Kastanienallee - Stadtverordnete sprechen sich für Aufwertung aus Der Grünstreifen bleibt erhalten

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Nina Schmelzing
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Lorsch. Zur ersten öffentlichen Stadtverordnetenversammlung in der Corona-Krise waren die Gremiumsmitglieder am Donnerstag eingeladen. Zusätzlich waren auch etwa zehn Besucher als Zuhörer in die Nibelungenhalle gekommen. Noch deutlich mehr Lorscher hätten Interesse geäußert, bei der Sitzung dabei zu sein, berichtete Stadtverordnetenvorsteherin Christiane Ludwig-Paul in ihrer Begrüßungsansprache. Wegen der strikten Hygieneauflagen habe man die Zahl der Anwesenden im Raum aber beschränken müssen, bat sie um Verständnis.

Der Grünstreifen an der Kastanienallee wird nicht bebaut. © Funck
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Miterleben wollten zum Beispiel mehrere Anlieger im Lagerfeld, wie es bei der Grünfläche entlang der Kastanienallee weitergehen wird. Dazu hatten die Fraktionen von Grünen, CDU, PWL, SPD und FDP einen gemeinsamen Antrag eingebracht. Sie forderten darin, Überlegungen zur Bebauung des Grünstreifens nicht weiter zu verfolgen, die im Rahmen der Machbarkeitsstudie zum Wohnen im Lagerfeld dargestellt wurden. Die Fläche sollte im Gegenteil nicht nur als Grünareal erhalten, sondern sogar mit regionalen Pflanzen ökologisch aufgewertet werden. Das wurde anschließend als Auftrag an den Magistrat auch einstimmig beschlossen.

Das Viertel im Lagerfeld habe sich gewandelt. Statt Gewerbe-Standorte entwickelten sich dort jetzt mehr Wohnflächen. Die Studie der Baulandoffensive Hessen sei überzeugend. Eine mögliche Bebauung des Grünstreifens entlang der Kastanienallee aber, die der Planer zudem vorgelegt habe, sei gar nicht Bestandteil der Untersuchung gewesen, stellte er fest. Und der Magistrat und die Fraktionen wollten dies auch nicht, so Koob.

Vielleicht sogar Bänke aufstellen

Die kleine Oase sollte erhalten bleiben, und zwar nicht nur aus ästhetischen Gründen, so der CDU-Fraktionschef. Auch wegen der Biodiversität sei eine weitere Aufwertung zu prüfen. Koob regte an, auch über Bänke dort nachzudenken. Als Treffpunkt könnte der Grünstreifen so vielleicht auch eine „identifikationsstiftende“ Funktion im Stadtviertel übernehmen. Auf jeden Fall aber sei es wichtig, den Anliegern nun mit dem Beschluss der Stadtverordneten Planungssicherheit zu geben.

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„Wir waren sehr überrascht“, erklärte Matthias Schimpf (Grüne) in seinem Rückblick. Das Gebiet für mögliche Bebauung sei eingegrenzt gewesen. „Gut, dass Anwohner sehr schnell und sachlich Gespräche mit den Fraktionen gesucht haben“, lobte er. Auch wenn der Magistrat die Auffassung der Fraktionen teile, sei dennoch eine klare Beschlussfassung von den Stadtverordneten nötig, meinte Schimpf. Streng genommen hätte die Vorlage auch den Bau- und Umweltausschuss passieren sollen.

Plus an Lebensqualität

Der Erhalt von Grünflächen schaffe ein Plus an Lebensqualität, betonte Christian Walter (PWL). Das Grün übernehme eine Erholungsfunktion nicht nur für die direkten Anwohner, sondern auch für Kinder. Auch Walter erinnerte an Artenvielfalt, die es zu schützen gelte. Beim Thema öffentliche Grünflächen sah er noch „Spielraum nach oben“. Auch die Umweltkommission sollte sich mit dem Thema befassen.

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Peter Velten (SPD) zeigte den Konflikt zwischen dem Wunsch nach mehr Wohnbaufläche und den Problemen durch Verdichtung auf. Es sei Aufgabe der Stadtverordneten, einen gesunden Mittelweg zu finden. Der Planer sei über das Ziel hinausgeschossen, merkte Klaus Wolff (FDP) an. Der öffentliche Grünstreifen sei ein erhaltenswertes Klein-Biotop, das eine weitere Aufwertung verdient habe.

Redaktion