Medizin - Emre Nazli unterstützt Geschäftsführerin Grube Die Schön-Klinik hat einen neuen Leiter

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Nina Schmelzing
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Lorsch. Geschockt waren viele Lorscher, als die Schön-Klinik im vorigen Jahr überraschend erklärte, ihre Neubaupläne aufzugeben. Mit Freude und Erleichterung wurde aber allseits aufgenommen, dass sich die Klinik nicht aus Lorsch verabschiedet. Der angestammte Standort im Zentrum soll bekanntlich nun saniert werden. Von Baggern ist in der Wilhelm-Leuschner-Straße zwar noch nichts zu sehen. Neue Informationen gibt es aber dennoch. Die jüngste Nachricht aus dem Krankenhaus ist eine Personalie: Die Fachklinik, spezialisiert auf Orthopädie, hat einen neuen Leiter.

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Klinikgeschäftsführerin ist weiterhin Kerstin Grube, die seit einem guten Jahr für die Standorte Lorsch und Düsseldorf verantwortlich ist. Im Lorscher Haus arbeitet ihr nun, als Nachfolger von Michael Sattler, Emre Nazli zu. Der neue Klinikleiter, 37 Jahre alt, ist täglich als Ansprechpartner des Managements vor Ort.

Emre Nazli unterstützt Geschäftsführerin Grube als Klinikleiter. © Klinik

„Ich operiere nicht“, erklärt Nazli, wenn man ihn fragt, was genau seine Aufgabe ist. Für die medizinische Leitung ist als ärztlicher Direktor Prof. Georg Köster zuständig. „Eine Institution“, sagt der Klinikleiter über den renommierten Chefarzt, der seit 18 Jahren der Lorscher Orthopädie und Unfallchirurgie vorsteht und auch Leiter des Endoprothetikzentrums ist.

Nazli kümmert sich darum, dass alles andere bestens funktioniert: das Alltagsgeschäft. Mit aktuell 285 Beschäftigten ist die Schön-Klinik schließlich der größte Arbeitgeber in Lorsch. Die Corona-Krise macht die Leitung in einem Krankenhaus nicht gerade zu einem Kinderspiel. Zuletzt wurde zum Beispiel ein „Drive-In“ eingerichtet. Mit Schnelltests wird verhindert, dass ein Patient mit einer möglicherweise unerkannten Corona-Infektion zur Behandlung ins Haus kommt. Die Vorkehrungsmaßnahmen hätten sich sehr gut bewährt, so der Klinikleiter, die Sicherheit im Haus sei gewährleistet.

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Die Klinikgruppe bietet zwar nicht nur Orthopädie und Chirurgie, sondern ein breites medizinisches Behandlungsspektrum an. Erste Anlaufstelle für Corona-Patienten ist das Haus in Lorsch ohne klassische Abteilung für Innere Medizin aber nicht, erinnert Nazli. Insgesamt rund 19 000 Patienten werden jedes Jahr ambulant und stationär in Lorsch behandelt. In Fachabteilungen umliegender Uni-Kliniken sei die Zahl meist geringer, verweist Emre Nazli auf das hohe Niveau und die besondere Expertise in Lorsch.

Und wann rollen die Bagger an? Einen festen Termin gibt es noch nicht, sagt der Klinikleiter. Eine Klinik sei „kein Einfamilienhaus“. Erforderlich seien eine genaue Bestandsaufnahme und eine sehr gute Planung. Es handle sich um eine „komplexe“ Aufgabe und einen „großen Prozess“, so Nazli mit Blick auf die Historie, die über 100 Jahre alte Krankenhausgeschichte. Anhand des Sanierungsplans werde über mögliche Erweiterungen entschieden. Im Stadtzentrum ist die Expansionsfläche begrenzt.

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Flächenmäßig sei das Haus in Lorsch nicht sehr groß, auf die Leistung aber komme es an, sagt Nazli. Trotz des allgemein beklagten Fachkräftemangels und des leergefegten Marktes habe er auch weitere Pflegekräfte für den Standort in Lorsch gewinnen können. Die Mannschaft sei „optimal aufgestellt“, er selbst sei als „Teil des Teams“ herzlich aufgenommen worden.

Studium in Heidelberg

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Nazli, der auch fließend Türkisch spricht, ist in Pforzheim geboren. Dort hat er Abitur gemacht, sein Studium – Politik, Volkswirtschaft und Öffentliches Recht – schloss er in Heidelberg ab. Der verheiratete Vater von drei Kindern war als Büroleiter in der politischen Verwaltung, ehrenamtlich als Stadtrat für die Grünen in seiner Heimatstadt und in führenden Positionen in der Gesundheitsbranche tätig, zuletzt in Bayern und Baden-Württemberg als Regionalleiter der Helios-Kliniken. „Ich weiß, wie ein großer Apparat funktioniert“, sagt Nazli angesichts seiner vielseitigen Erfahrung.

„Eine gewisse Bewegung ist absolut normal“, so Nazli zur Tatsache, dass auch in der Schön-Klinik schon öfter über neue Mitarbeiter im Leitungsteam zu berichten war. Wichtig für die Patienten sei die „medizinische Kontinuität“, betont er. Die Schön-Klinik ist zudem als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung wiederholt zertifiziert worden, erinnert Nazli. Das Lorscher Haus trägt das Prüfsiegel für höchste Qualität beim künstlichen Gelenkersatz.

Redaktion