Frühlingsmarkt - Premiere für den Poesie-Automaten / Jugendrat-Mitglieder und „Leseschwarm“-Aktive lasen Lyrik vor Ein Gedicht aus dem Automaten gibt es für 20 Cent

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Lorsch. Fester Bestandteil des Frühlingsmarktes in Lorsch ist das damit verbundene Bienen- und Dichterfest. Im Rahmen der digitalen Ausgabe wurde dem Publikum jetzt auch der „welterste“ neue Lorscher „Poesie-Automat“ präsentiert.

Kulturamtsleiterin Gabi Dewald (l.) und Rosa Lachnit (r.) bereicherten das Poesie-Programm beim digitalen Frühlingsmarkt. © Zelinger
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Der von Lisa Obermeyer kreativ umgestaltete große Kaugummi-Automat hatte ursprünglich schon zum Welttag der Poesie vorgestellt werden sollen. Wegen Corona aber wurde nichts daraus, die Veranstaltung im April musste abgesagt werden. Nun wurde der Frühlingsmarkt für die Premiere genutzt.

Dewald: Verruchter Touch

Der Automat funktioniert ganz einfach: Wer 20 Cent einwirft, erhält eine kleine Kapsel – darin steckt jeweils ein Gedicht. Für den digitalen Frühlingsmarkt zogen Mitglieder des Lorscher Jugendrats Gedichte aus dem Automaten und lasen sie vor. Bekannte Lyrik von Mörike wie „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte“ war zu hören, aber auch der „Revoluzzer“ von Erich Mühsam oder ein Text von Conrad Ferdinand Meyer. Das Repertoire im Automaten beinhalte aber durchaus auch Poesie mit einem „kleinen verruchten Touch“, erklärte Kulturamtsleiterin Gabi Dewald. Der Poesie-Automat werde künftig bei jeder öffentlichen Veranstaltung mit dabei sein, so die Kulturamtsleiterin.

Kästner, Keller und Grasshoff

Die Aktion „Stundengedichte“ macht Besucher des Lorscher Dichterfestes üblicherweise mit hörenswerter Lyrik vertraut. Für die Online-Ausgabe rezitierte am Samstag die Lorscherin Ursula Ullrich, Mitglied der „Leseschwarm“-Gruppe, eines ihrer Lieblingsgedichte: Erich Kästners Gedicht vom Mai. Berthold Mäurer rezitierte zudem Ringelnatz. Der Lorscher Walter Wolfgarten stellte einen Text von Fritz Grasshoff vor.

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Gabi Dewald und Rosa Lachnit, die junge Frau aus Winterkasten absolviert gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kulturamt, präsentierten ein Werk von Gottfried Keller.

Keine Stadt besser als Lorsch

Mit einem herzlichen „Grüß Gott“ begrüßte Prof. Jürgen Tautz aus Würzburg die Zuseher. „Keine Stadt der Welt ist besser für die Verbindung von Bienen und Dichtung geeignet“ als Lorsch, lobte der Wissenschaftler und erinnerte an den berühmten „Bienensegen“. Auch auf sein neues Buch über Bienen wurde hingewiesen. Gia Han Nguyen trug aus dem Poesie-Automaten das bekannte „Panther“-Gedicht von Rilke vor. sch