Wingertsbergschule - 130 Erstklässler wurden gestern in sechs neuen Klassen aufgenommen / Familien benötigten Eintrittskarten Einschulung in Lorsch: Ticket-Regelung wird akzeptiert

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Nina Schmelzing
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Sehr gut besucht war die Nibelungenhalle gestern bei der Einschulungsfeier. 130 Erstklässler wurden neu aufgenommen. © Zelinger

Lorsch. Erstmals wurden in der Wingertsbergschule im vorigen Jahr Eintrittskarten für die Einschulungsfeier ausgegeben. Der Andrang in der Nibelungenhalle war zuletzt einfach zu groß geworden und selbst Stehplätze wurden rar. Das Ticket-System hat sich bei der Premiere bewährt und erfuhr jetzt eine Neuauflage. Die insgesamt 130 Schulanfänger, die gestern neu aufgenommen wurden, durften erneut nur jeweils zwei Begleitpersonen mitbringen.

„Hört nie auf, Lehrern Löcher in den Bauch zu fragen. Sie ...

„Hört nie auf, Lehrern Löcher in den Bauch zu fragen. Sie reparieren die Löcher jeden Abend wieder – es kann also nichts passieren.“

Einige mussten draußen bleiben

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Viele Familienmitglieder – mehrere Großeltern etwa – blieben deshalb beim offiziellen Teil draußen vor der Tür. Für das Warten im Pausenhof hatten sie aber Verständnis, zumal dort Getränke und Brezeln serviert wurden. Es habe diesmal keine kritischen Nachfragen zur neuen Einlass-Regelung gegeben, berichtete Schulsekretärin Vera Gröger.

Es wäre natürlich schön gewesen, die Feier komplett miterleben zu können, erklärte etwa Klaus Eberle, der gemeinsam mit Mitgliedern seiner Familie vor der Halle blieb. „Es ist aber auch nicht unbedingt nötig“, meinte der Lorscher Großvater gelassen, dessen Enkelin Mira gestern eingeschult wurde.

Die Nibelungenhalle war trotzdem voll. Schließlich nahmen neben den 130 Erstklässlern und ihren Eltern die Lehrerinnen der sechs ersten Klassen dort Platz, zudem begrüßte Schulleiter Hans Neumann Ehrengäste, die natürlich keine Eintrittskarte benötigten: den Lorscher Thomas Metz, Staatssekretär in Hessens Justizministerium, ebenso wie Bürgermeister Christian Schönung.

Erinnerung für Jahrzehnte

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Metz und Schönung wandten sich mit Ansprachen an die Erstklässler und ihre Eltern – und hatten zudem eine Geldspende beziehungsweise praktische kleine Geschenke wie Stifte und Radiergummis für die Kinder der Wingertsbergschule mitgebracht. Beide erinnerten an ihre eigene Grundschulzeit, die sie einst gemeinsam am Wingertsberg verbrachten – in den Jahren von 1975 bis 1979. Der erste Schultag sei ein wichtiger Tag, an den sich die Kinder noch „Jahre und Jahrzehnte“ später erinnern werden, sagte Metz.

Dass Mitglieder der Landesregierung Einschulungsfeiern besuchen, ist eine seit 20 Jahren gepflegte Tradition. Metz war jetzt aber zum ersten Mal als Vertreter aus Wiesbaden in seiner Heimatstadt dabei. Im Vergleich zu vielen Veranstaltungen, die er bislang hessenweit aus diesem Anlass besuchte, beschrieb er den Termin in Lorsch als „entspannt“.

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Hessens Schulen seien personell und fachlich sehr gut aufgestellt, so Metz, der in seiner Rede auch kurz auf die gewünschte zweite Grundschule in Lorsch einging. Die Pläne seien zu unterstützen. Steigende Schülerzahlen seien „ein gutes Zeichen dafür, dass unsere Region wächst und gedeiht“. Bürgermeister Schönung begrüßte die Erstklässler von der Bühne herab mit dem Gedicht „Die Schule ruft, es ist soweit“ und betonte, nicht nur die Lorscher Kita-Kinder, sondern auch Schulkinder dürften ihn bei Interesse im Stadthaus gerne besuchen.

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Ein unterhaltsames Programm wurde in der Nibelungenhalle zudem geboten. Die Zweitklässler von Annette Braag sangen die Einschulungsklassiker „Hurra, ich bin ein Schulkind“ sowie „Alle Kinder lernen lesen“ und versicherten, „wer fleißig lernt, wird klug“. Die 2a von Mechtild Brettinger wirbelte zum Titel „Unsere Schule ist bewegt, obwohl sie fest am Boden steht“ über die Bühne. Der Chor unter Leitung von Claus Schmitt erhielt ebenfalls viel Beifall für das aufmunternde Lied „Schön, dass ihr da seid“ mitsamt der Versicherung „die Lehrer sind freundlich und nehmen sich Zeit“. Das Publikum klatschte rhythmisch mit.

Dass auch Eltern einiges dazu beitragen können, dass der Schulbetrieb gut läuft, daran erinnerte Hans Neumann. Als Beispiele für vorbildliches ehrenamtliches Engagement benannte er die Arbeit von Förderverein, Bücherei-Team, Schulelternbeirat und Schülerbetreuungsverein. Er rief Eltern dazu auf, sich zu beteiligen. Mareen Zeitler berichtete von Großprojekten des Fördervereins wie etwa der Errichtung der Kletterinsel und überreichte den ersten Klassen Springseile und Bälle zur Bewegungsförderung. Ute Sturm informierte über das Angebot des Betreuungsvereins. 32 Mitarbeiter kümmern sich um inzwischen acht Schülergruppen. Katrin Braun stellte den Elternbeirat vor, Edeltraud Kunert die Schulbücherei, in der 2000 Medien ausleihbar sind. „Lesen ist der erste Schritt, um sich die Welt zu erobern“, machte sie klar.

Schulleiter Neumann machte die Kinder auch mit Wolfgang Ahlheim bekannt. Der Hausmeister ist schließlich derjenige, dem es erlaubt ist, verschossene Fußbälle wieder vom Dach zu holen. Zu den Aufgaben von Schulkind-Eltern gehöre es unter anderem, den Nachwuchs in den kommenden Jahren auch beim „Leben nach der Uhr“ zu begleiten, so Neumann. Angst müsse vor dem neuen Lebensabschnitt aber niemand haben. „Ihr werdet noch genug Zeit zum Spielen haben“, versprach er.

Redaktion