Sitzung - Diskussion um Standort für künftiges Jugendzentrum Der Jugendrat will mehr Präsenz zeigen

Von 
Nina Schmelzing
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LOrsch. Die neue Lorscher Jugendrat (JuRa) unter Vorsitz von Annick Breitenbach hat eine Menge vor. Die Mitglieder des Gremiums, das sich Ende August konstituierte, wollen unter anderem ein Openair-Kino und ein Völkerball-Turnier auf die Beine stellen. Auch am Fastnachtsumzug im Februar will sich der JuRa, der die Interessen Lorscher Kinder und Jugendlicher vertritt, im nächsten Jahr beteiligen. Zudem wollen sich die jungen Leute verstärkt auch politisch bemerkbar machen.

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Dass sich frühere Jugendräte bisher zum Beispiel nicht in der Stadtverordnetenversammlung zu Wort meldeten, wunderte die jetzige Vorsitzende. Das machte sie in der JuRa-Sitzung am Mittwochabend im Stadthaus deutlich. Immerhin gibt es seit fast 20 Jahren einen Jugendrat in Lorsch, gewählt wird er alle zwei Jahre. Breitenbach kündigte an, dass der amtierende JuRa das ändern und die Möglichkeiten der Teilhabe mitsamt Rederecht mehr nutzen sollte.

Treffen mit Fraktionen

Einen ersten Besuch haben die Jugendräte dem Stadtparlament bereits abgestattet. Im September stellten sie sich den Stadtverordneten im Rahmen einer öffentlichen Sitzung vor. In einer kurzen Rede am Mikrofon machten die Jugendvertreter auch deutlich, dass sie in ihrer Amtszeit einiges in Bewegung bringen möchten. Ihr Auftritt wurde mit Lob und Anerkennung von den Zuhörern honoriert.

Präsenz zeigte der Jugendrat auch vor wenigen Wochen beim Neubürgerempfang der Stadt. Ein Treffen mit Vertretern der CDU-Fraktion gab es ebenfalls. Auch darüber berichtete Breitenbach bei der JuRa-Sitzung. Die Jugendrat-Mitglieder wollen sich auch bei den anderen Fraktionen in Erinnerung bringen, auch wenn bislang von diesen keine Einladungen vorliegen, hieß es.

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Zu den Themen, über die demnächst kommunalpolitisch entschieden wird, und bei denen die Meinung des Jugendrats gefragt ist, zählen Spielplatz-Sanierungen sowie vor allem das neue Jugendzentrum. Bürgermeister Christian Schönung machte die jungen Leute darauf aufmerksam, dass es bereits ein Spielplatz-Entwicklungskonzept gibt, das ihnen zur Verfügung gestellt werde. Anzugehen seien die Spielplätze in der Ketteler- und in der Willy-Brandt-Straße. Es gäbe keine „allerhöchste Eile“, machte der Verwaltungschef deutlich, dass zunächst die planerische Arbeit beginne, mit der Erneuerung noch nicht umgehend zu rechnen sei. Um sich ein eigenes Bild zu machen, wird der Jugendrat im Rahmen einer Fahrradtour am 17. November (Sonntag) die Spielplätze besuchen.

Annick Breitenbach erinnerte daran, dass das bestehende Jugendzentrum „Kaschde“ keine Zukunft hat. Das Gebäude in der Sachsenbuckelstraße ist marode. Wo der neue Treffpunkt für die Lorscher Jugend in Zukunft sein wird, ist noch nicht entschieden. Er könnte in unteren Räumen der bald sanierten Nibelungenhalle eingerichtet werden, so die JuRa-Vorsitzende. Als Alternative sei aber auch ein Neubau in der Sachsenbuckelstraße vorstellbar.

Zentrum oder Stadtrand?

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Entschieden hat der Jugendrat noch nicht, welche Empfehlung er zum Jugendzentrum abgeben wird. Der Standort am Stadtrand in der Sachsenbuckelstraße sei attraktiv, weil er dank des großzügigen Außengeländes Platz zum Kicken biete und dort zudem weniger Lärm-Beschwerden zu befürchten seien als im Wohngebiet am Wingertsberg, meinte ein JuRa-Mitglied und urteilte: „Eine tolle Location“.

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Es gäbe auch in der Nibelungenhalle schalldichte Räume, merkte Schönung an. Ein Jugendtreff im Zentrum könnte zudem mehr Besucher anziehen als der „Kaschde“ bisher weit draußen, meinten andere Diskussionsteilnehmer. Die jungen Leute beschlossen nun, eine Einladung der Architekten anzunehmen, die sich mit Fragen an sie gewendet hatten. Wird die Nibelungenhalle als „sozialer Treffpunkt“ neu gestaltet, werden mehr Fördergelder erhofft.

Auch über die JuRa-Geschäftsordnung – mitsamt der bisherigen Quotenregelung– wurde diskutiert. Ob der Passus, dass dem Jugendrat mindestens drei Mädchen angehören müssen, so bleiben soll, wurde hinterfragt. Auch über die Länge der Amtszeit – derzeit zwei Jahre – und die Differenz zwischen aktivem und passivem Wahlalter wollen die jungen Leute in einer der nächsten Sitzungen erneut debattieren.

Das geplante Veranstaltungsangebot wird gleichfalls wieder aufgerufen. Ob der JuRa auch einen Poetry-Slam, ein Fußballturnier, eine Party oder einen Spiele-Abend organisiert, ist noch offen. Bürgermeister Schönung wies darauf hin, dass die neue Multifunktionswiese im Ehlried mit einer JuRa-Sportveranstaltung eingeweiht werden könnte. Völkerball, darin war sich die Runde einig, könne mehr Teilnehmer anziehen als ein Fußball-Turnier, weil die Spielregeln einfacher sind.

Redaktion