umweltverbänden und die Bürgerinitiativen angehören, wie es Mensch vor Verkehr immer für erforderlich gehalten hat. Je ein Mitglied von Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Nabu und BUND werden dabei sein, berichtete gestern Reimund Strauch. Dazu kommen außerdem der Landrat und Vertreter von Fahrgast- und Wirtschaftsverbänden sowie die betroffenen Bundestagsabgeordneten.

Christine Lambrecht (SPD) und Michael Meister (CDU) hätten sich bereits in der Vergangenheit für die Belange der Bergstraße und auch für die Errichtung eines Projektbeirats eingesetzt, dankt Strauch den Bundespolitikern. Mancher Mitstreiter aber habe schon fast nicht mehr daran geglaubt, dass es noch gelingen werde, den Projektbeirat zu bekommen. „Jetzt haben wir es gepackt“, freut sich der MvV-Vorsitzende.

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Im Projektbeirat wird es keine wechselnden Teilnehmer geben. Man werde in kleiner Runde am Tisch sitzen. Strauch hofft auf faire und fachkundige Gespräche auf Augenhöhe. Mit welchen Vertretern und in welcher Anzahl die Bahn dabei sein wird, sei aber noch offen. Wer im Namen von Mensch vor Verkehr mitreden wird, das will der als Umweltverband anerkannte Verein in der kommenden Woche im Rahmen einer Vorstandssitzung festlegen. Zu erwarten ist, dass für Reimund Strauch gestimmt wird. Der Vorsitzende arbeitet seit über 20 Jahren bei MvV mit und war Mitbegründer der ersten Bürgerinitiative.

Die Bahn organisiert die Treffen des Projektbeirats und übernimmt die fachliche Beratung. Ab April soll die Arbeit beginnen, die Moderation liegt beim Institut für Organisationskommunikation Ifok.

Strauch: Keine Plauderrunde

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Wie die Arbeit im Projektbeirat genau ablaufen wird, ist noch nicht im Detail festgelegt. Man erhoffe sich eine Geschäftsordnung und eine entsprechende Struktur. Es solle „kein lockeres Geplaudere“ werden, betont Reimund Strauch für Mensch vor Verkehr.

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Die Arbeit im Projektbeirat dient der Vorbereitung der sogenannten Parlamentarischen Befassung im Bundestag. In Berlin wird über die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel zu den möglichen „übergesetzlichen“ Forderungen der Region entschieden. Kilometer für Kilometer soll die Bahnstrecke nun gemeinsam im Projektbeirat beraten, Schutzziele benannt werden. Der Projektbeirat legt dann fest, welche Forderungen in die Bundestagsbefassung aufgenommen werden sollen. Im Gegensatz zur Vorzugsvariante der Bahn kämpft die Region für eine Trasse mit langem Tunnel in bergmännischer Bauweise.

Redaktion