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Sportlerwahl - Elke Kraus, mehrfache Bezirksmeisterin im Schießen, ist erstmals für den Titel Lorscher Sportlerin des Jahres nominiert

Erfolge mit Pistole und Gewehren

Von 
Nina Schmelzing
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Lorsch. Dass ein 10000-Meter-Läufer oder ein Tennisspieler viel trainieren und sich eine herausragende Kondition erarbeiten muss, wenn er sich gegen starke Athleten seiner Disziplin durchsetzen will, wird niemand bestreiten. Dass das für einen guten Schützen ebenso gilt, ist weniger verbreitet. Schießsport ist bloß Ballersport – diese Annahme gibt es noch immer. Auch Elke Kraus kennt sie natürlich. Die Lorscherin, die jetzt erstmals für die Wahl zur Lorscher Sportlerin des Jahres nominiert ist, kann solche Vorurteile allerdings sehr fachkundig widerlegen.

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Mit filmreifen „Tatort“-Szenen hat ihre Sportart wenig gemein, sagt Elke Kraus, die erfahrene und erfolgreiche Schützin. Im vorigen Jahr wurde sie mehrfache Bezirksmeisterin ihrer Altersklasse, und zwar mit der Sportpistole sowie mit dem Luft- und dem Kleinkaliber-Gewehr in der Kategorie Auflage. Wenn sie zielt und über Distanzen von 25 oder 50 Metern ins Schwarze trifft, hat das weder mit Glück noch mit Zufall, sondern mit Präzision und mit sehr guter Körperbeherrschung zu tun.

Mit der Sportpistole ist Elke Kraus in Groß-Rohrheim 2019 Bezirksmeisterin geworden. In Lampertheim holte die 60 Jahre alte Lorscherin zudem den Titel als Bezirksmeisterin Luftgewehr-Auflage ihrer Altersklasse, in Bürstadt den Titel beim Kleinkaliber-Gewehr-Auflage der Seniorinnen. © Neu

Die richtige Atemtechnik ist im Schießsport wichtig, die Fähigkeit, sich voll auf sein Ziel konzentrieren zu können, ebenfalls – egal, welche Ablenkung um einen herum herrschen sollte. Die Schützen benötigen neben scharfen Augen, um ihre weit entfernten kleinen Objekte genau zu erkennen, außerdem ziemlich viel Kraft. Nicht selten steht die Sportschützin eine Stunde lang im Wettkampf und muss dabei vierzig Mal den Arm heben, ausgestreckt in Position bringen und ihn mitsamt dem Sportgerät längere Zeit vollständig ruhig halten können, wenn sie freihändig zielt. Die dicke Jacke, die Schützen tragen, hilft bei der Stabilität im Anschlag, stützt den Rücken, vermindert ein Rutschen der Waffe, lässt den Körper mit Puls- und Herzschlägen ruhiger werden.

Hanteltraining vor dem Fernseher

In der Corona-Krise war es für viele Sportler nicht ganz einfach, ihre Muskeln wie gewohnt in Bewegung zu halten. Elke Kraus hat öfter einmal den Fernseher eingeschaltet – und vor dem Bildschirm dann ein Hanteltraining absolviert. „Abzugsübungen kann ich auch daheim trainieren“, sagt sie.

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Wenn sie einen Teil des Trainings ins Wohnzimmer verlegt, ist das auch insofern kein Problem, als ihr Ehemann für ihr Hobby großes Verständnis hat. Harald Kraus teilt die Begeisterung für den Schießsport. Er ist selbst ein guter Schütze und war wegen seiner Erfolge auch bereits für die Sportlerwahl nominiert, vorgeschlagen war er vor zwei Jahren mit seinem Team für die Auszeichnung als Mannschaft des Jahres. Beim Lorscher Schützenverein engagiert er sich noch dazu als Sportleiter.

Den Schießsport haben beide vergleichsweise spät entdeckt. Elke Kraus, die ihre Bezirksmeisterschaften im Alter von 59 Jahren gewonnen hat, schießt erst seit 14 Jahren. Das ist in dieser Disziplin aber nicht schlimm, betonen die Lorscher Schützen. „Auch für Quereinsteiger ist der Schießsport sehr geeignet“, sagt Harald Kraus, der ebenfalls erst mit über 50 Jahren eingestiegen ist.

Bevor sie eine richtig gute Schützin geworden ist, hat Elke Kraus sich in ihrer Freizeit für Hobbys wie Modellfliegen und Tiffany interessiert und für die beiden Hunde, die zum Haushalt gehören. Vom Schießsport habe sie zuvor keine Vorstellung gehabt, gibt sie zu. Bei einem Probeschießen aber hat sie Spaß daran gefunden, bald wollte sie besser werden.

Die Mitglieder des Lorscher Schützenvereins hätten sie sehr viel unterstützt, lobt Elke Kraus deren Hilfsbereitschaft. Im Lorscher Verein habe man sich gleich wohl gefühlt, sagt auch Harald Kraus. Gemeinsam lasen sie Bücher, um mehr über den Sport zu lernen, und schauten sich Videos an.

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Die 60-Jährige, die als kaufmännische Sachbearbeiterin gearbeitet hat, trainiert längst nahezu täglich. Sie habe sich zu einer der erfolgreichsten Schützinnen im Verein entwickelt, sagt ihr Ehemann nicht ohne Stolz. In den Schießsport, so freut sich das Paar, kann man nicht nur noch spät einsteigen – man kann auch bis ins hohe Alter dabeibleiben. Geschossen werden kann dann mit Auflage und auch im Sitzen sowie bei Bedarf mit einer Sehhilfe.

Großkaliber jetzt bevorzugt

Auch Elke Kraus hat noch einiges vor. Das Großkaliber ist inzwischen die liebste Disziplin der ambitionierten Allrounderin. Bei Hessenmeisterschaften war sie bereits dabei, die Teilnahme bei einer Deutschen Meisterschaft würde sie ebenfalls reizen.

Momentan, so sagt Elke Kraus, freue sie sich sehr, zum ersten Mal für den Titel zur Lorscher Sportlerin des Jahres nominiert worden zu sein.

Redaktion

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