Kommunalwahl - Spitzenkandidatin der Lorscher CDU ist eine begeisterte Geocacherin / 24 Jahre Erfahrung in der Politik Christiane Ludwig-Paul geht in der Freizeit gern auf Schatzsuche

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Nina
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Gern mit dem Smartphone unterwegs: Christiane Ludwig-Paul ist eine begeisterte Geocacherin. © Zelinger

Lorsch. Die Christdemokraten setzen bei der Außenwerbung für die Kommunalwahl vor allem auf die Köpfe ihrer Kandidaten. Auf einigen Plakaten lächelt Lorschern das Gesicht von Christiane Ludwig-Paul (CDU) entgegen. Zum großen Teil haben die Parteien ihre Listenplätze diesmal abwechselnd an männliche und weibliche Kandidaten vergeben. Nur die CDU aber hat, als einzige der fünf im Stadtparlament vertretenen Fraktionen, eine Frau auch auf den ersten Platz ihrer Liste gesetzt.

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Christiane Ludwig-Paul ist jedoch alles andere als eine „Quotenfrau“. Die Lorscherin ist bereits zum zweiten Mal Spitzenkandidatin ihrer Partei. 13 Sitze hat die CDU bei der vorigen Wahl mit ihr gewonnen und blieb stärkste Fraktion. In der Kommunalpolitik ist die 45-Jährige längst eine feste Größe – seit Jahrzehnten. Seit 1997 gehört sie der Stadtverordnetenversammlung an, für die sie nun erneut kandidiert. Mehr als die Hälfte ihres Lebens schon bringt sie sich für die CDU in Lorsch ein.

Politik im Elternhaus

Politik ist ihr von Kindheit an vertraut. „Bei uns daheim war Politik immer ein Thema“, sagt Ludwig-Paul über ihr Elternhaus. Ihr Vater Heinrich Ludwig, Ehrenstadtrat und CDU-Ehrenvorsitzender, hat sich vielfach engagiert. Seine Tochter brachte sich zunächst in der kirchlichen Jugendarbeit ein, im Alter von 13 Jahren war sie Gruppenleiterin der Katholischen jungen Gemeinde. Im Alter von 25 Jahren arbeitete sie im CDU-Vorstand mit. Ihr erstes Amt war das der Schriftführerin.

Im Ehrenamt hat sie viel erreicht. Seit zehn Jahren ist Christiane Ludwig-Paul Vorsteherin der Stadtverordnetenversammlung, dem höchsten kommunalen Gremium, für dessen 37 Sitze sich jetzt mehr als 140 Kandidaten bewerben. Auch in dieser herausgehobenen Position war sie in Lorsch die erste Frau. Zehn Jahre lang hat sie außerdem den CDU-Stadtverband geführt. Die Aufgabe habe ihr sehr viel Freude gemacht, bekennt sie. Abgegeben habe sie den Vorsitz aber bewusst, um als Vorsteherin des Ortsparlaments parteiunabhängig zu agieren.

Es ist nicht allen recht zu machen

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In den vielen Jahren der politischen Tätigkeit hat die Diplom-Betriebswirtin unter anderem eines gelernt: „Man kann es nicht allen recht machen.“ Die Entscheidungen über Bebauungspläne oder Steuersätze, die von den Kommunalpolitikern zu treffen sind, gefallen nicht jedem. „Wir kriegen auch viel Schelte“, sagt Ludwig-Paul. Sie würde sich wünschen, dass zu den öffentlichen Sitzungen, in denen zahlreiche Themen beraten werden, mehr Bürger zum Zuhören kämen. Mancher Beschluss würde dann vielleicht weniger hart kritisiert. Wer Politik mache, könne nicht „Everybody’s Darling“ sein, betont sie.

Politik ist allerdings nicht das einzige Hobby von Christiane Ludwig-Paul. Bekannt ist sie auch als begeisterte Fastnachterin. Jahrelang engagierte sie sich als Protokollerin bei den Närrischen Drei. Dass sie bei den N3-Fastnachtern mitwirkt, ihr Ehemann Andreas Paul dagegen bei den Bürger-Funken aktiv ist, sei kein Problem. Als Ehepaar mit unterschiedlichen Uniformen habe man einen guten Kompromiss gefunden: Gefeiert wird doppelt.

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Dass die fünfte Jahreszeit wegen Corona ausgefallen ist, das schmerzt Fastnachter wie Christiane Ludwig-Paul. Auch ein weiteres Hobby von ihr muss wegen der Pandemie pausieren: das Reisen. Die Pilgerfahrt mit der Pfarrgemeinde St. Nazarius vor zwei Jahren nach Israel etwa werde sie „nie vergessen“, sagt sie über einen besonders eindrücklichen Aufenthalt.

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Langeweile hat sie aber nicht. Zu ihren weiteren Freizeitbeschäftigungen gehört schließlich das Geocaching. Das moderne Schatzsuche-Spiel für Smartphone-Nutzer mit GPS, das verbunden ist mit Bewegung in der Natur, sei für sie „der perfekte Ausgleich zur Politik“, schwärmt die Kandidatin mit mehr als 6000 Caches.

Nicht nur in der Bergsträßer Region hat sie viele Verstecke aufgespürt und sich über einen First-Time-Fund auch schon in Lorsch gefreut. Auch bei Urlauben in den USA hat die Lorscherin besondere Geocachings erlebt, in Las Vegas etwa. Mit diesem Hobby mache man vielen Menschen eine Freude, weiß Ludwig-Paul. Selbst hatte sie vor einigen Jahren den „Ring der Nibelungen“ versteckt.

Als Teamleiterin war Christiane Ludwig-Paul – nach ihrem Abitur an der Liebfrauenschule in Bensheim und ihrem dualen BWL-Studium– viele Jahre bei einem weltweit tätigen Unternehmen mit Werk in Heppenheim tätig. Inzwischen arbeitet sie selbstständig als Webdesignerin. Zudem ist sie als Wahlkreismitarbeiterin für Alexander Bauer tätig – und auch Ersatzkandidatin für den CDU-Landtagsabgeordneten.

In Lorsch sei sie „stolz“ auf das junge und bestens aufgestellte Team der CDU. Für das Spitzen-Trio, das die Liste anführt, beträgt das Durchschnittsalter 36 Jahre, hat sie ausgerechnet. Insgesamt präsentiere ihre CDU einen hervorragenden Mix aus Bewerbern mit unterschiedlichen Erfahrungen.

Wegen Corona sind zuletzt zahlreiche Termine nicht nur für die Kommunalpolitiker weggefallen. Auch die Bürgerversammlung und die Grenzfahrt nennt Ludwig-Paul zum Beispiel. Der Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbands musste ebenfalls abgesagt werden, der für die Spitzenkandidatin diesmal eine besondere Bedeutung gehabt hätte: Der bekannte Politiker Wolfgang Bosbach nämlich wollte Christiane Ludwig-Paul dabei für ihre langjährige Mitgliedschaft auszeichnen.

Das muss verschoben werden, wie so viel anderes auch. Sicher ist Christiane Ludwig-Paul allerdings, dass auch die nächste Stadtverordnetenversammlung jede Menge zu tun haben wird.

„Viele spannende Themen“ werden in den fünf Jahren auf die Tagesordnung kommen. Die Zukunft der Kläranlage wird ebenso dabei sein wie die Neu- und Umbauten von Ehlried-Sporthalle und Nibelungenhalle. „In den nächsten fünf Jahren wird uns nicht langweilig werden“, weiß die Kandidatin.