Sportlerwahl - Lena Sonnabend, die für den LCO startet, ist eine erfolgreiche Leichtathletin Ein Vorbild ist Malaika Mihambo

Von 
Nina Schmelzing
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Lena Sonnabend trainiert gern im Stadion der Lorscher Olympia. Die 15-Jährige siegte bei der Südhessischen Meisterschaft im Vierkampf, sprintete über 100 Meter auf Platz zwei und ist nun für die Wahl zur „Sportlerin des Jahres“ vorgeschlagen. © Neu

Lorsch. Der Leichtathletikclub Olympia (LCO) hat eine Reihe leistungsstarker Athleten. Stets sind Aktive des Vereins daher auch bei der Sportlerehrung der Stadt Lorsch vertreten. Diesmal gibt es für die Wahl der „Sportler des Jahres“ zwei Nominierungen: Die Männer-Staffel ist für den Titel „Team des Jahres“ vorgeschlagen und Lena Sonnabend für den Titel „Sportlerin des Jahres“.

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Jeder Leser kann sich an der Wahl für die Lorscher "Sportler des Jah res" beteiligen. Die Abstimmung läuft bis zum 18. März, und zwar online über bergstraesser-anzei ger.de/sportlerwahl. Zudem liegen Stimmzettel in Geschäften, der
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Die junge Lorscherin hat im vorigen Jahr die Südhessische Meisterschaft im Vierkampf ihrer Altersklasse gewonnen. Die 15-Jährige hängte die Konkurrenz in Viernheim mit hervorragenden Leistungen beim 100-Meterlauf, Weit- und Hochsprung sowie dem Kugelstoßen ab. In 12,92 Sekunden lief sie den Sprint, beim Weitsprung schaffte sie 4,96 Meter, beim Hochsprung 1,34 Meter und die Kugel warf sie über 8,20 Meter. Im 100-Meterlauf sicherte sich die Schülerin zudem Platz zwei.

Mit Leichtathletik ist Lena Sonnabend von Kindheit an vertraut. Ihre gesamte Familie ist sportlich – und Lena ist nicht die einzige, die im Stadion große Erfolge feiern kann. Ihre Mutter Kerstin Sonnabend siegte vor zwei Jahren bei der Hessenmeisterschaft. Die promovierte Naturwissenschaftlerin holte den Titel mit einem weiten Sprung über 4,77 Meter bei den Seniorinnen. Damit wurde sie damals ebenfalls in den Kreis der Kandidaten für die Wahl der „Sportler des Jahres“ aufgenommen.

Die Begeisterung für die Leichtathletik teilt die gesamte vierköpfige Familie. Auch Lenas ein Jahr jüngere Schwester Yasmin startet erfolgreich für den LCO, unter anderem als Speerwerferin. Vater Jürgen Sonnabend ist gleichfalls regelmäßig mehrmals in der Woche im Stadion anzutreffen – aber nicht, um eigene Leistungen als 800-Meter-Läufer zu verbessern. Jürgen Sonnabend, vielen Lorschern auch als Stadtverordneter für die CDU bekannt, engagiert sich ehrenamtlich als Trainer für den Nachwuchs. Die Altersklasse unter 16 Jahren hat er unter seine Fittiche genommen – und damit auch seine talentierte Tochter.

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Wettkampfsport macht Spaß, finden Vater und Tochter übereinstimmend. Gemeinsam analysieren der Ingenieur und die Schülerin, die die zehnte Klasse des Goethe-Gymnasiums besucht, verschiedene Lauftechniken, tauschen sich über die ideale Sprinthaltung mit geradem Oberkörper, über Stabilität oder die Rolle der Fußspitze dabei aus. Ein Vorbild für die Lorscher ist Sportstar Malaika Mihambo. Nicht nur, weil die Goldmedaillengewinnerin so erfolgreich ist, sondern besonders auch wegen ihres ausnehmend attraktiven Laufstils und weil sie „schön springt“, so die Sonnabends.

Natürlich fiebere er bei jedem Start seiner Schützlinge mit, gibt Jürgen Sonnabend zu. Wenn Lena Rekordzeit sprintet oder eine persönliche Bestleistung erreicht, ist die Freude groß.

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Wenn Lena verliert, sei das aber auch „nicht so schlimm“. Sein Ziel sei es nicht, nur auf Ergebnisverbesserungen zu schauen oder aus den Sportlern alles herauszuholen, betont der Trainer. Wichtig sei es, jungen Leuten die Begeisterung für ihren Sport lebendig zu erhalten. Auf Krafttraining zum Beispiel verzichtet er deshalb in der Altersklasse, die er betreut. Bewusst soll es nicht „überehrgeizig“ zugehen.

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Das Training drei Mal in der Woche nützt nicht nur dem Körper, auch mental profitieren die Athleten. Die sportliche Disziplin helfe auch im Schulalltag, meint Lena Sonnabend, die sich sowohl mit Englisch, Französisch und Spanisch wie auch Naturwissenschaften gern beschäftigt. Bei Wettbewerben müsse man „sehr, sehr konzentriert sein“, machen Vater und Tochter klar: „Ein Fehlstart – und du bist raus.“ Wer gewinnen will, müsse seiner Leistungsfähigkeit vertrauen können. „Man muss sich sagen, dass man‘s kann – sonst funktioniert es nicht“, ist die Erfahrung der Sportler.

Dauerlauf vor dem Frühstück

Die LCO-Sportstätte, die 2014 rundum modernisiert wurde, lobt Trainer Sonnabend in den höchsten Tönen. Das Stadion sei „phantastisch“ und ein „Riesengewinn“. Mittwochs kann jeder Hobbyläufer dort bei Flutlicht seine Runden drehen. Lena Sonnabend wird sich in Kürze aber auch wieder andernorts auf neue Erfolge vorbereiten. Im April ist sie – so zumindest der Sachstand, bevor das Coronavirus weltweit viele Termine verschiebt –, zum Trainingslager in Rimini eingeladen.

Ein typischer Strandurlaub, wie ihn sich Nicht-Sportler vorstellen, ist der zehntägige Aufenthalt natürlich nicht. Noch vor dem Frühstück beginnen die Tage dort um 7 Uhr mit einem halbstündigen Dauerlauf – und je zwei weitere Stunden Training am Vormittag und Nachmittag folgen.

Begeisterte Leichtathleten wie Lena Sonnabend schreckt so ein Programm selbstverständlich nicht. Sie freuen sich darauf.

Redaktion