Wohnen - Areal zwischen Kriemhilden- und Oberstraße im Blick Engere Bebauung ist heute ein Thema

Von 
Nina Schmelzing
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Lorsch. Mit einer Zusammenkunft des Bauausschusses beginnt heute die erste Sitzungsrunde nach der Sommerpause. Vorsitzender Olaf Jünge lädt Gremiumsmitglieder und Zuhörer dazu um 20 Uhr in den Schulungsraum des Feuerwehrhauses in der Nibelungenstraße ein. Sieben Punkte stehen insgesamt auf der Tagesordnung. Gestartet wird mit dem Thema Wohnbebauung, konkret geht es um mögliche Nachverdichtung.

Überraschungen durch Großbauten wie in der Kolpingstraße will man zwischen Ober- und Kriemhildenstraße nicht. © Thomas Neu
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In dem Bereich zwischen Kriemhilden- und Oberstraße wäre es denkbar, An- und Ausbauten sowie eine Bebauung in der zweiten Reihe zu ermöglichen. Entsprechende Anfragen Interessierter hat es in der Vergangenheit gegeben. Von Seiten des Kreisbauamts wurden die Wünsche aber bislang abgelehnt. Schließlich fehlen die planungsrechtlichen Voraussetzungen, erinnert die Lorscher Verwaltung.

Vorwiegend große Grundstücke

In der Sitzung heute wird zwar noch nichts entschieden. Eine Beschlussfassung über die Einleitung des Verfahrens wäre erst für die nächste Sitzungsrunde vorgesehen. Die Grundstücke im Wohngebiet zwischen Ober- und Kriemhildenstraße böten sich für weitere Bebauung und eine innerstädtische Nachverdichtung aber an – schon deshalb, weil sie vergleichsweise groß sind: im Schnitt etwa 800 Quadratmeter.

Der westlich gelegene Stadtbereich sei „im Stil der 60er und 70er Jahre bebaut, stellt das beauftragte Planungsbüro aus Bensheim fest. Die typische Gebietsstruktur als allgemeines Wohngebiet solle mittels konkreter Festsetzungen erhalten werden.

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Erklärtes Ziel ist es, nur „gemäßigt“ nachzuverdichten. Unliebsame Überraschungen wie sie viele Lorscher etwa in der Kolpingstraße erlebten, sollen vermieden werden. Dort waren über die Dimensionen eines Mehrfamilienhaus-Neubaus selbst manche Stadtverordnete erschrocken. Im Bereich zwischen Ober- und Kriemhildenstraße mit bislang vorwiegend Einzelgebäuden und vergleichsweise geringer baulicher Dichte sollen zur Gewährleistung der städtebaulichen Ordnung vorab Festsetzungen zu Gebäudehöhen getroffen werden.

Auf eine höchstzulässige Zahl von Wohnungen in den Gebäuden will man sich einigen. Vorgeschlagen wird zum Beispiel, entlang der Straßen maximal drei Wohnungen in Gebäuden und maximal drei Vollgeschosse zuzulassen. Für die Bebauung in zweiter Reihe soll die Ausnutzung geringer ausfallen. Ziel ist es schließlich auch, durchgehende Grünstreifen zu sichern.

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Aufgerufen wird anschließend die Beratung über die künftige Entwicklung im Gebiet Seehofstraße Nord-Ost. Von einem möglichen Kreisverkehrsplatz an der Kreuzung Platanenallee raten die Planer allerdings ab. Er sei aus wirtschaftlicher und verkehrlicher Sicht wenig empfehlenswert – und der Kreisel sei für Busfahrer überdies ein Hindernis. Geschwindigkeitsreduzierung lasse sich besser durch eine Verschmälerung der Seehofstraße erreichen.

Rechtsfehler ausschließen

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Über die weitere Vorgehensweise bei der grundhaften Erneuerung innerstädtischen Straßen wird heute zum wiederholten Mal beschlossen – um Rechtssicherheit zu haben. Nach Auffassung des Grünen-Fraktionschefs Matthias Schimpf war es in der Mai-Sitzung des Ausschusses zu einem Rechtsfehler gekommen. Schimpf hatte damals die Kommunalaufsicht angerufen, weil er beim Thema Straßenbeiträge eine verbotene beratende Mitwirkung des Bürgermeisters gegeben sah. Gegen das Protokoll der Sitzung, in dem es hieß, der Bürgermeister habe ordnungsgemäß vor dem Aufrufen des Tagesordnungspunkts den Saal verlassen, hatten Vertreter von Grünen, SPD und FDP Einwendung erhoben. Die Aufsichtsbehörde wurde über die nun heute erneut folgende Abstimmung informiert, erinnert die Stadtverwaltung.

Auf der Tagesordnung steht auch das Bahnhofsareal, unter anderem geht es um eine Nutzungsänderung, wonach das ehemalige Bistro in der Lindenstraße zu einem Eventlokal werden könnte.

Redaktion