St. Nazarius - Großes Interesse am Fastnachtsgottesdienst „Einhausen liegt, so sag’ ich mal, nahe am Neandertal“

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„Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, sagt Pfarrer Bartmann, hier bei den Bürger-Funken. Gestern hatte seine Fastnachtspredigt viele Zuhörer. © Schmelzing

Lorsch. Der Fastnachtsgottesdienst in der katholischen Kirche war schon Tage vor dem gestrigen Sonntag ausgebucht. Nachhören konnte man die Predigt in Reimen von Pfarrer Bartmann aber über die Homepage der Pfarrei. Mit Narrenkappe auf dem Kopf wetterte der Pfarrer über das – von ihm häufig kritisierte – Laster der Geschwätzigkeit.

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„Der Kerl, das muss ein Lorscher sein“, befand der Pfarrer, als er eine Geschichte aus dem Evangelium erzählte, in der sich der Held entgegen der Vorgabe wenig diskret zeigte. „So was passiert nicht in Einhausen“, lobte Bartmann in seiner Narrenpredigt – um jedoch gleich einzuschränken: Ob in der Nachbarkommune überhaupt ähnlich flüssig gesprochen werde, sei zweifelhaft. Denn „Einhausen liegt, so sag’ ich mal, nahe am Neandertal“. Auch ob die Nachbarn schreiben können, ist zumindest nach der Fastnachtslogik fraglich. Böse Briefe seien von dort jedenfalls noch nie eingetroffen, berichtete der Pfarrer von St. Nazarius.

Bartmann hielt „Staubbeuteln“, die sich über alles beschweren, einen Spiegel vor. „Drecksäcke darf ich als Pfarrer ja nicht sagen“, erläuterte er seine ungewöhnlich zurückhaltende Wortwahl. Vor dem Reden sollten Nörgler ihr „Gehirn einschalten“, riet er von der Kanzel aus.

Umrahmt wurde die Fastnachtspredigt von Fotos, die Fastnachter auf einen Aufruf der Pfarrei eingeschickt hatten und die zum Hit „Im Schatten des Doms“ gezeigt wurden. Auch Landrat Engelhardt und Bürgermeister Schönung hatten Bilder gesendet. sch