Nachbarschaft - Schulkommission beschließt 23,4-Millionen-Euro-Projekt Die Bürstädter Schillerschule wird komplett abgerissen

Von 
Sandra Bollmann
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Die Tage für den Ostflügel der Bürstädter Schillerschule sind gezählt: Im Spätjahr sollen die Bagger anrollen. © Nix

Bürstadt. Die Schillerschule in Bürstadt wird komplett abgerissen. Das stellt Landrat Christian Engelhardt im Gespräch mit dieser Redaktion klar. Gerade erst hat die Schulkommission getagt und den Beschluss gefasst, berichtet Engelhardt.

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Auch der zeitliche Rahmen steht in groben Zügen fest: Im Herbst dieses Jahres soll das Ausweichquartier für die Klassen eingerichtet werden. Auf dem Schulgelände wird eine sogenannte „Interimsanlage“ aus Containermodulen aufgebaut. Darin sollen die Verwaltung und auch die Klassen einziehen, die bislang im Ostbau untergebracht sind.

Der einzige Bereich ohne Baustelle bleibt die Mensa, die erst im Januar 2019 eröffnet worden ist. Die Räume der Betreuung bleiben bestehen, außerdem die Sporthalle, die im Jahr 2013 ein neues Dach erhalten hat. Allerdings plant der Kreis auch hier Sanierungsarbeiten.

Ende des Jahres könnte dann der Abbruch des Ostflügels beginnen. Läuft alles nach Plan, startet der Wiederaufbau im Jahr 2021. Mit der Fertigstellung rechnet der Landrat im Jahr 2024 – und zwar einschließlich der neuen Außenanlagen. Die Schüler könnten mit etwas Glück schon ein wenig früher in ihr nagelneues Domizil einziehen. Die Kosten beziffert Christian Engelhardt auf 23,4 Millionen Euro. Genauso viel war schon für den Umbau angesetzt.

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All diese Eckdaten will Engelhardt allerdings unter Vorbehalt verstanden wissen. „Wir wissen nicht, was die Corona-Krise alles mit sich bringt“, macht er deutlich. Verzögerungen könnten sowohl die Planung als auch die Bauarbeiten an sich betreffen.

Mit den Abrissplänen hat der Kreis sein bisheriges Konzept komplett verworfen. Ursprünglich sollte der Ostflügel stehen bleiben, vergrößert werden und einen Anbau entlang der Siegfriedstraße erhalten. Für die übrigen Gebäude – bis auf die Turnhalle – war der Abriss geplant. Im Spätjahr 2019 hätten die Bagger anrollen sollen.

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Angesichts der rapide steigenden Schülerzahlen zog der Kreis dann doch die Notbremse: Nachdem die neuesten Statistiken vorlagen, war klar, dass auch der geplante Neubau zu eng wird. Seit Sommer gibt es erstmals sechs erste Klassen an der Schillerschule. Und diese Zahl könnte noch übertroffen werden. Zuvor war die Bürstädter Grundschule höchstens fünfzügig.

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Mittlerweile wird durchgängig mit sechs Klassen pro Jahrgang geplant. Die Sprachheilschule soll allerdings – sehr zum Leidwesen der Schulfamilie – an einen anderen Standort umziehen. Ansonsten funktioniere das Ganze nicht, macht der Landrat deutlich. „Für noch mehr Klassen reicht das Gelände einfach nicht aus.“

Dazu komme der Wunsch des Staatlichen Schulamts, die Sprachheilschule an einen zentralen Ort im Kreis anzusiedeln. Als neuer Standort kommt die Siegfriedschule in Heppenheim infrage.

Redaktion Redakteurin "Südhessen Morgen", Schwerpunkt Bürstadt